Nachdem wir uns mittlerweile mehr oder weniger gut an den Euro als
Zahlungsmittel gewöhnt haben, wird das Problem immer deutlicher,
inwieweit unsere Computer mit dem Währungssymbol für den Euro klar
kommen.
Dabei spielen für den Nutzer drei Fragestellungen eine Rolle:
wie kann man das Zeichen eingeben, wie wird es am Bildschirm
dargestellt und wie wird es ausgedruckt?
Wir wollen im Nachfolgenden versuchen, für diese Fragen möglichst
befriedigende Antworten zu finden.
Dabei muss jedoch gleich vorweg gesagt werden, dass die ganze
Angelegenheit ziemlich heikel ist und eine ganze Reihe von Problemen
offen bleiben. Insofern erscheint es sinnvoll zu überlegen, ob man
vielleicht auf das Symbol verzichten und lieber die Abkürzung
"EUR" verwenden sollte, schliesslich gab es für die D-Mark auch kein
Symbol - und keinen hat's gestört.
Nach Auskunft der Duden-Redaktion sind ohnehin beide Formen
gleichberechtigt verwendbar.
So sieht das offizielle, von der Europäischen Kommision veröffentlichte Logo aus:
Das Logo basiert auf dem griechischen Epsilon, was an die Wiege der europäischen Zivilisation, aber auch den Anfangsbuchstaben von "Europa" erinnern soll. (Quelle: http://europa.eu.int/euro/html/static/download6.html)
Wer einen Computer neueren Datums benutzt (insbesondere eine derartige Tastatur) wird schon bemerkt haben, dass sich unter dem "E" das Euro-Symbol befindet. Damit sollte die Eingabe dieses Zeichens durch gleichzeitiges Drücken der Tasten AltGr und e gelingen - wir werden gleich sehen, ob das stimmt und welche Voraussetzungen gegebenenfalls vorher erfüllt sein müssen. (Im übrigen gilt das alles auch, wenn das Symbol noch nicht auf der Taste abgebildet ist.)
Es gibt in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Zeichensätzen, in denen das Euro-Symbol enthalten ist. Dabei werden uns - je nach Klassifizierungsnorm - insbesondere die Typenamen ISO 8859-15 und Latin 9 begegnen.
Die Aussagen beziehen sich konkret auf die von uns derzeit genutzte und in den Pools verfügbare Linux-Distribution RedHat 6.2 mit XFree86-3.3.6.
Das Euro-Symbol wird - entsprechend der o.g. ISO-Norm - in den
Zeichensätzen definiert, die auf iso8859-15 enden
(der standardmäßig benutzte Zeichensatz entspricht der Norm 8859-1).
Allerdings sind in dieser Norm (und damit dem Zeichensatz) auch einige
andere Sonderzeichen anders belegt, insbesondere fehlt das scharfe
Betonungszeichen (Akut-Akzent).
Diese Zeichensätze sind bei der X-Server-Version 3.3.6 jedoch
standardmäßig nicht enthalten, erst bei der Version 4 gehören sie
automatisch dazu.
Wir haben deshalb auf allen vom URZ administrierten Rechnern die
notwendigen Files explizit in den Unterverzeichnissen von
/usr/X11R6/lib/X11/fonts bereitgestellt.
Wie am Anfang beschrieben, wird nun durch Drücken der Tasten AltGr-e z.B. in der Kommandozeile das Euro-Zeichen sichtbar.
Im HTML ist die Benutzung des Euro-Symbols relativ eindeutig geklärt: es gibt ein "Entity" € (oder €), das je nach Browser und verwendetem Zeichensatz durch das gewünschte Zeichen ersetzt wird. Dabei ist zu beachten, dass der Zeichensatz über Angaben im meta-Tag spezifiziert wird. Man müsste also schreiben:
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=ISO-8859-15">
Durch Experimente haben wir ermittelt, wie verschiedene Browser reagieren:
| Browser | ohne Angabe von | mit Angabe von |
|---|---|---|
| charset=ISO-8859-15 | ||
| Netscape 4.x | EUR | ![]() |
| Opera 5 | ||
| Mozilla 0.9.2.1 | ![]() | ![]() |
| Konqueror 2.1 | ? | ![]() |
| Lynx | EUR | EUR |
In StarOffice 5.2 gibt es bei der Text- und Tabelleneingabe schon seit längerem die Möglichkeit, das Euro-Symbol einzugeben. Dazu wird im Menü Einfügen der Punkt Sonderzeichen ausgewählt und dort ein Zeichensatz benutzt, der das Euro-Symbol enthält. Das ist bei einigen der Fall, z.B. "Arioso", "Helmet" oder "Starbats". Die direkte Eingabe des Zeichens erfolgt hier durch gleichzeitiges Drücken der Tasten AltGr-Shift-e. Die so erzeugten Zeichen können auch von StarOffice aus problemlos ausgedruckt werden.
