Im ersten Halbjahr 2001 wurde der von der Universitätsbibliothek
Chemnitz im Oktober 1999 gestellte und gemeinsam mit dem URZ erarbeitete
HBFG-Antrag "Intranet-Infrastruktur" realisiert. Dafür standen DFG-Fördergelder
in Höhe von 285.000 DM zur Verfügung.
Ziele dieses Antrags waren
| Standort | Anzahl PCs |
|---|---|
| Zentralbibliothek | 11 |
| Teilbibliothek Geisteswissenschaften und Mathematik
Pegasus-Center |
24 |
| Teilbibliothek Natur- und Ingenieurwissenschaften
Weinhold-Bau |
13 |
| Teilbibliothek Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Reichenhainer Str. 41 |
12 |
| Zweigbibliothek Maschinenbau II / Werkstofftechnik
Erfenschlager Str. 73 |
3 |
| Forschungsbibliothek Chemie
Straße der Nationen 62, Zi. 150 |
1 |
Alle beschafften PCs sind wie folgt ausgestattet:
Auf diesen PCs kann man sich mit dem vom URZ verwalteten Uni-Nutzerkennzeichen anmelden. Dann findet man dieselbe Arbeitsumgebung wie auf den Linux-Systemen der zentralen Computerpools vor. D.h., man hat u.a. Zugriff auf die gesamte Softwarepalette, sein privates Home-Verzeichnis im AFS sowie die zentralen Netzdrucker der UB und des URZ. Es ist dann beispielsweise möglich, unter Verwendung von StarOffice oder LaTeX Beleg- und Diplomarbeiten in der Bibliothek zu schreiben, wo man gleichzeitig Zugriff auf viele elektronische und traditionelle (papiergebundene) Medien hat.
Neben der genannten persönlichen Anmeldung steht noch eine anonyme
Anmeldung mit dem Kennzeichen ubinfo und dem Passwort ubinfo
zur Verfügung. Dieser Zugang ist als Übergangslösung zu
betrachten und wurde für jene universitätsfremden Nutzer der
UB eingerichtet, die kein Uni-Nutzerkennzeichen besitzen dürfen. Künftig
sollen sich auch diese Fremdnutzer mit einem persönlichen Kennzeichen
und Passwort anmelden. Ab Red Hat 7.1, dessen
Einsatz noch im Jahre 2001 erfolgen soll, ist diese Möglichkeit gegeben.
Dem anonymen Nutzer ubinfo steht nur ein eingeschränktes
Dienstespektrum zur Verfügung. So kann er beispielsweise nicht drucken
und die meisten Linux-Programme nicht benutzen. Er ist aber in der Lage,
OPAC-, Internet- und Datenbankrecherchen durchzuführen und deren Ergebnisse
auf eigenen Disketten abzuspeichern.
Das im Rahmen des HBFG-Antrages neu geschaffene Portal zu den Fachdatenbanken der Universitätsbibliothek trägt die Bezeichnung
Der Zugriff auf CHARLI ist entweder über den Button "CHARLI - Datenbanken"
von der Homepage der Universitätsbibliothek oder
direkt über den URL
http://charli.bibliothek.tu-chemnitz.de möglich.
In diese neue plattformunabhängige WWW-Schnittstelle sind derzeit 156 sowohl Windows-basierte CDROM-Datenbanken als auch Online-Datenbanken eingebunden. Das Angebot der Datenbanken erfolgt einmal gegliedert nach Fachgebieten aber auch gesammelt in einer alphabetischen Liste.
Die Software des übersichtlich gliederbaren Datenbank-Portals wurde an der Universitätsbibliothek Freiburg innerhalb des ReDI-Projektes des Landes Baden-Württemberg (ReDI - Regionale Datenbank-Information ) entwickelt und wird weiter aktiv gepflegt. Die TU Chemnitz ist die bisher einzige Einrichtung in Sachsen, die nach Absprache der zuständigen Ministerien diese Software kostenlos nachnutzt. Lokale Anpassungen werden vom URZ selbst realisiert, wobei ein reger Kontakt zum Softwareentwickler besteht, der bereits mehrere Chemnitzer Wünsche zusätzlich umgesetzt hat.
