Viele Nutzer stehen vor dem Problem, Lehrmaterialien oder umfangreichere Dokumentationen herstellen zu müssen. Der herkömmliche Weg besteht darin, mit einer Textverarbeitung oder einem Textsatzsystem den gewünschten Text zu verfassen. Für klassische Dokumente ist das auch ein angemessener Ansatz. Allerdings scheitert dieser, wenn man die Informationen im WWW bereitstellen möchte. Das hat verschiedene Gründe:
An ein neues Werkzeug werden noch weitere Anforderungen gestellt:
Ausgehend von diesen Anforderungen wurde an der Professur für Rechnernetze und verteilte Systeme ein Werkzeug entwickelt. Man hat sich für ein Datenformat auf XML-Basis entschieden, da die zu erzeugenden Texte zwar komplex, aber trotzdem gut strukturiert sind.
XML selbst ist kein fertiges Datenformat, wie oft vermutet, sondern lediglich die Definition, wie man Daten strukturiert abspeichert. Mit sogenannten Tags wird dabei ein Text in Abschnitte gegliedert. Tags treten (fast) immer paarweise auf. Ein öffnendes Tag beginnt den Abschnitt und ein schließendes Tag beendet diesen. In etwa so: <Name>Dieser Tag enthält einen Namen</Name>. Dabei können die Abschnitte ineinander verschachtelt werden.
Der XML-Stil für die Dokumente, die x2x verwendet, umfasst im wesentlichen alle HTML-Tags. Zusätzlich wurden noch vier Gruppen definiert, die zur Strukturierung und Gestaltung der Materialien dienen. Deren Beschreibung ist in der Online-Dokumentation nachzulesen und soll daher hier nicht weiter detailliert werden.
Ein Beispiel soll jedoch die Einfachheit und Vielseitigkeit verdeutlichen:
<section title="Routenermittlung"> Mit der <term>Record-Route-Option</term> (<type>ping -R</type>) ... ... <example> traceroute to www.uibk.ac.at (138.232.5.51), 30 hops max, 40 byte packets 1 agsplus1.hrz.tu-chemnitz.de (134.109.200.254) 3 ms 2 ms 2 ms </example> <example class="syntax"> traceroute <ms>[</ms> <i>Optionen</i> <ms>]</ms> </example> <question> Wieso kann ein Router mehrfach in der traceroute-Ausgabe auftreten? </question> <discussion> Versuchen Sie, weitere "interessante" Routen zu finden, d.h. solche, die einen anderen Weg als vermutet nehmen. </discussion> </section>
Da es nicht zu erwarten ist, dass es jemals spezielle Anzeigeprogramme für diesen XML-Stil geben wird, müssen die Daten in ein anderes Format umgewandelt werden. Derzeit sind als mögliche Ausgabeformate HTML und LATEX verwendbar.
Das Werkzeug ist modular aufgebaut und ermöglicht so eine sehr schnelle Anpassung an individuelle Bedürfnisse.

Das Werkzeug wurde komplett in der Scriptsprache TCL geschrieben. Auch für die Beschreibung der Styles und der Konfigurationen wird diese Sprache benutzt, wodurch eine sehr hohe Flexibiliät bei der Erweiterbarkeit und Modifizierbarkeit erreicht wird.
Das Werkzeug wird seit etwa einem Jahr für das in Zusammenarbeit mit dem VDE durchgeführte "Internetstudium" eingesetzt. Ein schönes Beispiel einer HTML-Ausgabe findet man unter: http://iuk.tu-chemnitz.de./iall/ib/.
Auch die Kursunterlagen zum Java-Kurs im URZ (http://www.tu-chemnitz.de/urz/java/kurs2000/, die Lehrmaterialien zum Zertifikat Internet-Nutzung (http://www.tu-chemnitz.de/urz/ZIN/lehre/) und verschiedene Vorlesungsskripte an der Professur für Rechnernetze und verteilte Systeme wurden mit dem Werkzeug erstellt.
Das Werkzeug und die dazugehörige Dokumentation ist im AFS in diesem Verzeichnis zu finden: /afs/tucz/home/urz/h/huebner/tuconly/x2x/.
| Chris Hübsch, 18.07.2000 |