Zur Einweihung des Chemnitzer StudentenNetzesSeit geraumer Zeit ist der Anschluß der Studentenwohnheime an das Universitätsrechnernetz im Gespräch. Konkrete Vorstellungen wurden dann ab Juli 1994 diskutiert. Dabei sagte das Rektorat der TUCZ seine volle Unterstützung zu, denn der Netzanschluß im Wohnheimzimmer trägt doch auch zur Steigerung der Attraktivität der Uni bei. Um einen Eindruck vom Interesse der Studenten zu erhalten, wurde eine Umfrage durchgeführt. Daran beteiligten sich insgesamt 268 Studenten, von denen 83,3% dieses Projekt bejahten. Als Ansprechpartner und Verwalter des Chemnitzer Studentennetzes wurde die AG CSN im StuRa gegründet. Die gesamte Betreuung der Internatsanschlüsse liegt in den Händen dieser Arbeitsgruppe. Im Oktober 1994 konnte mit dem Netzaufbau begonnen werden. Als Einstiegslösung wurden die Internate RH37 und RH51 ausgewählt. Dies ist zum einen in der Nähe zum Backbone (RH 39/41) begründet, und zur Umfrage fanden sich in diesen Wohnheimen die meisten Interessenten. In der RH37 stellt das URZ einen 1 Mbit Glasfaseranschluß zur Verfügung, in die RH51 konnte aus Kostengründen nur ein 64 kbit Modem-Zugang gelegt werden. Die Verkabelung der Internate wird in Eigenleistung der Studenten, unter Leitung der AG CSN durchgeführt. Alle Arbeiten müssen von den Interessenten der Etage selbst durchgeführt werden. In der RH37 werden pro Etage 3 Netzsegmente gelegt, die an einen der Repeater in der 5. und der 3. Etage angeschlossen werden. Dank der Unterstützung durch das URZ stehen in beiden Internaten ausreichende Anschlußkapazitäten zur Verfügung. Zur Zeit wird der Anschluß der RH35 geplant. Dort haben 3 Etagen nach Anschlüssen angefragt. Prinzipiell soll jedem Internatsbewohner der Netzzugang ermöglicht werden. Allerdings setzt hier der finanzielle Aufwand Grenzen. Dies ist auch die größte Hürde für einen Netzzugang in der Vettersstraße. Die Kosten der bisherigen Anlage werden durch einen einmaligen Beitrag jedes Nutzers in Höhe von 50,00 DM getragen. Die Hausanschlüsse stellte das URZ kostenfrei zur Verfügung. Eine Gebührenerhebung, wie bei privaten Anbietern üblich, ist nicht vorgesehen. Finanzielle Unterstützung fand das Projekt auch durch die Firma NTG (Netzwerk Telematik GmbH), Niederlassung Chemnitz. Für die eigene Hardware ist jeder Student selbst verantwortlich.
Natürlich werden nicht alle Netzdienste vom URZ angeboten. So muß auf ein Mounten der HOME-Verzeichnisse auf den UNI-Rechnern aus Sicherheitsgründen verzichtet werden.
Als Protokoll ist im CSN vorrangig TCP/IP vorgesehen.
Andere Protokolle wie IPX usw. sollten nicht genutzt werden.
Dieses Projekt ermöglicht den Studenten einen Rechnerzugang auch
außerhalb der Öffnungszeiten der Rechnerpools.
Weiterhin kann für die Übertragung größerer Datenmengen
eine Zeit mit geringer Netzbelastung gewählt werden.
Da dieses Projekt bundesweit zu einem der ersten dieser Art zählt, können hier auch Erfahrungen mit der Sicherheit in solchen doch recht schlecht kontrollierbaren Netzbereichen gemacht werden. Es soll deshalb auch zu Anfang der größte mögliche Dienstumfang gewährt werden. Bei auftretenden Problemen ist dann natürlich mit Einschränkungen zu rechnen.
Der Start des CSN stimmt aber zuversichtlich. Selbst die Performance ist völlig ausreichend (RH 37). In der RH51 gibt es da, bedingt durch das Modem, doch längere Wartezeiten. Am 7. Dezember wird das CSN offiziell eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt werden etwa 70 Studenten genannter Internate einen Netzanschluß haben. Weitere Informationen zum Netz sind im WWW auf den Seiten zum CSN zu finden. Fragen können per Email an csn@tu-chemnitz.de gestellt werden.
Frank Schöniger,
Fakultät für Informatik