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Wie weiter mit Linux im URZ der TU Chemnitz?

Die Firma Red Hat hat im September angekündigt, die Consumer-Version seiner Linux-Distribution aufzugeben und als Fedora Project in die Hände der "Linux-Community" zu geben. Welche Konsequenzen hat das für die bisherigen Nutzer und Betreiber von Red Hat Linux? Der Artikel beschreibt die geplante Vorgehensweise im URZ der TU Chemnitz.

Linux ist eine strategische Betriebssystem-Plattform. Der Einsatz von Linux-Systemen an der TU Chemnitz erstreckt sich über unterschiedliche Server-Bereiche, Mitarbeiter-Arbeitsplätze und Ausbildungs-Pools. In einigen Einrichtungen der Uni werden spezielle Cluster-Lösungen unter Linux eingesetzt, darunter das Chemnitzer Linux Cluster (CLiC).

Die Bedeutung von Linux als BS-Plattform wird auch durch die Anzahl der eingesetzten Rechnersysteme sichtbar: allein durch das URZ werden ca. 1300 Linux-Rechner (Stand Ende 2003) betrieben.

Im URZ wurde in der Vergangenheit konsequent auf die Distributionslinie von Red Hat orientiert. Nachdem die Firma Red Hat vor einigen Wochen ankündigte, in Zukunft keine frei verfügbaren Linux-Distributionen mehr bereitzustellen, sondern das bisherige Red Hat Linux als Open Source Projekt (Fedora Project) in die Hände der "Linux-Community" zu geben, entstand zunächst einige Verunsicherung unter den Betreibern (und Nutzern) von Red Hat Linux.

Auch unter den MitarbeiterInnen des URZ wurde intensiv diskutiert, welche Konsequenzen sich aus dieser Entwicklung für den Einsatz von Linux im Desktop- und Serverbereich ergeben. Insbesondere aus folgenden Gründen haben wir uns entschieden, bei Arbeitsplatz- und Poolrechnern auf Fedora Core 1 (FC 1) zu wechseln (Fedora Core 1 Release Note):

Wie sieht nun der konkrete Zeitplan aus? Der Übergang auf FC 1 soll in drei Etappen geschehen:

  1. Einsatz auf (einigen) URZ-Arbeitsplatzrechnern (bis Anfang Dezember).
  2. Bereitstellung auf allen vom URZ administrierten Arbeitsplatzrechnern (bis Februar 2004).
  3. Installation auf allen Poolrechnern einschließlich der öffentlichen Computerarbeitsplätze der Universitätsbibliothek (Semesterpause, März 2004).

Bei den im URZ eingesetzten Linux-Servern, die gegenwärtig unter RH 7.3 betrieben werden, ist noch nicht klar, ob und wann flächendeckend auf Fedora übergangen wird. Das hängt insbesondere von den Erfahrungen des Einsatzes von FC 1 im Desktop-Bereich ab. Wichtige Kriterien sind dabei die Stabilität und Sicherheit des Systems. Nur wenn gesichert ist, dass ein stabiler, sicherer (und effektiver) Server-Betrieb gewährleistet ist, werden wir auf Fedora Linux wechseln. Eile ist für eine solche Entscheidung aus unserer Sicht nicht geboten, da im Rahmen der oben erwähnten Fedora Legacy die Bereitstellung von Security-Patches für RH 7.3 zumindest bis Ende 2004 gewährleistet werden soll.

Da ähnliche Fragestellungen sicher auch in anderen Einrichtungen der Universität existieren, erscheint es sinnvoll, dass die bisherigen Betreiber von Red Hat Linux einen engen Informations- und Erfahrungsaustausch pflegen. Initiiert wurde dieser auf dem Oktober-UNIX-Stammtisch des URZ, auf dem Enrico Scholz (Informatik-Student und Fedora-Aktivist) zum Stand und der Zukunft des Fedora Projektes berichtete (Enrico Scholz: Das Fedora Projekt - quo vadis Red Hat).

Die weiteren Aktivitäten werden unter Einbeziehung der Erfahrungen mit FC 1 abgeleitet. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse werden wir publizieren (Web, Wiki). Geplant ist auch, ein (oder mehrere) Treffen zu organisieren, auf denen in Form von Workshops oder Diskussionsrunden die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches besteht.


Matthias Clauß, Oktober 2003