Jahresrückblick 1999/2000


Einleitung

Der vorliegende Jahresrückblick über die letzten beiden Jahre soll in erster Linie unseren Nutzern als zusammenfassende Informationsquelle über Aktivitäten und Dienstangebot des URZ dienen. Auf eine unkommentierte vollständige Auflistung aller Aktivitäten und Statistiken des URZ wurde verzichtet.

In den Jahren 1999/2000 galt es, einige sehr umfangreiche Aufgabenstellungen zu bewältigen. Das ehrgeizigste Projekt, das gemeinsam mit anderen Bereichen der TU vorbereitet wurde, war zweifellos die Einsatzvorbereitung (1999/2000) sowie Installation und Inbetriebnahme (2000) des Chemnitzer Linux Clusters (CLiC). Dass sich der Aufwand gelohnt hat, zeigt die Tatsache, dass wir gemäß der top500-Liste vom November 2000 im weltweiten Vergleich Platz 124 erreichten, nach Aussagen von Experten sogar den Supercomputer mit dem z.Zt. besten Preis-/Leistungsverhältnis an unserer Uni stehen haben.
Ausgesprochen hohen Einsatz seitens des URZ erforderte auch die zunehmende Betreuung der Universitätsbibliothek, die im Sommer 2000 die Übernahme der kompletten Verantwortung für die IT-Infrastruktur der Bibliothek zur Folge hatte.
Auch das vermeintliche y2k-Problem hat uns 1999 viel Arbeit bereitet. Neben der Absicherung der URZ-Hardware selbst bzw. der im Administrationsdienst gewarteten Hardware mussten alle Computernutzer der Uni informiert und beraten sowie geeignete Test-Tools bereitgestellt werden. Nach dieser gewissenhaften Vorbereitung verlief der Jahreswechsel 1999/2000 dann auch entsprechend problemlos.

Prinzipiell haben alle Aktivitäten des URZ ein Ziel: die Verbesserung des Leistungsangebots für alle Nutzer der TU. Einige Neuerungen sind für die Nutzer sofort erkennbar, z.B. die Ausstattung von Ausbildungspools mit neuer Technik, der (fast beendete) Ausbau des Datennetzes, der Administrationsdienst für Arbeitsplatzcomputer von Mitarbeitern und seit einiger Zeit auch für fakultätseigene Ausbildungspools, neue Nutzerschnittstellen für Dienste des URZ im Rahmen unseres Informationsangebotes im Web (z.B. Mailzugriff, Druckdienste, Nutzerdatenbank). Wieviel Arbeitsaufwand dafür nötig ist, ist aber oft nicht so deutlich erkennbar. So war es z.B. auf Grund der Entwicklung der Nutzeranzahl (s. Tabelle) unbedingt nötig, unsere Nutzerdatenverwaltung neu zu organisieren und modernen Nutzungsformen anzupassen. Damit wurde das Management im URZ verbessert, aber auch die Nutzer selbst haben nun - über eine Web-Schnittstelle - direkten Zugriff auf für sie relevante Daten aus dieser Datenbank. Der in dieser Ausgabe enthaltene Beitrag über MoUSe - die neue Datenbank - zeigt einmal etwas ausführlicher den "Werdegang" einer solchen Entwicklung.

  gesamtStudentenMitarbeiter andere Hochschulen
1994 1 29881543845
1995 2 5531 663772118
1996 5 3823 6681 330384
1997 5 0743 2661 365443
1998 8 3706 0881 601681
1999 9 4676 7921 962 713
2000 9 4817 0541 920 507

Tabelle 1: Anzahl der URZ-Nutzer

Aber auch "hinter den Kulissen" wurde viel für die Verbesserung der Dienste getan, das zeigt deutlich die Steigerung unserer Fileserverkapazität um knapp 300% im Vergleich zur Kapazität vom 31.12.1998 (s. Abschnitt "Fileserving"). Die zentrale Datensicherung wurde durch neue Hardware und eine neue Technologie wesentlich effektiviert; und auch für die Erhöhung der Sicherheit unseres Internetzugangs wurde einiges getan.

Einordnung des URZ

Das Universitätsrechenzentrum hat als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören der Ausbau und Betrieb des Campusnetzes inklusive der Anbindungen an internationale Datennetze, der Betrieb zentraler Ressourcen (umfangreiche Servertechnik, zentrale Computerpools für die Ausbildung), Unterstützung bei der Nutzung von Software, Hardwarebetreuung und die Weiterbildung im IT-Bereich.

Unterstützt und kontrolliert, speziell bei großen Projekten, werden die URZ-Mitarbeiter dabei vom "Wissenschaftlichen Beirat des URZ", einer im Auftrag des Rektors und des Senats gebildeten Facharbeitsgruppe, an der alle Fakultäten und zentralen Struktureinheiten beteiligt sind. Diese Facharbeitsgruppe ist die bidirektionale Kommunikationsebene zwischen Struktureinheiten und dem URZ. Sie erarbeitet auch Beschlussvorlagen für Senat und Rektorat. Die Mitglieder sind aus allen Fakultäten, der UB, dem URZ, dem Studentenrat und der Verwaltung durch diese in den Beirat berufen. Geleitet wird dieser Beirat durch einen Prorektor, z.Z. von Prof. Dr. Happel. Dieser Beirat hat Einfluss auf alle Belange der TU Chemnitz, wenn IT-Ressourcen tangiert oder unmittelbar betroffen sind (HBFG-Anträge, Kapazitätsausbau/Mittelbereitstellung, koordinierende Abstimmung zum Einsatz zentraler bzw. begrenzter DV-Ressourcen). Über den Beirat können auch Forderungen/Kritiken aus den Struktureinheiten an das URZ als Dienstleister für Lehre u. Forschung geltend gemacht werden.

Schon immer gehören zu den Aufgaben auch Beratungsaufgaben im IT-Bereich für die anderen Bereiche/Fakultäten der Universität. Bei geplanten Beschaffungen wird im URZ überprüft, ob sich die zu beschaffende Hard- oder Software bzw. deren Betrieb in das Gesamtkonzept einordnet (das ist notwendig, damit gegebenenfalls die Betreuung vom URZ übernommen werden kann) bzw. vom URZ direkt beschafft werden kann.

Informationstechnologie der Universitätsbibliothek

Konzept der IT-Infrastruktur für die UB Chemnitz

Im Juni 2000 übernahm das URZ die komplette Verantwortung für die IT-Infrastruktur der Universitätsbibliothek Chemnitz. Die EDV-Abteilung der UB wurde aufgelöst. Die beiden Mitarbeiter dieser Abteilung wurden ins URZ umgesetzt.

Zunächst erfolgte eine umfangreiche und gründliche Analyse des Ist-Standes der existierenden IT-Infrastruktur der UB. Diese Analyse bildete die Voraussetzung für eine reibungslose Fortführung des Produktionsbetriebes der UB, die personell sowie technisch abzusichern war und erfolgreich realisiert wurde. Wichtige Komponenten hierbei sind das Lokalsystem (mit Katalog, OPAC und Ausleihsystem) sowie das separate Erwerbungssystem.

Ausgehend vom Ist-Stand wurde ein mit der UB-Leitung abgestimmtes Konzept für eine neue IT-Infrastruktur erarbeitet und allen UB-Mitarbeitern in schriftlicher Form zur Kenntnis gegeben, um die angestrebten Ziele transparent zu machen. Dieses Konzept soll schrittweise umgesetzt werden. Erste Teilschritte wurden bereits im Jahr 2000 realisiert.

Das Konzept verfolgt das Ziel, moderne und zukunftsträchtige IT-Lösungen zu schaffen, die

Vorausgesetzt werden hierfür mündige und selbständige Bibliotheksnutzer sowie Bibliotheksmitarbeiter, die souverän mit modernen IT-Techniken umgehen können. Die hierzu erforderliche Unterstützung und Beratung erfolgt durch Mitarbeiter des URZ. Teilweise realisierte bzw. realisiert das URZ auch individuelle Software-Lösungen, mit denen die UB-Mitarbeiter bestimmte Routine-Aufgaben selbständig erledigen können, ohne auf einen Mitarbeiter des URZ angewiesen zu sein.

Im Ergebnis der Umsetzung des Konzepts wird die gegenwärtig vorhandene IT-Infrastruktur vollständig abgelöst werden, da sie bereits seit einiger Zeit sowohl hardware- und softwaretechnisch als auch moralisch und technisch verschlissen und überholt ist.