Für die Recherche der Windows-basierten Datenbanken wurde ein zentraler
Applikationsserver (PC mit 2 Intel-PentiumIII-CPUs 933 Mhz) auf der Basis von Windows 2000 und ein RAID-System für die Speicherung der CDROM-Inhalte in Betrieb genommen.
Der Zugriff auf den Applikationsserver wird über "Metaframe",
einem kommerziellen Produkt von CITRIX Systems Inc., mittels des ICA-Protokolls bzw. unter Linux
über die freie Software rdesktop (siehe http://www.rdesktop.org) per
RDP-Protokoll realisiert. Mittels dieser beiden für Windows-Applikationsserver
typischen Protokolle werden lediglich die Ausgaben der Windows-basierten
Rechercheprogramme zum Klienten und alle Nutzereingaben des Klienten an
den Server übertragen. Die Recherchesoftware selbst wird immer
auf dem zentralen Windows 2000-Server ausgeführt.
Für die technische Realisierung dieser Übertragungsprotokolle
stehen mehrere Produkte zur Verfügung, die sich teilweise erheblich
hinsichtlich Geschwindigkeit und vor allem Stabilität unterscheiden.
Anfängliche praktische Tests haben gezeigt, dass das ursprünglich
für Linux verwendete ICA-Java-Applet unter dem dort bereitgestellten
Netscape-Browser 4.7x große Stabilitätsprobleme verursacht.
Nunmehr wird auf den vom URZ administrierten Linux-Maschinen ein Netscape-Plugin
verwendet, welches diese Probleme nicht zeigt.
Dieses Plugin wurde vom URZ auf Basis der existierenden freien Software
rdesktop entwickelt. Bei lokaler Verfügbarkeit der rdesktop-Software
wird das Plugin automatisch anstelle des ICA-Java-Applets genutzt.
Diese Lösung kann auch von anderen Linux-Anwendern übernommen
werden. Das spezielle RPM-Paket kann unter
http://charli.bibliothek.tu-chemnitz.de/access/plugins.php heruntergeladen werden.
Der Zugriff aller anderen Klienten erfolgt nach wie vor über das
ICA-Protokoll.
Für Rechner unter Windows 3.11 steht ein
spezielles ICA-Plugin zum Download unter http://charli.bibliothek.tu-chemnitz.de/access/plugins.php bereit. Bei Problemen mit dem ICA-Java-Applet unter Netscape kann statt des ICA-Applets das ICA-Plugin verwendet werden. Das System erkennt, wenn das ICA-Plugin installiert ist und verwendet es ebenfalls automatisch.
Die in CHARLI eingebundenen Online-Datenbanken werden nach der statistischen Erfassung durch Aufruf des URL's des Online-Anbieters gestartet. Die nachfolgende Kommunikation erfolgt dann zwischen dem WWW-Browser des Nutzers und dem Host des Anbieters, ggf. vermittelt über einen WWW-Proxy-Server des URZ.
Der neue Dienst steht allen eingetragenen Benutzern der Universitätsbibliothek sowie den Angehörigen der TU Chemnitz, die ein Uni-Nutzerkennzeichen des URZ besitzen, zur Verfügung. In Abhängigkeit vom Standort des verwendeten Klienten-Rechners kann eine persönliche Authentifizierung des jeweiligen Benutzers erforderlich sein. Diese kann durch Angabe des Uni-Nutzerkennzeichens und des zugehörigen AFS-Passworts oder durch Angabe der Benutzernummer der UB und des zugehörigen Kennworts (OPAC-PIN), über das jeder UB-Nutzer verfügt, erfolgen.
Damit besteht nunmehr die Möglichkeit, von allen Rechnern im Campusnetz (Öffentlichkeitsbereiche der Bibliothek, Pool-Rechner, Mitarbeiterarbeitsplätze, Chemnitzer StudentenNetz), aber ebenso - unter bestimmten Voraussetzungen - vom eigenen Rechner mit Internetzugang auf die genannten Datenbanken zuzugreifen. Ein Gang zu speziell ausgerüsteten Recherchearbeitsplätzen entfällt damit weitestgehend.
| Holger Trapp, Dagmar Dippmann, Juli 2001 |