Seit einigen Monaten werden im Intranet der TU Chemnitz
Online-Formulare zur Abwicklung verschiedener
Verwaltungsvorgänge angeboten, so zum Beispiel zur
Beantragung und Abrechnung von Dienstreisen
(http://www.tu-chemnitz.de/verwaltung/personal/formular.php3)
oder für Beschaffungsvorhaben
(http://www.tu-chemnitz.de/verwaltung/haushalt/formulare.php3).
Die auf diesen Seiten vorhandenen PDF-Dateien können
vom Nutzer direkt am Bildschirm ausgefüllt
werden, bevor sie zum Unterschreiben ausgedruckt werden
müssen.
Diese - zumindest auf den ersten Blick - sehr bequeme
Arbeitsweise hat allerdings ein paar Haken, über die
hier kurz informiert werden soll.
Das PDF-Format ist (im Gegensatz beispielsweise zum
DOC-Format von Microsoft)
plattformübergreifend, es existiert also auch für andere
Plattformen - die gegebenenfalls kostengünstiger als
Windows sind -
entsprechende Software zur Verarbeitung solcher Files.
Allerdings kann nur das (Voll-)Produkt Adobe Acrobat 5
mit PDF-Formularen so umgehen, dass die gewünschte
Anwendung realisiert werden kann: man kann das Formular
ausfüllen, abspeichern und ausdrucken. Der freie
Acrobat Reader kann zwar auch mit Formularen umgehen,
kann diese aber mit ihrem Inhalt nicht speichern.
Der Vorgang des Speicherns von Formulardaten ist im
allgemeinen aber notwendig. So kann es passieren, dass
man beim Ausfüllen des Formulars feststellt, dass
bestimmte Daten erst noch ermittelt werden müssen,
man also erst später das Ausfüllen fortsetzen kann.
Dann bietet es sich an, den Ausfüllvorgang zu
unterbrechen und später an dieser Stelle weiter zu
machen.
Auch für eine private Archivierung von Formulardaten
ist das Speichern sinnvoll.
Das bedeutet aber, dass der Nutzer unbedingt die
o.g. Software zur Verfügung haben muss - für
Windows- und Macintosh-Nutzer entspricht das einem
finanziellen Aufwand von 26 EUR (pro Rechner).
Das ist zwar nicht allzuviel, auf die gesamte
Universität hochgerechnet stellt das aber eine große
Investition dar, die besonders bei der derzeitigen
Budgetsituation nicht zu verantworten ist.
Linux-Nutzer werden zudem vollkommen ausgegrenzt, denn
für diese Plattform gibt es die Software Adobe Acrobat
nicht!
Als weiteres Problem hat sich ergeben, dass die
genannten Formulare ursprünglich im Excel-Format
entwickelt und mit dem Acrobat PDFWriter für Windows
in PDF-Formulare konvertiert wurden. Der entstandene
PDF-Code scheint problematisch in der Hinsicht zu sein,
dass zwar Adobe Acrobat (sowie auch der Acrobat Reader
und die freie Software xpdf) damit klar kommt, das
Acrobat-Plugin für netscape allerdings nicht.
Außerdem ist schon beobachtet worden, dass das Ausdrucken
fertig ausgefüllter Formulare aus unbekannten Gründen
extrem lange dauern kann (bis zu 2 Stunden für eine
Seite).
In nicht allzuferner Zukunft sollte auch das digitale Unterschreiben von Dokumenten im hochschulinternen Dienstgebrauch eingeführt werden, um Zeit- und Papierressourcen zu schonen. Beim derzeitigen Angebot von PDF-Formularen ist aber in dieser Hinsicht kein kosteneffizienter Weg erkennbar (der das Ausdrucken und handschriftliche Unterschreiben vermeidet).
Das Ziel, die dienstlichen Formulare in elektronischer Form anzubieten ist erstrebenswert. Die derzeitige Realisierung lässt allerdings etliche Wünsche offen. Das URZ bemüht sich, hier in absehbarer Zeit eine alternative Lösung als Prototyp vorstellen zu können.
| Wolfgang Riedel, November 2002 |