Unter der oben genannten Überschrift fand vom 16.-19.4. in
Cunnersdorf ein
Workshop von URZ und Fakultät für Informatik der TU Chemnitz statt.
Gegenstand dieses Workshops waren
die Lösungen "hinter dem Desktop",
nicht primär Oberflächen und Endgeräte.
Ein aktueller Anlaß ist die
bevorstehende Beschaffung eines "Speicher-Servers",
der quantitativ und qualitativ neue Dimensionen erschließen soll.
Die neuen technischen Entwicklungen bedingen auch
neue Rollen für Dienstleister der Computerinfrastruktur,
wie es die Rechenzentren sind.
Der Begriff Metacomputing ist noch nicht ganz so bekannt wie vielleicht Multimedia oder Internet, daher soll hier eine kurze Begriffserklärung versucht werden:
Mit der fortschreitenden Leistungserhöhung und (relativen) Kostensenkung der Computersysteme können die Bedürfnisse und Wünsche der Benutzer ein stärkeres Gewicht erhalten gegenüber "technischen Zwängen". Der Benutzer wünscht sich bedienfreundliche Oberflächen und "mächtige" Anwendungen (heute oft "im Netz").
Es zeigen sich auch einige Grenzen der "Desktop-Systeme":
In den nächsten Abschnitten sollen kurz wesentliche Entwicklungen bei den Teilaspekten des Metacomputing dargestellt werden.
Beim Fast Ethernet hat sich mit 100 BASE T mittlerweile ein Standard weitgehend durchgesetzt; wegen der günstigen Kostensituation ist mit einer hohen Verbreitung zu rechnen.
"Multilevel Switching Hubs" mit der Funktionalität von Routern bzw. Bridges verbinden die Netzsegmente untereinander und mit einem Backbone. Die ATM-Technologie (Asynchronous Transfer Mode) wird vorwiegend für den Backbone und in Fernnetzen eingesetzt.
Die Zugangsnetze werden heute von Modem- und ISDN-Technik bei eher bescheidenen technischen Parametern dominiert, zukünftig (spätestens nach Aufhebung des "Postmonopols" 1998) werden wohl auch neue Techniken Einzug halten:
Die neue Internet-Protokollgeneration IPng/IPv6 überwindet mit
128-bit-Adressen die heutige "Adressenknappheit", ermöglicht die
Autokonfiguration von Endsystemen und viele weitere Fortschritte.
Zur Steuerung der Ressourcennutzung dient
RSVP - Ressource ReServation Protocol.
Eine typische Campusnetz-Struktur, wie sie sich auch an der TU Chemnitz im Laufe dieses Jahres einstellen wird, zeigt das folgende Bild:
Daraus ergeben sich einige Anforderungen hinsichtlich der WWW-Sicherheit:
Bei der Suche nach Informationen kann ein Übermaß an "aktiven" Suchsystemen ("Web-Roboter") Probleme hinsichtlich der Netz- und Serverbelastung bringen. Die bessere Lösung ist eine Kooperation der Informationsanbieter bei der Bereitstellung von Informationsextrakten und Indizes (Harvest ...). Die Integration von X.500-Directories, Whois++ ... ist ebenfalls eine interessante Richtung.
Das "Management" der WWW-Informationsbestände erfolgt heute noch
meist "zu Fuß", d.h. mit Hilfe von
Netzwerk-Filesystemen (NFS/AFS) oder FTP gelangen die Dokumente
auf die Server.
Eine bessere Integration dieser Tätigkeiten in das WWW-Umfeld
könnte aus der Funktion "File-Upload" erwachsen;
die Werkzeugunterstützung dazu ist aber noch nicht ganz ausgereift.
In diesem Zusammenhang erhebt sich auch die noch unentschiedene Frage, ob die Orientierung auf viele "kleine" oder wenige "große" WWW-Server erfolgen sollte.
Portable Software für die Klientenseite entsteht auf der Basis von
Java/Javascript ... .
Die zukünftige Relation zu
alternativen Formaten und Darstellungstechniken
(VRML, SGML, X ...) sollte aufmerksam beobachtet
werden.
Zu den derzeit bei uns genutzten Technologien NFS 2 und AFS kommen die Alternativen NFS 3 und DCE/DFS, die jedoch beide noch Defizite bei Produkten bzw. Produktreife haben.
Die Integration von PCs ist von einer "Nebenaufgabe" zu einer strategischen Aufgabe geworden, wobei sich hier die Auswahl noch etwas schwieriger gestaltet als bei Servern und Workstations:
Heute ist nicht mehr volkommen sicher,
ob die verteilten Filesysteme ihre Rolle als Basisdienst behalten werden.
Auch auf der Basis einfacherer und ebenfalls etablierter
Protokolle wie WWW oder FTP lassen sich verteilte
Filesysteme realisieren, wenn auch heute noch mit einigen
Einschränkungen, Beispiele sind Prospero und ALEX.
Bei den Server- und Klienten-Betriebssystemen sind ebenfalls Verschiebungen zu erwarten. Das Preis-/Leistungs-Verhältnis hat sich zugunsten der PC-Hardware verschoben, so daß man die Tendenz zusammenfassen könnte als "Linux/NT" (d.h. Idealfall wäre die Kombination der Offenheit und Innovativität von Linux mit der Marktpräsenz von NT).
Gute Erfolge gab es, wenn der externe Partner mehr Know-How und günstigere Kostenstrukturen hat (was nicht immer der Fall war). Sehr problematisch ist der Verlust eigenen Know-Hows (Wer berät und entscheidet bei Beschaffungen?). Der zuletzt genannte Effekt verursachte wohl auch eine Vielzahl von Entscheidungen, die sich hinterher als strategisch ungünstig erwiesen haben:
"ganze Industrien leben von den glücklosen DV-Entscheidungen der Vergangenheit, indem sie Adapter, Gateways, Emulatoren usw. bauen"Wegen der eingetretenen Nachteile hat sich neben dem "vollständigen" Outsourcing das Profit-Center-Modell etabliert.
Dabei bleibt die DV-Versorgung im Unternehmen, es werden aber Kosten und Wert einzelner Dienstleistungen ermittelt und abgerechnet.
Das konsequenteste Modell ist die "Einzelabrechnung jeder Leistung". Dem Vorteil der hohen Kostentransparenz stehen die Nachteile eines hohen Verwaltungsaufwands (der mit zu bezahlen ist) und einer schlecht planbaren Ausgabensituation für "Kunde" und Dienstleister gegenüber.
Beim "Abonnentenmodell" kauft der Kunde eine pauschalierte Diestleistung (z.B. Wartung einiger PCs ...). Das verursacht weniger Verwaltungsaufwand und weitgehend vorhersehbare Kosten. Damit der Dienstleister die Dienstqualität nicht beliebig zu Lasten des Kunden variieren kann, sollten dazu interne Verträge existieren.