Aktueller Netzausbauzustand


Netzinfrastruktur  - auf der Zielgeraden

Bauseitig ist in den vergangenen beiden Jahren im Auftrag des Staatshochbauamtes Chemnitz (jetzt Staatliches Vermögens- und Hochbauamt - SVHBA) im Rahmen von 5 Einzelprojekten die Infrastruktur verbessert und ergänzt worden.
Anfang 1999 wurde die Tertiärverkabelung der Gebäude A, B und E im Gebiet Erfenschlag an den Nutzer übergeben. Noch im gleichen Jahr begann die Realisierung des Tetiärnetzes in den Gebäuden Reichenhainer Str. 39/41 und Thüringer Weg 11, das seit März diesen Jahres nutzbar ist.
Und im Herbst diesen Jahres wurden die 4 Etagenknoten der Hallen E, F, G und H (Laborhalle) in Reichenhain fertiggestellt.
Mit der Realisierung dieser Standorte ist die Versorgung von allen geplanten Nutzerräumen über hochwertige Kupferkabelwege (Kategorie 5) und in Ausnahmefällen über LWL-Verbindungen möglich. Genauere Informationen zum Ausrüstungsstand enthält die Tabelle. Der dort nicht aufgeführte Standort Raabestraße wird z.Z. über eine interne Baumaßnahme auf den gleichen Ausrüstungsstand gebracht. Ab Anfang kommenden Jahres wird dort das Koaxnetz abgelöst und die Nutzer erhalten die gleiche reguläre Infrastruktur wie an allen anderen Gebäuden.
 
Gebiet Gebäude Räume Gebäude-
knoten
Etagen-
knoten
Dosenanzahl
          TP (RJ45) FO (ST)
Zentrum Böttcherbau
Bahnhofstr. 8
421
25
3
 
37
1
629
43
14
0
Summe Zentrum 446 3 38 672 14
Reichenhain A-Bau
D-Bau
N-Bau
W-Bau (NSG)
Halle E
Halle F
Halle G
Halle H 
Thür. Weg 11 
RH 39/41
139
174
31
414
58
21
25
51
112
539
1
1

1
 
 
 
 

1

4
5
2
21
2
1
1
2
1
5
198
251
123
724
90
29
33
44
119
612
0
6
5
1
24
8
8
57
0
12
Summe RH70 1564 4 42 2223 121
Erfenschlag A-Bau
B-Bau
C-Bau
D-Bau (NSG)
E-Bau
19
38
48
30
40

 
 
 
 

1
1
1
1
20
34
67
19
82
2
1
0
20
0
Summe Erfenschlag 175 1 4 222 23
  Summe gesamt: 2185 8 84 3117 158

        Tabelle : Datennetzausbau TU Chemnitz

Die Endgeräteversorgung über LWL-Dosen ist vor allem in ausgewählten Versuchsfeldern aus betriebstechnischen Gründen (elektromagnetische Verträglichkeit, galvanische Trennung) unbedingt notwendig.
LWL-Dosen im Büroumfeld (Gebäude RH39/41) sind als Angebot zu verstehen, um in einigen  exponierten Räumen der Fakultäten Mathematik und Wirtschaftswissenschaften schnell und kostengünstig Uplinktechnologien (Fast Ethernet, Gigabit Ethernet) zum Einsatz zu bringen.
Einen mindestens genau so großen Effekt wie der fortgeschrittene Tertiärausbau hat auch die Komplettierung des LWL-Backbones gebracht. Denn mit der Übernahme der Verbindungsleitungen zwischen Weinholdbau und Thüringer Weg  sowie Raabestr. (errichtet von der Fa. Chemtel) gehören seit April 1999 die oft beklagten Bandbreitenengpässe der Vergangenheit an.

Knotenausstattung - Technologievielfalt

In den meisten aufgelisteten Knoten kann nutzerseitig eine Switchversorgung mit Ethernettechnologie ermöglicht werden. Für die rund 6250 installierten Dosenports sind z.Z. ca. 3200 Switchports in den Etagenknoten installiert. Aus dieser Relation wird deutlich, dass jeder Nutzungswunsch für ein konkretes Dosenport individuell bearbeitet werden muss. Die Versorgung der Endgeräte ist prinzipiell auf dem Geschwindigkeitslevel 10 oder 100 Mbps (Ethernet-/Fast Ethernet-Technologie) möglich, wobei die Standardversorgung mit 10 Mbps in jedem Fall kostenneutral für den Nutzer realisiert wird.
Die Hochgeschwindigkeitsanschaltung erfolgt mit einem moderaten Kostenzuschuss (z.Z.  einmalig 100 DM pro TP-Anschluss), kann aber noch nicht für jeden Knotenstandort realisiert werden. Beschränkungen für die Realisierbarkeit solcher Anschlüsse ergeben sich zwangsläufig, weil

Die hier beschriebenen Versorgungsmöglichkeiten basieren im wesentlichen auf der Nutzung der Geräteklassen Cisco Catalyst C5XXX und C19XX aus den Einkäufen der Jahre 1996-99. Ab diesem Jahr fließen die Investitionen ausschließlich in Richtung der moderneren und leistungsfähigeren Geräteklassen Catalyst C35XX und C4XXX. Als funktionelle Ziele stehen bei den Neueinkäufen die Realisierung von Gigabit-Uplinks und die Erhöhung der Anzahl der Fast Ethernetports im Mittelpunkt. Mit den aktuell ausgelösten Aufträgen kann die Zahl der installierten Switchports auf ca. 5000 erhöht werden, wobei der Anteil der Fast Ethernetports auf 50% ansteigt. Die Installation dieser Technik ist bereits angelaufen, wird aber schwerpunktmäßig im ersten Quartal des kommenden Jahres erfolgen.