Für die Bibliotheksmitarbeiter ergibt sich daraus die Notwendigkeit der kontinuierlichen Weiterbildung auf unterschiedlichen Gebieten der Rechner- und Internet-Nutzung. Das URZ führt Schulungen der UB-Mitarbeiter durch und unterstützt sie persönlich bei aufretenden Fragen und Problemen, um sie umfassend mit modernen IT-Systemen und -Konzepten vertraut zu machen und so zu befähigen, effektiv mit diesen Systemen zu arbeiten und die Bibliotheksbenutzer wirksam zu unterstützen. Auf diese Weise soll ein wichtiger Beitrag zur Realisierung des Ziels der UB geleistet werden, ihren Nutzern qualitativ hochwertige Dienste anzubieten.

Prinzipien der neuen IT-Infrastruktur der UB

Die neue IT-Infrastruktur der UB wird sich an der vom URZ langjährig betriebenen Client-Server-Struktur orientieren. Diese basiert auf universell einsetzbaren Klienten-Systemen (Standard-PCs als Arbeitsplatzrechner) und dedizierten, d.h. für einzelne Aufgaben spezialisierten Server-Systemen.

Die Klienten gestatten einen effektiven Umgang mit digitalen Informationsquellen sowie die Nutzung moderner Kommunikationsmechanismen. Der Zugang zu Mail, zum Internet und zu Office-Software ist selbstverständlich. Die meisten Applikationen werden über Web-Browser zugänglich sein bzw. darüber vermittelt.

Die Benutzer können dabei jeden Arbeitsplatzrechner verwenden. Sie finden prinzipiell immer die gleiche Arbeitsumgebung vor. Jeder Rechner kann für jede Aufgabe benutzt werden, sofern keine spezielle Hardware erforderlich ist (z.B. Scanner o.ä.). Es gibt bis auf wenige begründete Ausnahmen prinzipiell keine dedizierten Arbeitsplatzrechner.

Drucker sind in der Regel nicht lokal an die Arbeitsplatzrechner angeschlossen. Statt dessen wird vorrangig auf leistungsfähige Netzwerk-Drucker orientiert. Damit sind von jedem Arbeitsplatzrechner prinzipiell alle Drucker im Umfeld der UB und auch zentrale Hochleistungs- und Spezialdrucker in der Universität erreichbar.

Für Bibliotheksnutzer werden vollwertige Arbeitsplatzrechner zur Verfügung stehen. Mitglieder der Universität finden dort die Arbeitsumgebung wieder, die sie auch in den Rechnerpools oder an ihren Arbeitsplätzen antreffen, sofern diese vom URZ verwaltet werden.

Generell wird die Verwendung offener, zukunftsorientierter und breit unterstützter Schnittstellen angestrebt, die eine Interoperabilität mit einer breiten Palette anderer Systeme ermöglichen. Eine große Bedeutung haben hierbei plattformunabhängige Web-Technologien, die es gestatten, die Leistungen der Bibliothek von beliebigen Rechnern im Internet aus unter Verwendung von Standard-WWW-Browsern zu nutzen.

Bei der Auswahl von Software-Produkten wird vorrangig auf Open-Source-Systeme orientiert. Die Arbeitsplatzrechner laufen daher unter Linux (Red Hat). Für den Zugang zu anderen Systemwelten werden Emulatoren oder Linux-Implementierungen von dafür benötigten Protokollen eingesetzt.

Im ersten Quartal 2001 wird der HBFG-Antrag "Intranet-Infrastruktur" vom 15.10.1999 realisiert. Die hierfür erforderlichen technischen Spezifikationen wurden vom URZ im Dezember 2000 erarbeitet. Mit diesem Antrag sollen den Nutzern der UB moderne PC-Arbeitsplätze inkl. Peripherie (Drucker, Scanner) zur Verfügung gestellt werden, um sie bei der Beschaffung und Weiterverarbeitung verschiedenster digitaler Informationen effektiv zu unterstützen.

Im Herbst 2000 wurde von UB und URZ gemeinsam ein weiterer HBFG-Antrag mit dem Titel "IT-Infrastruktur für die Universitätsbibliothek Chemnitz" vorbereitet. Gegenstand dieses Antrages sind Basis-Komponenten für eine neue, zukunftsorientierte und universell nutzbare IT-Infrastruktur der UB Chemnitz, die für das angestrebte Konzept einer digitalen wissenschaftlichen Bibliothek unentbehrlich sind. Dabei stehen die Ausstattung geeigneter Mitarbeiter-Arbeitsplätze, die Beschaffung leistungsfähiger Server-Technik sowie einer zeitgemäßen, integrierten Lokalsystem-Software im Vordergrund.

Im HBFG-Antrag wurden Mittel für die Software liBERO beantragt, deren Einsatz im Ergebnis eines von der SLUB Dresden koordinierten Auswahlverfahrens für eine einheitliche Lokalsystem-Software für die wissenschaftlichen Bibliotheken des Freistaates Sachsen empfohlen wurde.

Unter Verwendung von Haushaltsmitteln der UB wurden im 4. Quartal 2000 neue Arbeitsplatz-PCs für UB-Mitarbeiter, einige Netzwerk-Drucker sowie ein Print-Spool-Server beschafft. Dieser zentrale Spool-Server steuert alle existierenden und künftig installierten Netzwerk-Drucker und realisiert die notwendigen Abrechnungsverfahren.

Ein Teil der neuen Arbeitsplatz-PCs wird an den Auskunftsplätzen zum Einsatz kommen und die bisher dort existierenden Systeme ersetzen, da hier der größte Ablösebedarf besteht. Die restlichen PCs wurden zunächst in Mitarbeiterräumen als Trainingsgeräte aufgestellt, um den Mitarbeitern der UB die Gelegenheit zu geben, sich ungestört mit der neuen Technik vertraut machen zu können.

Mit den neuen Rechner-Systemen steigen auch die Anforderungen an das Datennetz. Daher haben Planungen für den Datennetz-Ausbau begonnen. Als Ziele wurden der Rückbau der teilweise noch vorhandenen Koax-Verkabelung sowie die Bereitstellung von Fast-Ethernet-Anschlüssen benannt, sofern dies sinnvoll und technisch sowie finanziell möglich ist.

Patentinformationszentrum

Das PIZ gehört organisatorisch zur Universitätsbibliothek, ist jedoch räumlich getrennt und hat deutlich andere Aufgabenstellungen. Es bietet seinen Kunden aus der Stadt und dem Territorium die Möglichkeit zu Patentrecherchen in verschiedenen Patentsammlungen auf unterschiedlichen Medien (Papier, Mikrofiche, CD-ROM usw.)

Die Verantwortung für die IT-Infrastruktur des PIZ wurde ebenfalls vom URZ übernommen. Auch hier wurde basierend auf einer Analyse der vorhandenen Situation ein neues Konzept erarbeitet. Dieses wird - parallel zur Absicherung des laufenden Betriebs - seit Ende des Jahres 2000 umgesetzt. Das Konzept zielt vor allem darauf, attraktive und effektive Recherche- und Arbeitsmöglichkeiten für die Kunden und die Mitarbeiter des PIZ zu schaffen. Als Grundlage dafür wird schrittweise eine neue Serverstruktur aufgebaut, die als Kernstück die Ablösung der Jukeboxen durch ausfallsichere und schnellere RAID-Systeme beinhaltet. Gleichzeitig werden moderne, einheitlich ausgestattete Arbeitsplatzrechner (Standard-PC) aufgebaut, die die vorhandenen, z.T. hoffnungslos veralteten Recherchestationen ablösen.

Multimedia ONline ARchiv CHemnitz (MONARCH)

Aktuell wird die im Jahr 1999 entwickelte Version 1.3 von MONARCH eingesetzt.
Neue Funktionen und Komponenten dieser Version sind:

Seit der Inbetriebnahme von MONARCH im Jahre 1995 wurden 380 zum großen Teil recht umfangreiche Dokumente (Dissertationen, Diplomarbeiten, ...) archiviert, davon 91 Dokumente im Jahr 2000.
Die aktuelle Zugriffsstatistik auf in MONARCH archivierte Dokumente ist im Internet abrufbar.

Im Jahr 2000 wurde MONARCH in das universitätsübergreifende Suchsystem der Universität Stuttgart integriert. Erarbeitet wurde weiterhin die automatische Integration von MONARCH-Dokumenten in den OPAC sowie das Nachweissystem der Deutschen Bibliothek. Beide Teilkomponenten sollen Anfang 2001 in Betrieb genommen werden.