Um den Euro als Währungssymbol im Zellenformat bei der
Tabellenbearbeitung benutzen zu können, muss ein Patch
installiert sein (für alle vom URZ administrierten Rechner
wird das derzeit vorgenommen).
Zu beachten ist dabei allerdings, dass das Euro-Symbol auch dann nur
sichtbar ist, wenn man einen Zeichensatz verwendet, der dieses
Symbol überhaupt kennt ...
In der (zukünftigen) Version 6
von StarOffice ist automatisch das Euro-Zeichen als
Währungssymbol definiert.
Auch hier ist das Problem schon lange bekannt - und gelöst. Wie in der FAQ von DANTE http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/html/makros4.html#11 beschrieben, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Erzeugung eines Euro-Symbols. Die Einfachste benötigt das auch für andere Zwecke sinnvolle Zusatzpaket textcomp und kommt ohne zusätzliche Fonts aus. Allerdings ist das Aussehen dieses Euro-Zeichens nicht normgerecht und auch nicht sehr ästhetisch.
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\usepackage{textcomp} ... Das sind 10 \texteuro. |
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Dasselbe Zeichen wird benutzt, wenn man - wie oben beschrieben - das Symbol über die Tastatur als AltGr+e direkt eingibt und als Eingabekodierung in LaTeX latin9 verwendet: \usepackage[latin9]{inputenc}.
Deshalb ist die Benutzung des Zusatzpakets eurosym mehr zu empfehlen, auch wenn dazu zusätzliche Fonts notwendig sind (diese sind auf den URZ-Rechnern installiert). Insbesondere fällt auf, dass das Euro-Symbol - wie im Beispiel zu sehen - automatisch dem Schriftschnitt angepasst wird.
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\usepackage{eurosym} ... Das sind 10 \euro. \textbf{Das auch: 10 \euro}. \emph{Und das auch: 10 \euro}. |
|
Der Ausdruck solcher mit LaTeX erzeugter Texte ist bezüglich des Euro-Symbols unproblematisch, da das fragliche Zeichen als Bitmap mit an den Drucker geschickt wird.
Unter Linux ist das Drucken des Eurozeichens in den derzeitigen
Systemen noch schwierig. Im allgemeinen erscheint in der Ausgabe
bei Darstellung des EUR-Zeichens das in den bisherigen Tabellen
dafür verwendete sogenannte "International Currency Symbol" ¤.
Da es sicher noch ein paar Jahre dauern wird, bis alle Systeme das
Euro-Zeichen exakt darstellen können, wurde in Zusammenhang mit
dem Programm a2ps (ab Version 4.13)
zur Konvertierung von ASCII-Text nach Postscript ein weiteres
Programm namens ogonkify
für die Unterstützung Internationaler Zeichensätze in Postscript
bereitgestellt. Dieses Programm liefert spezielle Fonts, die in ein
bestehendes Postscript-Dokument eingebunden werden können und
die verwendeten Fonts ohne Euro-Unterstützung durch eigene ersetzt.
Von a2ps werden diese Fonts ebenfalls benutzt zur Erzeugung von
Postscript-Files mit Euro-Zeichen:
a2ps -1 -Xiso15 -o eurofile.ps textmiteuroogonkify kann für einige Applikationen zur Erzeugung von eurofähigen Druckausgaben genutzt werden, so z.B. für Netscape 4.x: (Netscape 4 kann sonst nur die Zeichenkodierung ISO-8859-1 benutzen, also ohne Euro-Zeichen)
ogonkify -AT -N -e L9Wichtig ist, dass in netscape bei Erstellung von Dokumenten mit Euro-Zeichen die Kodierung ISO-8859-15 benutzt wird, die das Euro-Zeichen implementiert. Als Option von a2ps wird dafür das Kürzel -Xiso15 verwendet; ogonkify benutzt zur Darstellung des genannten ISO-Zeichensatzes die alternative ISO-Bezeichnung Latin-9 oder kurz -e L9 (-e steht für enconding).
