AMANDA
Schön, daß Sie (zuerst) einen Artikel über AMANDA
lesen wollen :-)
AMANDA steht für Advanced Maryland Automatic
Network Disk Archiver.
Dieses Software-Paket soll die Grundlage des künftigen Backupdienstes
sein.
AMANDA ist freie Software (open source) und wird seit Anfang der 90-iger
Jahre von einer (mittlerweile weltweiten) community ständig weiterentwickelt.
Demzufolge wird dieses Produkt auch von den unterschiedlichsten "Backup-Bedürftigen"
eingesetzt, mit einer entsprechenden Rückkopplung zu den Entwicklern.
Was sind nun die Charakteristika dieser Datensicherungs-Software?
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Klient-Server-Prinzip
Im Sinne der Datensicherung heißt dies, es werden Daten von einem
oder mehreren Rechner(n) zum Zwecke der Sicherung zu einem sogenannten Backup-Server
kopiert. Zur Wiederherstellung kompromittierter Daten werden die entsprechenden
Kopien vom Backupserver geholt.
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server-initiierte Datensicherung
In dieser Situation ist der Backupserver der Klient des zu sichernden Rechners
(Fileserver), da die Daten geholt werden.
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klienten-initiierte Datenrekonstruktion
Nur bei Bedarf der Wiederherstellung kompromittierter Daten (zerstört,
nicht mehr existent, ...) geht die Initiative vom gesicherten Rechner aus,
dem Klienten.
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parallele Backups (Datensicherungen) durch Kopieren in einen Cache-Speicher
Zum Zwecke der Datensicherung zum Backupserver kopierte Daten werden in
einem Platten-Cache zwischengespeichert. Das Schreiben auf das endgültige
Medium erfolgt unabhängig vom Sicherungsprozeß auf dem Backupserver.
Über einen längeren Zeitraum wurde diese Backup-Software im URZ
getestet, in der letzten Phase gemeinsam mit Administratoren aus mehreren
Fakultäten. Hierbei wurden u.a. folgende Features von AMANDA "unter
die Lupe genommen" bzw. "entdeckt":
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AMANDA steht sowohl server- als auch klientenseitig für ein breites
Spektrum von Betriebssystemplattformen zur Verfügung (UNIXe: Linux,
Solaris, HP-UX, ...)
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Windows-Systeme werden als Klient unterstützt, wenn das SMB-Protokoll
(SAMBA) genutzt werden kann.
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Sicherungskopien sind sowohl im Cache-Speicher direkt (online) nutzbar
(zwecks restore) als auch von anderen Medien. Letzteres ist natürlich
abhängig vom Medientyp, wie z.B. Bänder.
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Die Backups (Sicherungskopien) werden standardmäßig im tar-Format
geschrieben, somit wäre im Ernstfall auch ein Zugriff ohne AMANDA
möglich.
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Ausgeklügeltes Schedulingsystem zur zeitlichen Planung der vom Backupserver
initiierten Backups. Dabei werden u.a. folgende Faktoren berücksichtigt:
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welche Datenmenge ist zu kopieren
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welche Bandbreite steht zur Verfügung
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aktuelle Kapazität des Cache-Speichers
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sind mehrere Filesysteme/Verzeichnisse von einem Klienten zu sichern (Last-Problem)
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sind zu sichernde Filesysteme/Verzeichnisse eines Klienten physisch auf
einer Platte lokalisiert (gleiche Spindel).
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vollständige (full dump) sowie inkrementelle Datensicherung, wobei
sich letztere immer am aktuellen full dump orientiert
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zeitlich vorgezogene full dumps, wenn der Umfang der inkrementellen Sicherung
im Verhältnis zum full dump ungünstig wird (in Abhängigkeit
der benötigten Kapazitäten)
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Verwendung unterschiedlicher Kompressionsverfahren, sowohl an Klient als
auch Server realisierbar
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Das Wiederherstellen von Files (restore) geschieht datumsorientiert. Hierbei
"sieht" der Klienten-Administrator das zum Zeitpunkt der Sicherung existierende
komplette Verzeichnis und kann somit "aus dem Vollem schöpfen".
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Security-Anforderungen zwischen Klient und Server wird AMANDA in zwei Levels
gerecht, entweder mit dem sog. BSD-Mechanismus (analog .rhosts) oder mittels
Kerberos.
Wo Licht ist muß auch Schatten sein!
Dies sind aus meiner Sicht folgende Punkte:
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vollständige Sicherungen (full dumps) gehen komplett über das
Netz
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restore-Operationen sind nur dem Administrator am Klienten erlaubt
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aufwendige Installation/Konfiguration sowohl für Klienten- als auch
Serverfunktionalität.
Der Klientenaufwand ist jedoch durch vorgefertigte Installationspakete
des Serveradministrators auf einen minimalen Aufwand reduzierbar und in
der Testphase erprobt worden.
Für die Backupdienst-Nachfolge mit AMANDA muß eine neue Hardware-Basis
beschafft werden. Entsprechend aktueller Anforderungen haben sich die Tests
auf eine kostengünstige Hardware konzentriert, das heißt PC's
mit Linux als Serverbetriebssystem. Für den Cache-Speicher wird ein
SCSI-RAID-System mit IDE-Platten eingesetzt. AMANDA, wie auch die meisten
anderen Backupsysteme, orientiert beim Sicherungsmedium auf die Band-Technologie.
Infolge des rasanten Preisverfalls bei Plattentechnik steht mittlerweile
jedoch eine Medien-Alternative zur Verfügung. Tests haben ergeben,
daß mit AMANDA auf Tapes verzichtet werden kann, indem die Sicherungskopien
alternativ auf externen Platten untergebracht und online genutzt werden
können.
Das URZ beabsichtigt, im Jahr 1999 neue Backupserver-Kapazität
in einem Umfang zu beschaffen, der es erlaubt, die mit der bisherigen veralteten
Technologie gesicherten Kapazitäten weiterhin zu sichern.
Um den aktuellen und auch künftigen Anforderungen gerecht zu werden,
ist jedoch die Beschaffung weiterer Technik notwendig.
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