Supercomputing

Das URZ verfügt über eine langjährige Tradition im Betrieb von spezialisierter Rechentechnik, deren Leistungsfähigkeit weit über die üblicher Arbeitsplatzcomputer hinausgeht. Das URZ betreibt Supercomputing-Ressourcen in zwei unterschiedlichen Linien, die sich zum Teil auch an unterschiedliche Anwendergruppen und deren Aufgabenstellungen richten.
Zum einen stellen wir seit 4 Jahren zwei SMP-Rechner vom Typ HP 9000/889 K460-XP ("Superskalar-Cluster") bereit. Jeder Computer enthält 4 Prozessoren, die sich einen 4 GB großen Hauptspeicher teilen.

Die andere Linie wird als Massiv-Parallel-Computing bezeichnet, wobei ein solches Rechnersystem aus sehr vielen Knoten besteht (> 100), die zwecks Informationsaustausch zwischen den einzelnen Teilaufgaben mit speziellen Netzwerken gekoppelt sind. Für diesen Bereich konnten wir 2000 das bekannte Linux-Cluster CLiC in Betrieb nehmen. Das Cluster besteht aus 528 Rechenknoten (handelsübliche PC mit PentiumIII/800-Prozessor und 512 MB RAM), zwei Serverknoten und zwei Fast-Ethernet-Netzwerken. Dabei ist ein Netzwerk zur Interprozesskommunikation innerhalb des Clusters vorgesehen, das andere zur Verbindung der Knoten mit dem Campusnetz. Alle Knoten arbeiten mit dem freien Betriebssystem Linux, was neben der Kostenersparnis auch bessere Stabilität und Administrierbarkeit bietet. CLiC ist derzeit das zweitgrößte und -leistungsfähigste Rechnersystem dieser Art in der Welt. Es ist darüberhinaus - nach Aussage von Experten - der "Rechner mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis" überhaupt.

Die Supercomputing-Anlagen der TU Chemnitz richten sich in erster Linie an die Forschergruppen innerhalb der Universität und sie sind in der Tat immer mehr zur Basis anspruchsvoller Entwicklungsarbeiten verschiedenster Arbeitsgruppen geworden. Besonders für eine erfolgreiche Arbeit des Sonderforschungsbereiches 393 "Numerische Simulation auf massiv-parallelen Rechnern" stellen die genannten Computer eine unabdingbare Arbeitsgrundlage dar.
Derzeit haben etwa 120 Nutzer aus etwa 30 Projekten eine Zugangsberechtigung für mindestens einen der beiden Supercomputer. Die Projektgruppen stammen vor allem aus den Fakultäten für Naturwissenschaften, für Mathematik, für Elektrotechnik/Informationstechnik und für Maschinenbau/Verfahrenstechnik.

In den vergangenen Jahren wurde wieder eine umfangreiche Unterstützung der Supercomputing-Nutzer durch Weiterbildungsangebote, Nutzerberatungen, Diskussionsforen über Mailinglisten sowie umfangreiche online-Informationen im WWW - die damit auch für Interessenten außerhalb der Universität immer aktuell verfügbar sind - abgesichert.

Netzinfrastruktur

Netzausbau

Im August 1999 wurde die Bandbreite des Anschlusses der TU Chemnitz an das Wissenschaftsnetz B-Win von 34 auf 60 MBit/s erhöht.

1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
64 64 2 2 34 34 34 60 60

Tabelle 2: Bandbreite des Anschlusses an das Internet
[bis 1993 in KBit/s, ab 1994 in MBit/s]

Der strukturierte Ausbau des Datennetzes der Universität wurde ab 1999 durch fünf Baumaßnahmen des Staatlichen Vermögens- und Hochbauamtes fortgeführt und abgeschlossen.

Im ersten Halbjahr 1999 wurde von der Chemnitzer Firma Chemtel das primäre LWL-Netz mit der Anbindung der Gebäude Thüringer Weg 11 und Wilhelm-Raabe-Str. komplettiert. Die unmittelbar folgende Aktivierung von Fast-Ethernet-Links brachte insbesondere für viele Nutzer der Philosophischen Fakultät den schon lange geforderten Bandbreitensprung von 128 kBit/s auf 100 MBit/s.

Vier weitere Projekte betreffen die Erstinstallation der strukturierten TP-Verkabelung als Ersatz für die veraltete Koaxinstallation. Im Gebiet Erfenschlag wurden in den Gebäuden A, B und E drei Etagenknoten mit insgesamt 130 Anschlussdosen installiert. Auch im großen Bürogebäude Reichenhainer Staße 39/41 und im Thüringer Weg 11 wurden bis März 2000 insgesamt 730 Doppeldosen und 6 Knotenschränke installiert. Den Abschluss der zentral vom Freistaat Sachsen finanzierten Ausbaumaßnahmen bildeten die Installationen der Hallen E, F, G und H des Gebietes Reichenhain. Dort wurden bis Dezember 2000 in vier kleineren Knoten ca. 220 Datendosen angeschaltet. Schließlich konnte über eine Bauunterhaltsmaßnahme auch der vollständige TP-Ausbau des Standortes Wilhelm-Raabe-Straße in Angriff genommen werden. Dort stehen nach der Übergabe 128 TP-Datendosen in Arbeits- und Poolräumen zur Verfügung.

Mit der Realisierung dieser Standorte ist die Datennetzversorgung von allen geplanten Nutzerräumen über hochwertige Kupferkabelwege (Kategorie 5) und in Ausnahmefällen über LWL-Verbindungen möglich. Im Tertiärbereich des Festnetzes existieren damit ca. 6250 Dosenports zur Anschaltung nutzereigener Geräte, von denen ca. 75% aktivierbar sind.

Wegen der raschen Entwicklung der für den Backbonebereich interessanten Übertragungstechnologien wurden seit 1999 Testinstallationen mit modularen und festkonfigurierten Switches durchgeführt, die für Gigabit-Ethernet (GE) geeignet sind. Die positiven Ergebnisse dieser Tests führten zur Entscheidung, für künftige Knotenaufrüstungen die Geräte der Klassen Cisco Catalyst C35XX und C4XXX zu verwenden und auf den weiteren Ausbau mit ATM zu verzichten.

Mit den Gerätebeschaffungen des Jahres 2000 ist der Ausrüstungszustand so verbessert worden, dass für die meisten vorhandenen Datennetzknoten eine optimale Mischung aus 10Mb- und 100Mb-tauglichen Switchports installierbar ist. Auf die klassische Repeatertechnik muss nur noch in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden. Die Regelversorgung mit Switchports kann künftig zu 50% auf dem Geschwindigkeitslevel 100 Mbit/s (Fast Ethernet) erfolgen.

Auf Initiative des URZ und unter Beteiligung der Fakultäten ET/IT und IF beteiligte sich die TU Chemnitz an der BMBF-Förderinitiative WLAN "Durchführung von Demonstrationsprojekten für die Funkvernetzung von Hochschulen". Dazu wurde Ende vergangenen Jahres ein Einsatzkonzept und Pilotprojekt für diese moderne Versorgungstechnologie erarbeitet. Kernpunkt des Konzeptes ist die Verbesserung der Tertiärversorgung von Endgeräten, die häufig an wechselnden Einsatzorten betrieben werden. Mit dem noch laufenden Pilotprojekt werden also neue Angebote für Nutzer geschaffen, die sich mit mobilen Endgeräten in großen, schwer erschließbaren Bereichen aufhalten und dort direkten Internetanschluss benötigen. Damit werden Verbesserungen auf Flächen erzielt, die häufig für Vorträge, Ausstellungen und Literaturrecherchen genutzt werden.

Ebenfalls zum Ende 2000 wurden die organisatorischen und technischen Voraussetzungen zur Nutzung des vom DFN angebotenen GWIN-Anschlusses geschaffen. Damit wird auf dem Niveau 155 MBit/s ein weiterer Schritt zur Bewältigung des höheren Bandbreitenbedarfs an der zentralen Übergangsstelle zum Internet getan.

 

1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
700 1.100 1.900 2.700 3.600 4.000 5.000 6.100 7.500

Tabelle 3: Anzahl der Computer am TU-Netz (gerundet), jeweils per 31.12.

 

 

Netzdienste

Electronic Mail

Der zentrale Mailbox-Server, der über 8000 Nutzern zum Zugriff auf deren E-Mail dient, wurde Ende 1999 auf eine neue Basis gestellt. Er wird nun auf einem PC-System mit Linux betrieben, als Software kommt Cyrus, Apache mit PHP und IMAP, sowie stunnel zum Einsatz (ausnahmslos Open Source Software). Dazu fanden recht umfangreiche Erprobungen, Anpassungen und Eigenentwicklungen statt.

