Authentisierung und Verteilung von Konfigurationsfiles

Einordnung

Das Konfigurationsmanagement und die damit im Zusammenhang stehenden Probleme der Verteilung von Konfigurationsfiles und Authentisierungsinformationen stellen einen wesentlichen Anteil an der täglichen Arbeit von Systemverwaltern in Netzen dar. Zunächst soll daher eine Einordnung der Probleme in aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet des Einsatzes von Rechnern an vernetzten Arbeitsplätzen und der damit im Zusammenhang stehenden Aufgaben im URZ erfolgen.

Aktuelle Entwicklungen

Bezüglich des Einsatzes von Rechnern an Büroarbeitsplätzen zeichnen sich in letzter Zeit zwei grundsätzliche Alternativen ab.

Nutzer arbeiten an

Die dabei entstehenden Anforderungen in Bezug auf Authentisierungs- und Konfigurationprobleme unterscheiden sich also kaum.

Arbeiten/Aufgaben im URZ

Die Aufgaben der Konfigurationsverwaltung sind ein Teilgebiet des Ressource-Managements.

Die eingesetzte Lösung ist eine in mehreren Jahren gewachsene Eigenentwicklung des URZ, welche im folgenden Bild grob charakterisiert ist:

Obwohl das Bild lange nicht alle Zusammenhänge wiedergeben kann, wird bereits die Komplezität sichtbar.

Im folgenden soll auf die beiden Teilgebiete Authentisierung und Verwaltung von Konfigurationsfiles näher eingegangen werden.

Authentisierung

Unter dem Begriff Authentisierung versteht man eine Methode, mit deren Hilfe ein Identitätsnachweis erbracht wird. Im Ergebnis (also bei erfolgreichem Nachweis der Identität) führt das Verfahren zur Vergabe von credentials (Berechtigungsnachweis). Als Basis von Authentisierungsmethoden werden kryptografische Verfahren eingesetzt. Da es (bisher) keine breit akzeptierten Standards für Authentisierungsmethoden gibt, legt der Service Provider das Verfahren fest. Damit sind aber viele Gefahren verbunden, da scheinbar nur wenige Service Provider in der Lage sind, kryptografisch sichere und abhörsichere Verfahren zu entwickeln.

Weiterhin hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß gegenseitige Authentisierung (mutual authentication) erforderlich ist. Schließlich soll nicht nur der Service Provider über die Identität des Benutzers Klarheit besitzen, sondern auch der Benutzer möchte sicher sein, daß er es mit dem echten Service Provider zu tun hat.

Verfahren

Im folgenden werden einige der heute üblichen Verfahren kurz umrissen.

UNIX/NIS

AFS/Kerberos

Windows/NT

HTTP

SSL (Secure Socket Layer)

Es existieren zahlreiche weitere Authentisierungsverfahren (S/Key, DCE Security Service, SMB User Level Security (LanManager), Netware, PGP, SSH, ...), die aus Nutzersicht aus Kennzeichen/Paßwort-Kombinationen (der Identitätsnachweis erfolgt durch Kenntnis eines Geheimnisses) bestehen und eine Reihe von Verfahren, die sich zusätzlich auf den Besitz von Hardware (meist Chipkarte) stützen.

Fazit und Entwicklungen

Die kurze Darstellung der offensichtlich grundverschiedenen Verfahren macht es weder den Benutzern noch den Administratoren oder Entwicklern leicht. Man kann sich des Eindrucks "Viele Köche: verdorbener Brei" ... oder ... "Unsere Lösung, Ihr Problem" nicht erwehren.

Aber es gibt Hoffnung, die insbesondere in den Entwicklungen GSSAPI und PAM zum Ausdruck kommt.

GSSAPI (Generic Security Service Application Program Interface)

PAM (Plugable Authentication Modules)

Zugriff auf und Verteilung von Konfigurations- / Authentisierungsinformationen

Lokale Files

Die einfachste Methode des Zugriffs auf Konfigurations- und Authentisierungsinformationen besteht sicher darin, diese Daten in lokalen Files der entsprechenden Maschinen zu halten. Das ist aber dann fragwürdig, wenn ausgehend von diesen Informationen credentials vergeben werden, welche dann von Service Providern im Netz als Identitätsnachweis akzeptiert werden sollen.



Client-Server

Sowohl für den Zugriff als auch für die Verteilung von Konfigurations- und Authentisierungsinformationen können Client-Server-Verfahren eingesetzt werden. Diese sind entweder optional zu installieren (z.B. NIS) oder zwingend erforderlich (z.B. AFS). Gemeinsam sind diesen Verfahren:

NIS

AFS

Alternative Ansätze zu NIS

Insbesondere NIS ist aufgrund seiner Design-Schwächen und der Tatsache mangelnder Skalierbarkeit auf Dauer nicht ausreichend. Es lohnt sich daher, über Alternativen nachzudenken.

Solche Alternativen sollten natürlich nicht nur besser skalieren und zuverlässiger funktionieren, sondern auch die Sicherheit im Netz erhöhen. Daher kommt wahrscheinlich eine Kombination aus einem Verfahren des Zugriffs auf Konfigurations- und Authentisierungsdaten mit Hilfe lokaler Files und einem Client-Server-Verfahren zur Verteilung dieser Daten in Frage.

Zusammenfassung/Thesen

Authentisierung

Dieses Thema erfordert weitere Arbeiten, die sich ggf. auch in Projekt- oder Diplomarbeiten genauer untersetzen lassen.

Verteilung von Authentisierungs- und Konfigurationsinformationen

Das Problem der Verteilung von Konfigurationsinformationen wird zur Zeit in einer Diplomarbeit untersucht.

Literatur/Verweise


Thomas Müller, April/Mai 1997