Zur Anzeige von Postscript-Files unter UNIX-Systemen dienen
gs (GhostScript) oder gv (X-Viewer zu Ghostscript).
Ghostscript kann das Euro-Symbol anzeigen, wenn die entsprechenden Fonts
verwendet werden (z.B. Ogonkify-Fonts oder ISO-8859-15).
Die erzeugten Postscript-Files können allerding nur auf Druckern
mit Unterstützung des EUR-Zeichens gedruckt werden. Generell kann
ein EUR-Zeichen immer als Bitmap gedruckt werden, vorausgesetzt die
Anwendungen erzeugen eine solche. Nachteil dabei ist alledings, dass
solche Postscript-Files nicht skalierbar sind (z.B. von A4 nach A3).
Beim Drucken von (ASCII-)Text unter RedHat-6.2 mit dem Kommando
(/uni/global/bin/)print
wird die beschriebene Version von a2ps benutzt.
Zur Zeit sind die geeigneten a2ps-Versionen für die
Plattformen i386_linux22 und sun5 unter
/uni/global/packages/a2ps-4.13/bin
installiert.
Für diese Plattform gibt es einen lesenswerten Artikel im Netz,
der die Problematik detailliert beschreibt:
http://www.sysmod.com/euronotes.pdf.
Dort kann man folgende wichtige Erkenntnisse entnehmen:
Unter Windows XP und Windows 2000 sind die notwendigen
Schriftarten und Treiber zur Darstellung des Euro-Zeichens standardmäßig
installiert.
Windows 98 verlangt ein Service-Pack 1,
bei Windows NT 4 ist (mindestens) das Service-Pack 4 erforderlich,
damit das Zeichen genutzt werden kann.
Bei älteren Windows-Versionen sind spezielle Updates unter der
Bezeichnung "Euro Currency Support" erforderlich:
Es ist sinnvoll, im Menü Start -> Einstellungen ->
Systemsteuerung -> Ländereinstellungen -> Währung für das
Währungssymbol das Euro-Zeichen auszuwählen. Dann wird in
relevanten Programmen beim Datentyp Währung automatisch das
betreffende Symbol eingesetzt.
Alle vom URZ administrierten Windows-Rechner sind entsprechend
konfiguriert worden, die o.g. Einstellung in der Systemsteuerung muss
jedoch jeder interessierte Nutzer selbst vornehmen!
Allerdings gilt auch für Windows, dass das Euro-Zeichen nicht automatisch in allen Schriftarten enthalten ist und dass es beim Ausdruck zu weiteren Schwierigkeiten kommen kann. Eine ausführliche Übersicht, in welchen Fonts das Symbol definiert ist, enthält der oben genannte Übersichtsartikel.
Netscape und IE5 verhalten sich bezüglich Euro-Zeichen gleich: sofern im HTML-File der Zeichensatz ISO 8859-15 spezifiziert wurde, wird das Zeichen richtig angezeigt.
Bei StarOffice und MS Office ist die Eingabe des Euro-Zeichens
sowohl direkt mittels AltGr+e als auch durch das entsprechende
Menü Eingabe Sonderzeichen möglich.
Bei beiden Programmpaketen ist im Tabellenkalkulationsmodul das
Euro-Zeichen als Währungssymbol schon vorhanden.
Unter den Windows-Systemen müssen geeignete Postscript-Treiber
verwendet werden, die von Microsoft, Adobe oder Herstellern von
Druckern bereitgestellt werden. Im URZ betrifft das vor allem Drucker
von HP und Brother.
Von den im URZ eingesetzten HP-Druckern sind die folgenden Typen
"Euro-Ready":
8550 (tizian), 8150 (leonardo), 4050
(alle neueren Pool- und UB-Drucker),
4550 (spitzweg.bibliothek). Die Drucker vor dem Nutzerservice
StraNa degas (Farbe) und raffael können das
Zeichen leider noch nicht drucken.
In den Pools des URZ sind Druckertreiber vorinstalliert, die das
EURO-Zeichen unterstützen, wenn die Applikationen (wie Word,
Corel, Office o.a.) das tun.
| Autorenkollektiv, Januar 2002 |