Die neuen Möglichkeiten, wie z.B. SSL-gesicherter Zugriff via IMAP und POP, wurden für die Nutzer dokumentiert und werden gut genutzt. Gleichzeitig wurde mit IMP WebMail eine Möglichkeit zum bequemen und sicheren Zugriff auf E-Mail via WWW-Browser geschaffen, was eine rege Nutzung erfährt.
Bei der Arbeit mit E-Mail orientieren wir stärker auf die Nutzung des IMAP-Protokolls. Dadurch sind weitere Dienste möglich, wie geteilte Nutzung von Gruppen-Mailboxen und Zugriffe auf andere Ordner.

An den zwei zentralen Mail-Relays kommt seit August 2000 eine neue Software zum Einsatz - statt PP wird nun Exim eingesetzt. Dadurch erzielten wir Performance-Gewinne (schnellere E-Mail-Zustellung) und können bessere Schutzmöglichkeiten vor Spam zum Einsatz bringen. Im Zusammenhang mit der neuen URZ-Nutzerverwaltung können wir flexibler und effektiver auf Adressen-Wünsche unserer Nutzer eingehen.

WWW-Service

Der Stabilität des WWW-Service gehörte auch 1999 und 2000 große Aufmerksamkeit. Der Level-4-Switch, der den Zugriff auf die redundanten Server-Duplikate (WWW, WWW-Cache und FTP) steuert, wurde durch neue Technik ersetzt.

Zur Entlastung der zentralen WWW-Server wurden eine Reihe weiterer WWW-Server (Linux-Systeme mit Apache) installiert. Diese erfüllen spezielle Dienste im Intranet (Druckerinformation, Helpdesk-System, Passwort-Änderung etc.) oder führen ressourcenintensive Dienste aus (lokale WWW-Suche, Suche im FTP-Archiv etc.). Daneben wurden erste virtuelle Server für Fakultäten und Bereiche realisiert.

Die Arbeit an der Web-Präsentation der TU erfolgt in enger Abstimmung mit der Abteilung "Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing". Es wurden zahlreiche Implementierungs- und Beratungsleitungen erbracht.

In Zusammenhang mit der Einführung des Zertifikates "Internet-Nutzung" der TU Chemnitz (ZIN) wurde ein neues Verfahren für persönliche Homepages unserer Nutzer eingeführt. Diese werden vom WWW-Server erst nach Ablegen des Zertifikates freigegeben.

Die Vergabe von Server-Zertifikaten zur abgesicherten Kommunikation via SSL/TLS wurde neu organisiert. Dazu wurde die Infrastruktur für eine lokale Zertifizierungs-Instanz geschaffen, die Zertifikate insbesondere für WWW-Server an der TU Chemnitz ausstellt.

Als Proxy-Server fungieren nun 3 leistungsfähige PCs (P III 600 MHz, 1 GB Speicher, insgesamt 270 GB Festplatte), die über einen Level-4-Switch nach außen als ein WWW-Cache-Server in Erscheinung treten.

  Jan Mar Mai Jul Sep Nov
1994:     5.675 5.639 7.450 13.405
1995: 20.660 28.299 31.968 33.526 43.030 50.037
1996: 57.075 61.234 72.559 66.337 76.983 101.453
1997: 107.984 111.097 120.048 129.542 139.413 200.191
1998: 203.793 225.752 225.621 240.937 228.226 274.713
1999: 303.043 273.733 280.137 271.762 264.723 340.041
2000: 343.004 335.511 395.973 376.813 364.939 530.555

Tabelle 4: Durchschnittliche Zahl der Zugriffe pro Tag auf den zentralen WWW-Server www.tu-chemnitz.de

FTP-Service

Der FTP-Service wurde in diesem Zeitraum durch neue leistungsfähigere Systeme ersetzt (P III 666MHz, 1G Speicher und geeignete IDE-Festplatte). Mit dem Namen ftp.tu-chemnitz.de werden über einen Level-4-Switch zwei Systeme dieser Art in Lastteilung betrieben. Kurz vor Ende des Jahres 2000 wurde noch ein drittes System dieser Art nur für die lokale Nutzung beschafft. Es kann mit dem Namen ftp.hrz.tu-chemnitz.de benutzt werden. Damit wurden die Behinderungen für lokale Nutzer in Spitzenzeiten, wie sie kurz nach der Freigabe neuer Linuxdistributionen entstehen, beseitigt.

So wie es immer möglich ist, wurden zusätzliche Archivbereiche in den Aufbau des FTP-Servers aufgenommen. Als Beispiele dafür kann linux/helix, linux/kernel.org und QNX genannt werden.

Login-Server

Der neue "Login-Server" steht für alle TU-Angehörigen zur Verfügung, die von "außerhalb" über das Internet auf Daten an der TU Chemnitz zugreifen wollen, sei es auf der Dienstreise, im Urlaub oder während eines Studienaufenthaltes.

Dies umfasst das interaktive Arbeiten auf einem TU-Rechner, den Austausch von Dateien und den Zugriff auf die E-Mail. Voraussetzung ist lediglich ein gültiges Nutzerkennzeichen im URZ und ein "Online-Rechner" mit WWW-Browser.

Besonderer Wert wurde auf Sicherheitsaspekte gelegt. D.h. es werden Möglichkeiten angeboten, bei denen der Datentransport verschlüsselt wird (insbesondere für das Passwort wichtig). Diese Dienste wurde auf einem PC unter Linux mit Open Source Software realisiert (Apache mit mod_ssl, Secure Shell Java-Applet MindTerm).

Security

Auch in den Jahren 1999 und 2000 war unser Campusnetz verschiedenen Attacken ausgesetzt. Die Form dieser Angriffe reicht von mehrfachen Port-Scanning-Versuchen gegen Rechner im Campusnetz bis hin zu Missbräuchen unserer Rechner im Campusnetz zum Führen von Angriffen gegen Dritte durch Ausnutzen vorhandener Implementationsschwächen. Bei einzelnen Security-Problemen an Rechnern in Fakultäten wurde Unterstützung und Beratung zum Nachbereiten von Vorfällen und dem Erarbeiten von Präventiv-Maßnahmen geboten.

Neben Angriffen von außen gab es auch Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen des URZ. Diese Verstöße reichen von missbräuchlicher Verwendung von Ressourcen (Drucker- und Fileserverkapazitäten, Mail- und News-Dienste) über Urheberrechtsverletzungen (Veröffentlichungen im WWW) bis hin zu aktiven Angriffen gegen andere Nutzer. Durch die Einführung des Zertifikats "Internet-Nutzung" der TU Chemnitz sehen wir erste positive Effekte in Hinsicht auf Verantwortungsbewusstsein beim Umgang mit Computer- und Netz-Ressourcen.

Auf Grund von weiteren Vorkommnissen (Übernahme von Rechnern hauptsächlich in den Fakultäten), durch Anfragen von Nutzern zur Erhöhung der Sicherheit und insbesondere zum Schutz vor Angriffen von außen haben wir im 2. Halbjahr 2000 eine Firewall-light-Lösung für unseren Netzbereich realisiert. Im Standardfall kommen Rechner in ein "geschütztes" Subnetz, d.h. TCP/IP-Verbindungen können nur von "innen" nach "außen" aufgebaut werden. Damit kann eine Vielzahl von Standardangriffen abgewehrt werden. Rechner, die eine nach außen gehende Serverfunktion haben, wurden in ein "ungeschütztes" Subnetz verschoben. Das betrifft etwa 10% der Rechner am Campus. Diese Rechner bedürfen natürlich einer besonderen Sorgfalt bezüglich der Schließung von Sicherheitslücken durch bereitgestellte Security-Patches.

Zentrale Computerpools zur Ausbildung

Das Universitätsrechenzentrum betreute 2000 insgesamt 124 Computerarbeitsplätze für Ausbildung, darunter 46 Rechnersysteme dezentraler Einrichtungen (Philosophie: 38 Rechner, Physik: 8 Rechner). Von den 78 uniweit zur Verfügung stehenden Rechnern befinden sich 53 im Bereich Reichenhainer Straße (verteilt auf 4 Poolräume) und 25 Ausbildungsrechner in zwei Poolräumen im Gebäudeteil Straße der Nationen. Die insgesamt 38 Poolrechner der Philosophischen Fakultät können auch von Studenten anderer Fakultäten mitbenutzt werden.

