Vom 11.-14. September 95 fand am Forschungszentrum Jülich eine
Statustagung zum Stand und den Perspektiven des Parallelen
Höchstleistungsrechnens und seiner Anwendungen statt.
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und
Technologie (BMBF)
als Veranstalter des Treffens beabsichtigte eine
Bestandsaufnahme (man könnte in DDR-Deutsch auch sagen:
Verteidigung) aller in der Bundesrepublik geförderten
Forschungsprojekte auf dem Gebiet des High Performance Scientific
Computing. Es gibt derzeit 16 derartige Verbundvorhaben, an denen etwa
50 Partner aus dem Hochschulbereich und der Wirtschaft (von
Großkonzernen bis zu mittelständigen Betrieben) beteiligt sind.
Jedes Projekt wurde inhaltlich, organisatorisch und personell
vorgestellt und von den Anwesenden einer kritischen Diskussion
unterzogen. Damit ergab sich auch für Teilnehmer, die nicht selbst
an geförderten Projekten beteiligt waren (so wie der Autor), ein
interessanter, obgleich sicherlich auch unvollständiger
Überblick über die deutsche Forschungslandschaft auf dem
Gebiet der Supercomputer-Anwendungen.
Zusammen mit Prof. Arnd Meyer (Fakultät Mathematik) nahm ich als Vertreter der TU Chemnitz-Zwickau an dieser Tagung teil. Professor Meyer als Sprecher des zukünftigen Sonderforschungsbereichs 1521 "Numerische Simulation auf massiv parallelen Rechnern" hielt einen Vortrag über die Arbeit der bisherigen DFG-Forschergruppe Scientific Parallel Computing. Die TU wurde darüberhinaus durch ein großflächiges Poster repräsentiert, auf dem in erster Linie der Massivparallelrechner und dessen Nutzung durch verschiedene Anwendergruppen vorgestellt wurden. Durch diese beiden Aktivitäten wurde der Name Chemnitz als Supercomputing-Standort in Deutschland unter den Tagungsteilnehmern weiter bekannt gemacht. Wir konnten viele interessante Gespräche mit Fachkollegen führen, die ausliegenden Broschüren fanden regen Absatz.
Insgesamt kann somit die Tagungsteilnahme als Erfolg bewertet werden.
Das Forschungszentrum Jülich (ehemalige Kernforschungsanlage) als
eines der vom Bund finanzierten Großforschungszentren bildet mit
der vorhandenen Infrastruktur einen
attraktiven Rahmen für derartige Veranstaltungen. Und Aachen als
Übernachtungsort war sowieso eine Reise wert :-)