Parallel zur Modernisierung der Intranet-Infrastruktur der Universitätsbibliothek wird auch die Infrastruktur der DV-Technik des Patentinformationszentrum (PIZ - http://www.bibliothek.tu-chemnitz.de/piz/) im Universitätsteil Bahnhofstraße 8 mit aktualisiert und betreut. Dies soll hier kurz vorgestellt werden.
Kernstück der Dienste des PIZ ist der Zugriff auf eine sehr große Anzahl CDROMs zur Patentrecherche. Als Vertreter seien hier die Deutschen Patente in Form der Deparom genannt. Der Hausgeber, die Bundesdruckerei, produziert monatlich zirka 75 neue Scheiben.
Bisher erfolgte die Bereitstellung der CDROMs über 2 Jukeboxen mit insgesamt 390 Slots. Eine Erweiterung dieser Technologie ist zwar prinzipiell möglich, kann aber das Datenaufkommen für nur kurze Zeit bewältigen. Außerdem sind Jukeboxen etwas störanfällig und für die zu bewältigende Datenflut einfach zu langsam.
Als Alternative zur Erweiterung der vorhandenen Technik bietet sich eine festplattenbasierte Lösung an, die durch den Softwarehersteller der Patentrecherchesoftware Deparom bereits unterstützt wird. Dieses Verfahren hat neben einer erheblichen Geschwindigkeitssteigerung bei den Recherchen noch den Vorteil, auch problemlos den zu erwartenden Umstieg auf DVD-Formate zu bewältigen. Teure Umrüstungen von Jukeboxen auf DVD-Laufwerke entfallen dadurch.
In unserem Fall wurde für das wiederbeschreibbare Medium ein RAID-Array favorisiert. Zum Einsatz kommt ein Arena-II-EasyRaid mit 8 IDE-Platten á 80 GB. Das RAID ist physisch an einen Linux-Rechner angeschlossen, die Anbindung der Recherchearbeitsplätze erfolgt mittels Samba. Der Einsatz des freien Betriebsystemes Linux bringt viele Vorteile mit sich. Hohe Stabilität und Sicherheit zeichnen den gesamten Dienst aus. Weiterhin ermöglicht die Fernwartung eine effektive und bequeme Administration des Systems.
In der derzeitigen Konfiguration können ca. 800 CDROMs auf das RAID kopiert werden. Der aktuelle Füllstand liegt bei 500 CDROMs. Eine Erhöhung der Gesamtkapazität an verfügbaren Recherchemedien ist durch Hinzufügen eines weiteren RAID-Arrays problemlos möglich. Die vorhandene Jukeboxtechnik wird vorerst weiterhin benutzt und vor allem zum Einspielen neuer CDROMs genutzt.
Neben dem Ausbau der PIZ-Servertechnik wurden in den letzten Monaten auch Benutzerarbeitsplätze überarbeitet bzw. erneuert. So wurden 3 neue Recherchestationen angeschafft. Dabei handelt es sich um Standard-PCs, die - bedingt durch die Recherchesoftware - unter MS Windows NT betrieben werden. Dabei werden bewährte Technologien des URZ für die Softwareinstallation und -wartung der Rechner eingesetzt. Die neuen Rechner besitzen auch die notwendige Performance, um zukünftig angebotene Patentrecherchedienste im Internet effektiv nutzen zu können.
Die Bilanz der ersten Monate des Betriebs der neuen Technik ist sehr zufriedenstellend, sowohl in Form der Akzeptanz durch die PIZ-Nutzer als auch für die PIZ-Mitarbeiter selbst. In den nächsten Wochen werden voraussichtlich durch Ersatzbeschaffung veralteter Geräte und durch Neukonfiguration vorhandener, weiterhin nutzbarer Technik weitere Recherchestationen auf einen aktuellen Stand gebracht.
| Andreas Heik, Juli 2001 |