Auf der Mehrzahl der Rechner (80 PCs) kann der Nutzer alternativ zwischen zwei Anwendungs-"Welten" und dem damit verbundenen Softwarespektrum wählen: Linux bzw. Windows NT. Auf weiteren 23 Rechnersystemen wurde das Betriebssystem Solaris und eine breite Palette von Anwendungssoftware bereitgestellt. 13 PCs laufen ausschließlich mit dem freien Betriebssystem Linux. In den letzten beiden Jahren wurden mehrere Pools durch Hardwareaufrüstung den aktuellen Anforderungen an die Technik angepasst.
(Die 23 Solaris-Systeme wurden im Januar 2001 durch 40 Linux-PCs ersetzt.)

Gesamt TU Chemnitz andere Hochschulen
Studenten Mitarbeiter Studenten Mitarbeiter
19941.226  799 388 32 
19951.783  1.284 428 67 
19962.512  1.865 494 145 
19973.226  2.446 513 260 
19984.072  3.219 504 328 21 
19994.980  4.070 556 347 
20005.747  4.875 459 396 17 

Tabelle 5: Entwicklung der Nutzerzahlen aller zentralen Ausbildungspools

Die Tabelle zeigt, wie sich die Anzahl der Pool-Nutzer in den Jahren ab 1994 entwickelt hat. Deutlich wird, dass die Anzahl der Studenten, welche die Poolrechner für Praktika oder freies Üben nutzen, auf das Sechsfache gestiegen ist. Insgesamt machen die Studenten ca. 85% aller Nutzer aus. Eine ähnlichen Entwicklung ist auch bei den Nutzungszeiten ersichtlich. Wie den beiden nachfolgenden Tabellen zu entnehmen ist, steigen die Nutzungszeiten wieder an, da eine wachsende Anzahl Studenten die Pools intensiv nutzt; die lokalen Nutzungszeiten blieben scheinbar relativ konstant.

Gesamt  TU Chemnitz andere Hochschulen
StudentenMitarbeiter StudentenMitarbeiter
199460.730 38.60619.785 1.889450
199593.074 69.340 21.029 2.474 231
1996119.369 89.340 24.478 5.473 78
1997150.912 112.894 29.949 8.049 20
1998208.220 164.871 32.020 11.323 6
1999187.460 158.959 17.882 10.547 72
2000224.609 191.150 25.119 6.174 2.166

Tabelle 6: Nutzungszeiten [h] aller zentralen Ausbildungspools (lokale und remote-Nutzung)

Gesamt  TU Chemnitz andere Hochschulen
StudentenMitarbeiter StudentenMitarbeiter
199436.932 23.65212.788 47022
199563.670 50.16511.898 1.52384
199668.967 57.8696.847 4.133118
199779.149 66.5706.620 5.91742
1998138.198 118.1639.575 10.333127
1999140.877 122.7758.204 9.83365
2000138.645 120.15510.609 5.7152.166

Tabelle 7: Nutzungszeiten [h] aller zentralen Ausbildungspools (lokale Nutzung)

Dabei ist aber zu beachten, dass im Jahr 2000 bedingt durch Pool-Erneuerung (RH70 B301/B302) zwei Pools einen Monat nicht nutzbar waren und 1999 auf Wochenende fallende Feiertage im Jahr 2000 wieder auf Wochentage fielen. Die Nutzungszeiten der Studenten von außerhalb ist durch die stark gesunkenen Preise der kommerziellen Internet-Provider etwas gesunken. Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Poolnutzer im Jahre 2000, unterteilt in die beiden Standorte (Reichenhainer Straße bzw. Straße der Nationen).

Fakultät/Einrichtung Pools RH Pools StraNa Gesamt[*]
Stud.MA Stud.MA Stud.MA
Naturwissenschaften 163 37 13634 20863
Mathematik 14617 65 8 15221
Maschinenbau 52759 40446 56584
Elektro- und Informationstechnik 41253 14212 42356
Informatik 48616 52218 67126
Wirtschaftswissenschaften 1.15313 3813 1.19515
Philosophie 1.57240 51415 1.66148
Zentrale Einrichtungen 0 75 098 0146
Summe: 4.459310 2.164234 4.875459
Andere Einrichtungen: 2953 20215 39617
Gesamt: 4.754313 2.366249 5.271476

Tabelle 8: Anzahl der Nutzer aller zentralen Ausbildungspools im Jahr 2000
 [*] die Gesamtzahl ergibt sich nicht aus der Summe der entsprechenden Zahlen der beiden Pools, da viele Studenten und Mitarbeiter Computer an beiden Standorten nutzen.

Hier widerspiegelt sich die Entwicklung der letzten Jahre: über die Hälfte der Nutzer kommt aus der Philosophischen Fakultät bzw. der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Was die Nutzungszeiten bezüglich der Verteilung auf die Fachbereiche betrifft (siehe folgende Tabelle), so führen hier nach jahrelanger Dominanz der Informatikstudenten die Studenten der beiden o.g. Fakultäten und die Naturwissenschaften die Tabelle an.

Fakultät/Einrichtung Pools RH/WRS[*] Pools StraNa Gesamt
Stud.MA Stud.MA Stud.MA
Naturwissenschaften 24.712173 13.810827 38.5221.000
Mathematik 4.454187 3.594182 8.048369
Maschinenbau 10.439949 5.093977 15.5321.926
ET/IT 12.066808 3.413327 15.4791.135
Informatik 8.229857 29.199154 37.4281.011
Wirtschaftswissenschaften 14.22765 6.636101 20.863166
Philosophie 44.4694.389 10.80988 55.2784.477
Zentrale Einrichtungen 02.757 012.278 015.035
Summe: 118.59610.185 72.55414.934 191.15025.119
Andere Einrichtungen: 3.0171.178 3.157988 6.1742.166
Gesamt: 121.613 11.363 75.71115.922 197.32427.285

 [*] WRS: Wilhelm-Raabe-Str.
Tabelle 9: Nutzungszeiten [h] aller zentralen Ausbildungspools im Jahr 2000

Bei den lokalen Nutzungszeiten (folgende Tabelle) führen die Studenten der Philosophischen Fakultät die Rangliste klar an, da bei ihnen bedarfsbedingt meist nur eine lokale Nutzung der Technik in Frage kommt.

Fakultät/Einrichtung Pools RH/WRS[*] Pools StraNa Gesamt
Stud.MA Stud.MA Stud.MA
Naturwissenschaften 2.093169 3.552451 5.645620
Mathematik 2.848134 1.5528 4.400142
Maschinenbau 8.151928 4.987282 13.1381.210
ET/IT 10.318780 1.909309 12.2271.089
Informatik 5.99477 12.18583 18.179160
Wirtschaftswissenschaften 13.33066 4.99825 18.32891
Philosophie 44.1684.363 4.07088 48.2384.451
Zentrale Einrichtungen 01.183 01.663 02.846
Summe: 86.9027.700 33.2532.909 120.15510.609
Andere Einrichtungen: 2.5771.178 3.138 988 5.7152.166
Gesamt: 89.4798.878 36.3913.897 125.87012.775

 [*] WRS: Wilhelm-Raabe-Str.
Tabelle 10: Nutzungszeiten lokal [h] aller zentralen Ausbildungspools im Jahr 2000

Ausgehend von den Erfahrungen bei der Betreuung der bereits erwähnten Ausbildungspools der Philosophischen Fakultät bietet das URZ die Möglichkeit an, fakultätsübergreifend bzw. uniweit Ausbildungspools zu installieren, zu betreiben und die Nutzer zu betreuen. Dieser Dienst basiert auf dem Ansatz, dass eine weitgehend einheitliche Nutzung aller zentral vom Universitätsrechenzentrum betriebenen Rechnerpools möglich ist. Weitere Informationen findet man im Web unter "Betreuung von Ausbildungspools durch das URZ".

 

 

 

Administrationsdienste

Administration von Red Hat Linux

Der Betrieb von Rechnersystemen erfordert einen beträchtlichen personellen Betreuungsaufwand, der nicht selten unterschätzt wird. Oft sind in den Instituten und Professuren die für Rechnerbetreuung erforderlichen Personalkapazitäten nicht vorhanden oder es fehlt an den erforderlichen Kenntnissen bzw. Erfahrungen.
Zu den Aufgaben der Systemadministration gehören u.a. die Installation der Systeme, die Konfiguration der Systemkomponenten, das regelmäßige System- und Software-Upgrade sowie die Überwachung des laufenden Betriebes der Rechnersysteme.

