Am 23. Januar 2001 wurde mit geringer zeitlicher Verzögerung das Campusnetz der TU Chemnitz an das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WiN) angeschlossen. Das G-WiN, auch als Internet2 in Deutschland bezeichnet, ist ein vom DFN-Verein betriebenes Kommunikationsnetzwerk, welches das seit 1996 in Betrieb befindliche B-WiN (Breitband-Wissenschaftsnetz) ablöst. Nähere Informationen zum G-WiN sind unter http://www.dfn.de/win/ zu finden.
Der Wechsel vom B-WiN zum G-WiN brachte nicht nur technische Veränderungen mit sich, sondern auch Neues hinsichtlich der Nutzungsbedingungen. So kommt mit Einführung des G-WiN erstmals ein volumenabhängiges Abrechnungsmodell zum Einsatz. Es existieren eine Reihe von sogenannten Anschlusskategorien, die sich nach der Anschluss-Bandbreite der jeweiligen Einrichtung richten und ein maximales Datenvolumen pro Monat vorgeben. Für die TU Chemnitz gilt zur Zeit die Anschlusskategorie 11 mit einer Anschluss-Bandbreite von 155 Mbit/s und einem maximalen Datenvolumen von 3000 GByte/Monat. Die Kosten belaufen sich für diese Kategorie auf 550 000,- DM pro Jahr. Diese 3000 GByte/Monat erscheinen auf den ersten Blick reichlich, vor allem weil für die Abrechnung lediglich der Datenverkehr vom G-WiN zur TU-Chemnitz ausschlaggebend ist. Erste Abrechnungsstatistiken zeigten jedoch, dass wir uns nur knapp unter dem monatlich vorgegebenen Maximum befanden. In Zeiten stetig steigenden Datenverkehrs besteht hier also Handlungsbedarf. Für den Wechsel in die nächsthöhere Anschlusskategorie mit einem maximalen Datenvolumen von 6000 GByte/Monat müssten zusätzlich 200 000,- DM pro Jahr aufgebracht werden, was zur Zeit nicht realisierbar ist. Eine Neueinstufung (mehr Leistung für das gleiche Geld) ist voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres zu erwarten.
Das bedeutet, vorerst mit den gegenwärtigen Bedingungen auszukommen und die Verkehrsflüsse zwischen G-WiN und dem Campusnetz zu optimieren. Im Ergebnis von Analysen des Datenverkehrs wurden mittlerweile erste konkrete Schritte realisiert. So wurde ein erheblicher Anteil am abzurechnenden Datenaufkommen zum Chemnitzer StudentenNetz (CSN) festgestellt. Hier leisteten wieder einmal die Administratoren des CSN sehr gute Arbeit, indem sie eigenverantwortlich eine sinnvolle Datenvolumenbeschränkung für alle CSN-Rechner in die Praxis umsetzten. Die konsequente Nutzung der WWW-Proxy-Server des URZ bringt weiterhin eine spürbare Einsparung von Web-Verkehr über den G-WiN-Anschluss. Die Proxy-Konfiguration für WWW-Browser liegt in der Regel in der Verantwortung des einzelnen Nutzers, deshalb hier noch einmal der Hinweis auf die entsprechenden Konfigurationshinweise unter http://www.tu-chemnitz.de/urz/www/proxy/. Zur Unterstützung dieser sinnvollen Browser-Konfiguration existiert zur Zeit im G-WiN-Router der TU Chemnitz eine spürbare Limitierung für den direkten Web-Verkehr vom G-WiN zu allen Endgeräten im Campusnetz, außer zu den WWW-Proxy-Servern des URZ. Bandbreitenbegrenzung für Napster-Ports war ein dritter Schritt zur spürbaren Minderung des Datenaufkommens. So lässt sich zu jeder Zeit auch weiterer Datenverkehr regulieren, der eindeutig nicht der Lehre und Forschung dient.
Insgesamt konnte mit diesen Schritten das abzurechnende Datenaufkommen um ca. 20 % gesenkt werden, was zu einer deutlichen Entspannung der Situation geführt hat. Ohne administrative Maßnahmen unseres Providers befürchten zu müssen, kann die TU Chemnitz weiterhin die Vorteile des G-WiN und damit den Zugang zum weltweiten Internet nutzen.
| Thomas Schier, April 2001 |