in Farbe ?


Seit einiger Zeit stehen auf den einschlägigen ftp-Servern (und damit auch auf ftp.tu-chemnitz.de neue Versionen des DVI-Treibers dvips von T. Rokicki zur Verfügung. Die aktuelle Version trägt die Nummer 5.528, aber bereits ab Version 5.521 gibt es einige wichtige, überraschende Neuerungen. Mittlerweile ist dvips 5.521 unter /uni/global für die Plattformen Sun4 (SunOS 4.1.x) und Sun5 (Solaris 2.x) installiert und kann genutzt werden.

Was bietet diese neue Version? Das Interessanteste: sie bringt (und natürlich auch) Farben bei! Die -internen Datenstrukturen kennen eine Eigenschaft ,,Farbe`` nach wie vor nicht. Aber mit Hilfe des \special-Befehls sind solche Erweiterungen möglich. Die Interpretation des \special erfolgt durch die DVI-Treiber, und da macht sich Tom Rokicki verdient.

Wie kann der - (und -)Nutzer diese Fähigkeiten verwenden? Er muß ganz einfach die Stiloption colordvi benutzen, beispielsweise


\documentstyle[...,colordvi,...]{article}

2 Der -Fan schreibt: \input colordvi. Nun gibt es 68 vordefinierte Farben, entsprechend der Crayola crayon Tabelle (die in direkter Beziehung zum bekannteren PANTONE-Modell steht), darunter solche einleuchtenden Bezeichnungen wie Red oder Blue.

Es stehen zwei Arten von Farbumschaltungen zur Verfügung, globale (gültig bis zur nächsten Umschaltung oder bis zum Textende) und lokale (gültig für ein Textstück, daß in { } eingeschlossen ist.


...
\Green{Jetzt bin ich ganz gr"un.}
...
Wer,s nicht glaubt, sieht hier nach. Zu beachten ist die Schreibweise der Farbnamen mit gemischter Groß- und Kleinschreibung. Die lokalen Farbumschaltungen können geschachtelt werden.

\Blue{Jetzt bin ich blau \Green{nun schon ganz gr"un
\Yellow{und gelb im Gesicht}} und immer noch blau}

(Hier der Beweis.) Die globalen Farbumschaltungen haben die Form \textfarbname.

Der Nutzer kann schließlich mit dem \Color-Makro auch eigene Farben definieren. Dazu ist die gewünschte Farbe anhand des CMYK-Modells zu notieren: für die 4 Farbwerte stehen jeweils Zahlen zwischen 0 und 1 (0=keine Farbe, 1=volle Farbsättigung).

2 Zu beachten ist, daß alle Farbumschaltungen auch für den Nichttextbereich gelten, so z. B. für Kopf- und Fußzeilen auf Seiten, für Markierungen bei itemize-Listen, aber auch für Linien und dergleichen in Grafiken. Gerade das halte ich für einen wichtigen Anwendungsbereich, beispielsweise bei der Gestaltung von Folien. Dazu ein paar Beispiele:


	\Yellow{\rule[-4mm]{4cm}{1cm}} \hspace*{-3cm} \Violet{{\bf TEXT}}
sieht so aus:


	\setlength{unitlength}{1mm}
	\begin{picture}(30,30)
	\put(0,20){\Goldenrod{\circle*{5}}}
	\put(2,22){\Cyan{\circle*{5}}}
	\put(4,24){\Fuchsia{\circle*{5}}}
	\put(6,22){\Lavender{\circle*{5}}}
	\put(8,20){\PineGreen{\circle*{5}}}
	\end{picture}
Das Ergebnis sehen Sie hier.

Die Ausgabe solcher farbigen Produkte ist nicht nur auf Postscript-Drucker beschränkt, sondern es gibt seit kurzer Zeit auch DVI-Treiber für die Familie der Tintenstrahldrucker HP Deskjet. Damit wird der Umweg über dvips und ghostscript überflüssig und das Ergebnis soll darüberhinaus farblich besser sein. Leider gibt es noch keine installierte Version unter /uni/global ...

Dr. Wolfgang Riedel
Ltr. Gruppe Anwendungen