Einrichtung Arbeitspl.-
rechner
Pool-
rechner
Info-
Terms
Cluster-
Rechner
Server Summe
Philosophie 5 38 - - 3 46
Institut f. Physik 8 8 - 36 2 54
Institut f. Chemie 1 - - - - 1
MB/VT 18 - 1 12 - 31
ET/IT 11 - - - - 11
SFB 393 - - - 531 2 533
Verwaltung - - 1 - - 1
UB/PIZ 30 - 9 - 3 42
URZ 52 75 3 4 84 218
Studentenwerk - - 6 - - 6
Gesamt 125 121 20 583 94 943

Tabelle 11: Anzahl der administrierten Linux-Rechner (Stand: Ende 2000)

Zur Administration von Rechnersystemen mit dem Betriebssystem Red Hat Linux wurden Technologien und Software-Werkzeuge entwickelt und eingesetzt, die es ermöglichen, den personellen Betreuungsaufwand für die ständig wachsende Anzahl der Rechnersysteme in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Auf dieser Grundlage bietet das URZ seit Ende 1997 einen Administrationsdienst für Red Hat Linux für PC-Technik an, der von allen Struktureinheiten der TU Chemnitz in Anspruch genommen werden kann. Die Tabelle zeigt, wie der Dienst innerhalb der Universität genutzt wird.

Bei etwa gleichbleibendem Personaleinsatz hat sich die Anzahl der insgesamt zu betreuenden Rechnersysteme gegenüber 1999 wenigstens verdreifacht. Dazu trug natürlich insbesondere die Inbetriebnahme des Chemnitzer Linux Cluster (CLiC) bei.

Administrationsdienst: Windows NT

Der Administrationsdienst für Windows NT wurde auch im vergangenen Jahr durch das URZ campusweit angeboten und ist erneut auf lebhaftes Echo gestossen. Das 1997 usprünglich für die PC-Pools des URZ  entwickelte Konzept, das verschiedene Anpassungen an aktuelle Erfordernisse erfuhr, wird seitdem auch für den Betrieb von Mitarbeiter-Arbeitsplatzsystemen  genutzt.  Auf die Vorteile dieses Dienstes ist an anderer Stelle bereits mehrfach hingewiesen worden, beispielhaft seien hier nur einige genannt: Jeder Nutzer mit einem Account im URZ kann prinzipiell auf jedem im NT-Admindienst betriebenen Rechner identisch arbeiten, d.h. er findet überall seine Umgebung (Daten im Homeverzeichnis, Druckerkonfiguration, Desktop-Einstellungen . . . ) vor. Damit sind diese PCs auch jederzeit untereinander austauschbar ! Ein entscheidendes Plus ist auch die automatische Datensicherung des Homeverzeichnisses - auf "konventionell" verwalteten PCs oft ein Problem. Ein umfangreiches Paket von Anwendungssoftware wird zu einem sehr günstigen Preis angeboten. Außerdem ist der Nutzer von allen üblicherweise anfallenden und durchaus aufwändigen Arbeiten zur Systempflege (Einspielen von neuen Software-Versionen und Service Packs, Virenschutz u.a.m.) entbunden.

Die ständig wachsende Anzahl sowohl neu zu konfigurierender als auch zu "wartender" Systeme bei gleichzeitig konstanter bzw. sogar verringerter verfügbarer Personalkapazität bedingte die Entwicklung bzw. Erschließung von Software zur effektiven Systemadministration. Auf dem Gebiet der Systeminstallation wurde hier insbesondere das Microsoft-eigene Verfahren des Unattended Setup (Unbeaufsichtigtes Setup) für Einzelsysteme, sowie die kostenpflichtige Software Ghost der Firma Symantec für das Klonen von mit (weitestgehend) identischer Hardware ausgerüsteten Systemen näher unter die Lupe genommen und - nach Anpassung an lokale Gegebenheiten - zum praktischen Einsatz gebracht. Insbesondere letztgenannte Software ist mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Neuinstallation von Systemen geworden. Ein Großteil des Zeitaufwandes liegt somit auch nicht mehr in der Systeminstallation/-konfiguration, sondern in der Unterstützung verschiedenster Hardwarekomponenten, z.B. Peripheriegeräte wie Scanner, Drucker, bzw. deren Neueinbindung auf bereits im NT-Admindienst laufenden Systemen. Hier ist zukünftig noch mehr vorausschauende Planung bereits im Zuge der Systembeschaffung gefragt!

Abschließend noch ein paar Zahlen, die die Anzahl der Installationen des NT-Admindienstes auf Einzelplatzsystemen im Campus per 31.12.2000 wiedergeben.

ZuordnungAnzahl PCs
Arbeitsplatz Pools
Maschinenbau und Verfahrenstechnik 50  
Elektrotechnik und Informationstechnik 27  
Informatik 1  
Naturwissenschaften 5  
Wirtschaftswissenschaften 3  
Philosophie 79 38
Zentrale Einrichtungen 22 57
Summe 187 95

Tabelle 12: Anzahl der Rechner im NT-Administrationsdienst (Stand: Ende 2000)

Anmerkungen: Der NT-Administrationsdienst wird somit momentan auf insgesamt knapp 300 Einzelplatzsystemen campusweit genutzt. Bemerkenswert ist dabei z.B. der Anteil von 79 Systemen in der Philosophischen Fakultät bei den Arbeitsplatz-PCs. Die Pool-PCs sind zwar dem Unirechenzentrum (Zentrale Einrichtungen) bzw. der Philosophischen Fakultät zugeordnet, stehen aber aufgrund des verwendeten Domänenmodells prinzipiell allen Mitarbeitern und Studenten der TU offen. Nicht berücksichtigt sind bei obigen Angaben die Systeme mit vmware-NT.

Softwareservice

Campuslizenzen und Firmenverträge

Das URZ hat im Berichtszeitraum die Möglichkeiten zur effektiven, kostengünstigen Bereitstellung von kommerzieller Anwendungssoftware weiter ausgebaut. So bestehen mit allen namhaften Herstellern von Standardsoftware Rahmenverträge (z.B. Adobe, Corel, Microsoft, Symantec). Dadurch ist ein quasi unbegrenzter, preiswerter Bezug von gewünschten Lizenzen möglich. Außerdem verfügen wir über eine Vielzahl von Campuslizenzen zu speziellen Produkten bzw. beteiligen uns an entsprechenden Landeslizenzen in Sachsen. Damit können derzeit von den Studenten und Mitarbeitern der TU mehrere Hundert Softwareprodukte für unterschiedlichste Anwendungsbereiche (vom Schreibprogramm bis zur Simulation komplexer technischer Gebilde oder naturwissenschaftlicher Vorgänge) genutzt bzw. bezogen werden. Für einen Teil dieser Produkte existieren Wartungsverträge mit den Hersteller- bzw. Lieferfirmen, so dass die Nutzer ständig mit den aktuellen Softwareversionen arbeiten können. Für die Ausstattung aller Computerarbeitsplätze innerhalb der Universität (für Ausbildung, Forschung und Verwaltung) ergeben sich dadurch beträchtliche finanzielle Einsparungen. Insgesamt wurden bisher mehr als 10.000 Einzellizenzen an Angehörige der TU Chemnitz vergeben. Die Ausgabe und Installation der Software geschieht unter strenger Beachtung der lizenzrechtlichen Bestimmungen und notwendiger Aspekte der Datensicherheit. Die Bereitstellung der Installationssoftware erfolgt zum Teil direkt über das Campusnetz, die berechtigten Nutzer haben von ihrem Arbeitsplatz aus Zugang zu allen für eine lokale Installation notwendigen Daten. Bei umfangreichen Softwarepaketen hat sich aber auch das Installieren direkt von CD bewährt. Die notwendigen Installationsdatenträger können von den berechtigten Nutzern im URZ ausgeliehen werden oder - im Rahmen des CD-Service - vollautomatisch, nutzerbezogen gebrannt werden.

Handbücher

Im Zusammenhang mit den Lizenz- und Rahmenverträgen ist auch der Bezug von Originalhandbüchern von den Softwareherstellern möglich. Darüberhinaus bietet das URZ eine große Anzahl von ausgesprochen kostengünstigen und methodisch hochwertigen Handbüchern zu aktuellen Softwareprodukten an, die das Regionale Rechenzentrum an der Uni Hannover bundesweit bereitstellt. So wurden bisher mehr als 2500 Bücher an die TU-Angehörigen abgegeben.

