FrameMaker Version 5
Zu der vom URZ auf /uni/global zentral bereitgestellten lizenzierten
Software gehört auch FrameMaker.
Zur Zeit stehen 10 Lizenzen der Version 4 für SunOS und Solaris
zur Verfügung.
Seit Mitte des Jahres gibt es nun die Version 5, die jetzt auch in deutsch
vorliegt.
Das URZ hat 5 Lizenzen gekauft und wird diese in Kürze bereitstellen --
nur fünf, mehr Geld war nicht da :-( . Diese Lizenzen können
im SunOS, im Solaris und im HP-UX genutzt werden.
Aber einige Nutzer, die vielleicht gerade ihre Diplomarbeit mit Frame schreiben,
werden gar nicht so böse sein, daß auch
noch die "`alten"' Lizenzen vorhanden sind, denn die neue Version soll nicht nur
viele Verbesserungen, sondern auch einige Änderungen im Gesamtkonzept
enthalten (s.u.).
Leider konnte ich noch nicht testen, wie sich das auf die Arbeit mit
vorhandenen Dokumenten auswirkt, denn Liefertermine im IV. Quartal
werden selten eingehalten. Dieser Beitrag ist also als Vorab-Information
für aktive Frame-Nutzer und vielleicht als Anregung für potentielle
Nutzer zu betrachten. Die Informationen zum Leistungsumfang der
neuen Version sind einem Beitrag von Thomas Merz in der iX 7/1995 entnommen,
der FrameMaker 5 schon testen konnte.
Highlights dieser Version sollen sein:
- zeitgleiche Verfügbarkeit auf allen relevanten Plattformen
(SunOS, Solaris, HP-UX, Macintosh und Windows)
- leichtere Bedienung
- besserer Font-Support
- neue Layout-Möglichkeiten
- Verbesserungen beim Import von Grafiken/Texten und bei plattformübergreifendem
Publishing
Bei Punkt 3 hat die vertiefte Zusammenarbeit mit Adobe zu Erleichterungen beim
Einsatz der PostScript Fonts vom Typ I unter Unix geführt.
Frame lizenzierte den Adobe Type Manager (ATM)
für den Einsatz mit FrameMaker,
sowie die 35 Standard-Postscript-Fonts, so daß Unix-Nutzer jetzt auch
mit den üblichen Postscript-Schriften arbeiten können (die bisherigen
Fonts werden zusätzlich unterstützt), aber auch aus dem
umfangreichen Fontangebot von Adobe neue Schriften installieren können.
Die vollständige Einbindung von ATM in FrameMaker soll keine X-spezifischen
Installationen notwendig machen. Konvertierungswerkzeuge und ausführliche
Hinweise in der Online-Help sollen das Einspielen von Mac- oder
PC-Fonts erleichtern. (Übrigens: bei FrameMaker ist die Online-Hilfe
wirklich ein guter Tip -- im Gegensatz zu den "`Helps"' manch anderer
Software -- es gibt sogar ein online-Lernprogramm: "Uebungen" auf der
"HILFE"-Startseite. )
Hier noch einige wichtige neue Eigenschaften:
- neues Modell für die Anordnung von Text auf der Seite:
Textrahmen statt Textspalten
bisher: jede Textspalte eigenes Objekt -- mehrspaltiger Text durch Verknüpfung einzelner Spalten
jetzt: Objekt ist der Textrahmen, der mehrere gleich breite Textspalten
und wahlweise seitliche Überschriften enthalten kann.
- neu: Straddles -- überbreite Textteile über mehrere Spalten
(z.B. Überschriften, Grafiken, Tabellen, Fußnoten ...).
Formatiert wird um die Straddles im klassischen Zeitungssatz, also zuerst
oberhalb alle Spalten füllen (gleich hoch verteilt), danach unter dem
Straddle.
- stark vereinfacht: Umfließen von Grafiken durch Text -- man
kann jetzt einer Grafik die Eigenschaft "`run around"' zuweisen
(auch eine Textzeile kann z.B. als Grafik betrachtet werden!)
- neue Möglichkeit zur Verankerung eines Rahmens in einer Textspalte:
run-in frames -- damit können im linken oder rechten Bereich einer
Textspalte Rahmen verankert werden, an die der Text dann automatisch
angepaßt wird (z.B. für Text und Grafik parallel oder für große
Anfangsbuchstaben)
- Bei doppelseitiger Gestaltung können Rahmen jetzt explizit innen oder au"ßen
verankert werden (auch außerhalb der Textspalten, z.B. für Marginalien).
- neu: FrameVector -- ein betriebssystemunabhängiges
Vektorgrafikformat zur Verbesserung der plattformübergreifenden Arbeit
(das bisher für diesen Zweck benutzte Bitmap-Format ist nicht für alle
Vektor-Grafiken geeignet)
- neu: Import von Textdateien per Referenz -- d.h. der
FrameMaker-Text ändert sich mit dem Inhalt des Originaldokuments -
im Frame-Dokument selbst ist der Text natürlich nicht editierbar, solange die
Referenz besteht.
- geändert oder neu sind durch die neuen Eigenschaften auch einige
Menüs -- Funktionen wurden teilweise zusammengefaßt und
einheitlich angeordnet
- neu: ist unter Unix eine Quick Access Bar für den
schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen
Wichtiger Hinweis:
FrameMaker 5 wandelt beim Einlesen
mit älteren Versionen geschriebene Dokumente in das neue Format um!
Diese sind dann in den alten Versionen nicht mehr lesbar (außer
über das Maker Interchange Format MIF).
HTML-Konverter:
Laut Handbuch soll die neue Version einen Filter enthalten, der die
Dokumente automatisch ins HTML-Format konvertiert (das wäre einen
Test wert - besonders bezüglich der Qualität des HTML-Dokuments).
Kommandos:
Bedingt durch die zwei unterschiedlichen Versionen, gibt es in Kürze
zwei Kommandos zum Aufruf von FrameMaker:
framemaker4 (10 Lizenzen) und
framemaker5 ( 5 Lizenzen)
Unter "AKTUELLES"
auf der URZ-Homepage werden wir darüber informieren,
wenn die neuen Lizenzen verfügbar sind.
Ich hoffe, daß ich in der nächsten Ausgabe die genannten
Neuerungen positiv bestätigen kann.
Nichts geht mehr ohne
URL!
Ursula Riedel, Fri Dec 22 12:54:13 MET 1995