Aktueller Stand der Backbone-Technologien

FDDI - wir nehmen Abschied !

Blicken wir auf die vergangenen 10 Jahre Campusnetzausbau zurück, so fällt eine stetige Entwicklung der Backbone-Technologie auf. FDDI, im Jahre 1992 als Backbone-Technologie eingeführt, war über mehrere Jahre ein zuverlässiges Rückgrat für den standortübergreifenden Datenverkehr. Seit der Einführung von ATM im Jahre 1996 erfolgte der schrittweise Rückbau von FDDI. Ende Mai 2000 ging nun auch die standortübergreifende FDDI-Verbindung zwischen der Straße der Nationen und der Reichenhainer Straße außer Betrieb. Die letzten URZ-Server wurden im September 2000 von FDDI auf Ethernet umgestellt, so dass wir das Kapitel FDDI mit recht guten Nutzungserfahrungen abschließen konnten.

ATM - was kommt danach ?

ATM entwickelte sich in den letzten Jahren bei uns am Campus zur dominierenden Netzwerktechnologie im Bereich der Standortverbindungen, der Anbindung von Gebäude- und Etagenknoten an den Campus-Backbone und bei der breitbandigen Netzwerkintegration von URZ-Servern. Dabei wurden Protokolle wie IP Over ATM, LAN Emulation und Multiprotocol over ATM (MPOA) erfolgreich zum Einsatz gebracht ( letzteres wegen Herstellerproblemen leider erst Ende 1999).
Mittlerweile erreicht die ATM-Technologie bei uns im Campusnetz das stolze Alter von 4 Jahren. Deshalb verwundert es wohl nicht, dass jüngere Technologien an unsere Tür klopften und 1999 die strategische Entscheidung fiel, unseren Campus-Backbone Richtung Gigabit Ethernet zu migrieren. Diese Entscheidung wurde auch maßgeblich davon beeinflusst, dass ATM, insbesondere LAN Emulation und MPOA, eine recht hohe Komplexität aufweisen und der praktische Einsatz in einem so großen Netzwerk, wie dem der TU Chemnitz, offensichtlich nicht unproblematisch ist.
Die ATM-Technologie wird uns aber vor allem in Form von mittels IP Over ATM integrierten URZ-Servern noch geraume Zeit begleiten. ATM LAN Emulation sowie MPOA wurde in den vergangenen Monaten vollständig zurückgefahren und dient gegenwärtig als potentielle Backup-Versorgung verschiedener Gebäude- und Etagenknoten.

Gigabit Ethernet - wo stehen wir ?

Mit dem Aufbau des Gigabit Ethernet-Backbones wurde im Januar 2000 begonnen. Dazu wurde eine Gigabit Ethernet-Verbindung zwischen der Straße der Nationen und der Reichenhainer Straße realisiert. Als zentrale Netzwerkkomponenten kommen an diesen beiden Standorten je ein Multi-Layer LAN Switch aus Ciscos Gerätefamilie Catalyst 6500 zum Einsatz. Wie der Begriff Multi-Layer vermuten lässt, vereint der Catalyst 6500 Layer-2/3/4-Switching. Deshalb haben diese Switches im Zuge der Gigabit Ethernet-Migration auch vollständig die Rolle der IP-Default-Gateways für die primären IP-Subnetze der TU Chemnitz übernommen. Als Bindeglied zwischen den beiden Technologien werden zwei Catalyst 5500 mit ATM- und Gigabit Ethernet-Interface eingesetzt.
Die schrittweise Migration der einzelnen IP-Subnetze von ATM nach Gigabit Ethernet wurde in den vergangenen Monaten erfolgreich abgeschlossen, indem der Transport des jeweiligen Subnetzverkehrs von/zu den Etagenknoten von ATM- auf Ethernet-Technologie (Fast Ethernet oder Gigabit Ethernet) umgestellt wurde. Gleichzeitig wanderte die IP-Adresse des jeweiligen IP-Default-Gateways von der bisherigen Routertechnik (Cisco 7500) auf den entsprechenden Catalyst 6500. Die Abbildung zeigt den derzeitigen Backbone-Ausbau.

Eine systemgerechte Erweiterung  erhält unser Gigabit-Backbone ab Dezember, wenn mit der vom SMWK finanzierten Routertechnik (Cisco 12008) die Außenanbindung der TUC zum Gigabit-WIN mit 155  Mbps geschaltet wird.

Backbone 11/2000
Dr. Ludwig Wolf, Thomas Schier, 17.11.2000