Software auf öffentlichen Rechnern

Seit vielen Jahren werden durch das URZ über zentrale Fileserver aktuelle Versionen von freien und kommerziellen Softwareprodukten verfügbar gemacht. Durch die zunehmende Größe der Softwarepakete gewinnt aber auch die lokale Installation von Produkten an Bedeutung. So werden die in Administrationsdiensten (Linux, Windows NT) erfassten Computer ständig automatisch mit den aktuellen Versionen relevanter Anwendungen versorgt. Bei beiden Formen der Softwareverteilung können die Produkte sowohl in den Ausbildungspools als auch auf allen (entsprechend konfigurierten) Arbeitsplatzrechnern im Campusnetz sofort genutzt werden. Derzeit sind etwa 500 Programmpakete für unterschiedlichste Anwendungszwecke und verschiedene Rechnerplattformen installiert; damit können mehrere Tausend Programme angewendet werden. Zur Lösung vielfältiger Aufgabenstellungen in Lehre und Forschung sind damit hervorragende Rahmenbedingungen gegeben.

Unterstützung bei der Nutzung von Software

Neben der Bereitstellung der Software wird ein umfangreicher Beratungsdienst angeboten. Beginnend bei der Analyse von Problemstellungen und der Suche nach geeigneten Softwarelösungen wird den Nutzern bereits im Vorfeld einer Beschaffung oder Nutzung von Software Unterstützung angeboten. Bei Anforderungen für neue Produkte oder bereits geplanten Neubeschaffungen durch die Lehrstühle werden durch das URZ Möglichkeiten einer kostengünstigen Realisierung gesucht. Gegebenenfalls werden dabei die Interessen verschiedener Interessengruppen gebündelt, um Rabatte beim Einkauf von Mehrfach- oder Campuslizenzen zu nutzen. Das URZ unterstützt außerdem alle TU-Angehörigen bei der Benutzung installierter Software und hilft beim Auftreten von Problemen. In Ausnahmefällen wird auch geeignete Software von Nutzern durch die Mitarbeiter des URZ zentral installiert. Diese Unterstützung erfolgt durch vielfältige Weiterbildungskurse, individuelle Kontakte per Telefon oder E-Mail-Kontakte, zum Teil auch durch Hilfe vor Ort beim Anwender. Sämtliche Informationen über vorhandene Softwareprodukte, der Bezug bzw. deren Nutzung werden im Intranet der TU Chemnitz bereit gestellt.

Fileserving

Das seit 1994 betriebene campusweite Filesystem AFS wurde im Jahr 2000 um beträchtliche Kapazitäten erweitert, wie die folgende Tabelle zeigt.

Typ
Name
1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
IBM 4381
aix370
15                
HP 9000/750
pyrrhus
14 14 22 30 30 30      
SPARC 10/41
kasandra
  21 21 21 15 23 96 134 134
SPARC 10/51
babbage
  22 22 22 22 18 40 53  
SPARC 10/51
zuse
  22 22 36 36 26      
SPARC 10/51
atlas
  22 54 60 30 30 30 30 72
SPARC 10/30
turing
  3 5            
SPARC 10/51
aetius
    15 46 54 54 46 156 156
SPARC 10/51
phoenix
      60 60 60 60 60  
Ultra SPARC 1
castle
        90 82 82 82 82
SPARC 1
boole
        25 25 25    
SPARC 10/51
eumaios
        54 48 44 44  
Sun Enterprise 2
alpheios
          92 92 92 213
Sun Enterprise 2
ormus
          92 92 211 221
SPARC 20 SL
alarich
          94 173 165 171
SPARC 20
aineias
            100 226 226
Ultra SPARC 10
anchises
              171 521
Ultra SPARC 10
ascanius
                363
Ultra SPARC 10
astraios
                363
PC PIII 750 MHz
aisakos
                340
PC AMD K7 800 MHz
abderos
                363
Summe (GB) 29 104 161 275 416 674 880 1.424 3.225

Tabelle 13: Entwicklung der Filesystem-Kapazitäten (Angaben in Gigabyte (GB))

Erstmals wurden dabei in diesem Jahr PCs mit Red Hat Linux und OpenAFS als Fileserver eingesetzt. Mit diesen Maschinen wurden ältere SPARC-Systeme abgelöst und die Kapazität beträchtlich erweitert. Fileserving ist die Grundlage zahlreicher Dienste des URZ. So liegen im AFS die HOME-Verzeichnisse aller Nutzer. Das waren zum Jahresende 10778 Volumes, für die insgesamt eine Quota von 700 GB vergeben war, gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von ca. 23%. Das Datenaufkommen in den HOME-Verzeichnissen hat sich in diesem Zeitraum von 155 GB auf 208 GB erhöht, was einer Steigerung von ca. 33% entspricht.
Für Projekt-Verzeichnisse waren 136 Volumes mit einer Quota von insgesamt 450 GB vergeben. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Wachstum von ca. 52%. In den Projekt-Verzeichnissen liegen 266 GB Daten, im Vergleich zum Vorjahr sind das 75% mehr.
Ein Großteil der Daten unserer AFS-Zelle liegen auf MR-AFS-Servern. Ende des Jahres war das ein Volumen von 646 GB in 3,25 Mill. Files. Die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr betrug hier ca. 62%.
Die Details zu diesen Angaben findet man in der entsprechenden Statistik.

Wichtiger Bestandteil des Fileserving-Dienstes ist die regelmäßige Datensicherung. Für alle Daten im AFS wird diese Datensicherung durchgeführt. Basis dafür ist das Anfang 1998 in Betrieb genommene File- und Archivserversystem.

Weiterbildung

Das Weiterbildungsangebot des URZ für Studenten und Mitarbeiter der TU Chemnitz ist ein fakultatives, für die Nutzer kostenloses Angebot. Hauptbestandteil sind unsere Weiterbildungskurse, bei denen wir in den Jahren 1999/2000 wiederum eine deutliche Zunahme der Teilnehmerzahlen verzeichnen konnten, wie die folgende Übersicht zeigt:

Die unterschiedliche Anzahl der Kurse ist darauf zurückzuführen, dass wir mit unserem semesterweisen Kursangebot auf die Nachfrage reagieren (müssen). So wurden bei großer Nachfrage fast immer Zusatztermine angeboten. Kurse, bei denen sich zeigt, dass der Bedarf nicht mehr vorhanden ist, wurden aus dem Angebot genommen und dafür Kurse zu aktuellen Themen angeboten. Da unser Kursangebot nicht in erster Linie der Grundlagenausbildung dient - obwohl man die Programmiersprachenkurse C und C++ durchaus dazu zählen kann - sondern die Nutzer unserer Dienste unterstützen soll, orientieren wir unser Kursangebot vorrangig an unserem Leistungsangebot.
Mehrfach wurden aus aktuellen Erfordernissen zusätzlich zum Programm Kurse für bestimmte Mitarbeitergruppen aus der Bibliothek und der Verwaltung durchgeführt (nicht alle in der Statistik enthalten). Diese Kurse mit abgestimmten Inhalt sind besonders effektiv, sowohl für die Teilnehmer als auch für die Dozenten.

    Teilnehmer
Jahr Kursanzahl gesamt Studenten Mitarbeiter
1992 34 675 475 200
1993 23 590 435 155
1994 31 512 342 170
1995 35 493 334 159
1996 44 594 366 228
1997 41 556 318 238
1998 64 915 609 306
1999 58 991 764 227
2000 59 1.152 808 344

Tabelle 14: Übersicht über die Nutzung der Weiterbidlungskurse

Es sollen aber, trotz ausgesprochen positiver Tendenz, Probleme nicht verschwiegen werden. Das Kursangebot ist so umfangreich, dass es nicht ausschließlich in der vorlesungsfreien Zeit angeboten werden kann. Während des Semesters ist es allerdings sehr schwierig, für diese Veranstaltungen geeignete Zeiten und Räume zu finden.

Zusätzlich zum Kursangebot kann unsere Veranstaltungsreihe "Unix-Stammtisch in Sachsen" zur Information über aktuelle Themen der Informatik genutzt werden, die neunmal jährlich in der Mensa Straße der Nationen stattfindet und inzwischen auf eine 10-jährige Tradition verweisen kann. Außerdem beteiligen sich URZ-Mitarbeiter auch aktiv an anderen wissenschaftlichen Stammtischen.
Für Studenten (zu Semesterbeginn) und Schüler wurden Informationsveranstaltungen durchgeführt. So ist das URZ auch regelmäßig zum Tag der offenen Tür, zum Schnupperstudium, zum Linux-Tag u.a. öffentlichen Veranstaltungen der Universität mit Vorträgen und Präsentationen vertreten.

