TU Chemmnitz

UNIVERSITÄTSRECHENZENTRUM

TU Chemnitz > URZ > Zeitung > Ausgabe 4/2003

Abwehr unliebsamer E-Mails - an drei Fronten gegen Spam

Unerwünschte E-Mails sind leider zu einer Massenplage geworden. Der Artikel reißt an, auf welchen Gebieten etwas gegen Spam unternommen werden muss, und zeigt, welche Schutzmöglichkeiten E-Mail-Nutzer der TU Chemnitz nutzen können.

Die Nutzbarkeit von "Electronic Mail" ist zunehmend bedroht durch verantwortungslose Versender von ungezielten Massen-Mails, die unsere Mailboxen mit ihren meist dubiosen Nachrichten überfluten. Diese unerwünschten Mails werden als Spam oder "Junk Mail" bezeichnet.

Es gibt drei Bereiche, in denen gegen diese unliebsame Erscheinung in der elektronischen Kommunikation gearbeitet wird.

1. Bemühen auf juristischer und politischer Ebene

Die Medien berichten von Klagen großer Internet-Provider gegen Versender von Spam-Mails in den USA mit hohen Schadensersatz-Forderungen. In der EU wurde 2001 das "E-Privacy Directive Proposal COM(2000) 385" verabschiedet: "Commercial Email in European Economic Area will not be allowed without recipients' prior consent." Bis Ende 2003 soll dies in nationale Gesetze umgesetzt sein.

Nunja, wenn dies dann auch durchsetzbar ist, wäre uns allen geholfen ... Wegen der weltweiten Ausbreitung des Internets und der meist schwierigen, aber nicht unmöglichen Rückverfolgung des Absenders werden nationale Gesetze allein das Spam-Problem nicht beseitigen. Hoffen wir wenigstens auf eine Eindämmung.

2. Anstrengungen auf Seiten der Infrastruktur-Betreiber

Die Administratoren von E-Mail-Servern stecken in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite verbietet das Post- und Fernmeldegeheimnis, persönlich adressierte Nachrichten zu verwerfen oder zu verändern. Andererseits möchten verantwortungsbewusste Betreiber die Benutzerinnen und Benutzer vor diesen Mails mit unerwünschten und gar gefährlichen Inhalten schützen.

An der TU Chemnitz versuchen wir diesen Konflikt zu lösen, indem wir eine Reihe von Schutzmöglichkeiten anbieten, die jeder Benutzer individuell nutzen kann, aber nicht muss. Für neu eingerichtete Mail-Benutzer werden bereits Schutzfilter gesetzt. Darüber informiert eine Nachricht in der neuen Mailbox.

Diese Möglichkeiten wurden in den "Mitteilungen des URZ" des öfteren vorgestellt. Unter http://www.tu-chemnitz.de/urz/mail/filter ist nachzulesen, welche Schutzfilter es gibt und wie diese an- oder abzuschalten sind. Gleichzeitig finden Sie dort eine Kontrollmöglichkeit, mit der Sie einen Überblick über evtl. abgewiesene E-Mails erhalten.

Besonders hinweisen möchte ich auf den Schutzfilter Textanalyse, womit alle E-Mails von außerhalb durch ein regelbasiertes Erkennungssystem bewertet werden. Aus dem Inhalt der Mail (bis max. 100 KBytes) wird eine "Spam-Bewertung" (Spam score) berechnet. Aktivieren Sie diesen Schutz, werden für Sie Mails mit der "Spam-Bewertung" > 7 geblockt. Wer diesen Schutz nicht einschaltet, bekommt weiterhin alle Mails. Anhand des Headers X-Spam-Score kann individuell gefiltert werden.

Es liegt auf der Hand, dass die Installation und Betreuung dieser Schutzmaßnahmen vor Spam für das URZ einen nicht zu vernachlässigenden Aufwand bedeutet, den nicht jeder Administrator eines Mail-Servers im Internet aufbringt. So gibt es leider auch Betreiber, die mit dem Thema "Schutz vor Spam" recht nachlässig umgehen (kein Schutz der Mail-Server - "offene Relays") und damit das Problem verschärfen. Das hat verschiedene Ursachen - Mangel an geschultem Personal, kein Geld, keine Zeit ... Dies ist ein Problem, was sich durch Personalabbau und Etatkürzungen verschärft.

3. Schutzmöglichkeiten der Benutzer

Einen vollständigen Schutz vor Spam-Mails werden die o.g. Maßnahmen nicht bieten können, zumal die Einschätzung, welche E-Mail denn nun Spam ist, sehr subjektiv ist. Nicht jede Werbung ist für alle von vornherein unerwünscht ...

Als Benutzer von E-Mail sollten Sie einige Regeln beachten:

Wenn Sie Spam-Mails empfangen:

Schließlich sollten Sie Filtermöglichkeiten Ihres Mail-Programmes benutzen. Der Artikel "Spam-Filter beim Benutzer: Junk-Mail-Filter in Mozilla" erklärt die individuell mitlernenden Filter für Mozilla-Mail, das vom URZ als Mail-Programm für Windows und Linux empfohlen wird.


Frank Richter, Oktober 2003