Zur selbständigen Weiterbildung bieten wir unseren Nutzern für viele Kurse maschinenlesbare Kursunterlagen im Informationssystem World Wide Web sowie - wie bereits erwähnt - die preiswerten Handbücher der Uni Hannover an.

Seit Sommer 1999 unterstützt das URZ noch ein Weiterbildungsangebot, das "Zertifikat Internet-Nutzung" der TU Chemnitz (ZIN). Es handelt sich um ein Selbststudienangebot zum Thema Internetnutzung, das von Studenten in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Rechnernetze der Fakultät für Informatik erarbeitet wurde. Intention dieses Angebots war, besonders den Nutzern des "Chemnitzer Studentennetzes" (CSN) Kenntnisse zu vermitteln, die man benötigt, um den eigenen Computer im Campusnetz zu betreiben und die Netzdienste effektiv zu nutzen. Das durch Ablegen einer Prüfung erreichbare Zertifikat ist deshalb auch Voraussetzung für einen CSN-Anschluss und für die weltweite Veröffentlichung eigener Webseiten unter der Adresse tu-chemnitz.de. Das Lehrmaterial steht auf unseren Web-Seiten allen Nutzern auch zur individuellen Weiterbildung zur Verfügung. Auch andere Universitäten sind an diesem Projekt interessiert.

Datensicherung

Für alle auf AFS-Fileservern des URZ existierenden Daten werden regelmäßig Sicherungskopien auf einem File- und Archivserver erstellt, siehe Punkt "Fileserving".

Demgegenüber dient der durch das URZ für die Universität seit 1993 angebotene "Backupdienst" der Sicherung von Daten auf Fakultäts-Fileservern.
Dieser Dienst wurde mit dem Jahreswechsel 1999/2000 komplett auf eine neue Hardwarebasis sowie eine andere Technologie umgestellt.

Mit dieser neuen Technologie konnten folgende Hauptziele verwirklicht werden:

Hardware-Basis für den Backupdienst war im Jahr 2000 noch in 1999 aus Haushaltmitteln finanzierte PC-Technik.

In der zweiten Jahreshälfte 2000 konnte mit der praktischen Umsetzung des HBFG-Projektes "Backupsystem für dezentrale Fileserver" begonnen werden. Die Umstellung des Backupdienstes auf diese neuen Kapazitäten wurde im wesentlichen Ende 2000 abgeschlossen.

Die Hardwarebasis stellt sich aktuell wie folgt dar:

Hervorhebenswert ist der Verzicht auf Magnetbandtechnik als Speichermedium für den Backupdienst.
Das eingesetzte Betriebssystem ist Linux, als Software wird das freie Backupsystem AMANDA genutzt.

Die nachfolgenden Daten dokumentieren den Nutzungsstand des "Backupdienstes" per 31.12.2000:

Fakultät Anzahl
Backup-
klienten
Anzahl zu
sichernder
Filesysteme
zu sichernde
Plattenkapazität
(in GByte)
Naturwissenschaften 6 16 79,4
Mathematik 2 7 51,2
MB/VT 10 19 163,5
ET/IT 11 52 255,9
Informatik 8 20 127,5
Wirtschaftswissenschaften 4 11 125,0
URZ(*), UB 11 21 45,7

Tabelle 15: Nutzunganteile des Backupdienstes
(*) - größter Bestandteil sind die Mailbox-Files für TU-Angehörige

Druckdienst

Das URZ betreibt mehrere öffentlich aufgestellte Drucker. Seit Ende 1999 wurden mehrere Änderungen vorgenommen, die auf eine bessere Versorgung der Nutzer mit Druckleistung zielen und eine bessere Informations- und Service-Schnittstelle liefern. Die Veränderungen umfassen im einzelnen:

CD-ROM Erstellung

Das Brennen von CDs ist mittlerweile an vielen Arbeitsplatzrechnern direkt möglich. Der zentrale Dienst am URZ bietet jedoch entscheidende Vorteile, insbesondere beim Erzeugen größerer Stückzahlen von CD-ROMs. So wird der Nutzer von zeitaufwändigen Tätigkeiten, wie dem Erstellen des entsprechenden Imagefiles und dem Management der CD-Rohlinge entlastet. Außerdem wird der lokale Rechner nicht für den Zeitraum des Brennens blockiert und schließlich wird der Gefahr aus dem Weg gegangen, durch Störungen des Brennvorgangs durch signifikante Rechnerlast eine fehlerhafte CD zu produzieren.
Von jedem Computer am Campusnetz können über ein WWW-Formular Aufträge zum Schreiben von Informationen auf CDs erteilt werden. Dabei müssen die Daten nicht physisch transportiert werden, sondern stehen wegen des campusweit genutzten verteilten Filesystems auch am CD-Brenner automatisch zur Verfügung. Die Herstellung von CDs ist nicht nur für nutzervorgegebene Daten (zum Beispiel zur Archivierung von Messergebnissen) möglich, sondern auch zur Erzeugung von CD-Kopien für die im Rahmen des Softwareservice verteilten Softwarelizenzen.
Die erteilten Aufträge werden von einem Batchsystem bearbeitet, der Brennvorgang erfolgt bedienerlos an einem Computer mit entsprechendem Roboter. Die Fertigstellung eines Auftrags erhält der Nutzer per E-Mail mitgeteilt, die erzeugte CD kann ihm auf Wunsch mit der Hauspost zugestellt werden.

Recherchieren von CD-ROM-Datenbanken

In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek wurden im Berichtszeitraum weitere Möglichkeiten erschlossen, um die vorhandenen CD-ROM-Datenbanken campusweit direkt vom Arbeitsplatz aus nutzbar zu machen. Das URZ hat dazu die notwendigen systemtechnischen Voraussetzungen geschaffen, so dass derzeit etwa 50 Datenbanken auf diese Weise recherchierbar sind. Ein großer Anteil davon ist über einen beliebigen Web-Klienten nutzbar.
Gegenwärtig wird jedoch die Ablösung der dazu verwendeten Technik durch ein neues, wesentlich komfortableres System realisiert.

Datenbank-Service

Das URZ betreibt einen zentralen Datenbankserver auf der Basis der freien Software MySQL. Jeder Interessent innerhalb der TU kann per Webformular eine Datenbank anfordern, die automatisch angelegt und verwaltet wird und mit den notwendigen Zugriffsrechten versehen ist. In der Regel erstellen die Nutzer dann dazu ein Webinterface (zum Beispiel als PHP-Skript), um den Zugriff zur betreffenden Datenbank grafisch und effizient zu ermöglichen.
Derzeit werden mehr als 70 solcher Datenbanken zur Speicherung und Verwaltung von Daten sowohl innerhalb von Forschungsprojekten als auch von studentischen Aufgabenstellungen oder administrativen Problemen genutzt.

Öffentliche WWW Infoterminals

Mit einem weiteren Infoterminal in der Reichenhainer Straße, D-Bau (Fakultät Maschinenbau), umfasst der Bestand nun 20 Geräte.

Zur Effektivierung der Administiration wurden die SUN-Maschinen durch PC´s ersetzt und alle Diskless-PC´s mit Harddisks versehen. Damit konnten die Rechner komplett in die allgemeine Linux-Systemadministration intergriert werden.

Zusätzlichen Administrationsaufwand erforderten die speziellen WWW-Browserkonfigurationen bei der Einführung neuerer Versionen und die Behandlung von Sicherheitsfragen. U.a. wurde lokal auf den Maschinen ein Junkbuster installiert und gewartet, um unerwünschte Adressen und Aktionen auszublenden.

Die WWW-Browserkonfiguration zur anonymen Nutzung ist auch Bestandteil für einen WWW- und Mailpunkt, der als Prototyplösung in einem PC-Pool installiert wurde und erfolgreich zur Tagung "Cluster 2000" zum Einsatz kam. Der WWW- und Mailpunkt läuft unter einem auf Anforderung zuschaltbaren Account. Er bietet als zweisprachige Version (deutsch und englisch) neben der WWW-Nutzung die Möglichkeit, mittels Einwahl in einen entfernten Rechner Mails bearbeiten zu können.

Der Prototyp soll weiterentwickelt werden und dann auf weiteren vom URZ administrierten PC-Pools zur Verfügung stehen.

Screenshot Mailpoint (engl)

Autorenkollektiv des URZ, Januar 2001