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TU Chemnitz > URZ > Zeitung > Ausgabe 4/2003

Windows XP - vom Poolbetrieb zum Administrationsdienst

Ausgehend vom aktuellen Stand der Einführung von Windows XP in zwei Pools wird der neue Administrationsdienst Windows XP für Arbeitsplatz-PCs beschrieben. Neben den Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Dienst wird auch das Verfahren zur Migration von bisher im Administrationsdienst Windows NT integrierten PCs skizziert.

Die seit Anfang September 2003 in zwei öffentlichen Computerpools angebotene Betriebssystemplattform Windows XP scheint von den Studenten und Mitarbeitern der TU Chemnitz angenommen zu sein. Bis Ende Oktober wurden mehr als 1150 verschiedene Nutzer registriert, zum großen Teil mit mehreren Sitzungen.
Man könnte meinen, die Einführung von Windows XP in die Dienstepalette des URZ sei damit abgeschlossen. Dem ist nicht so. Es sind weiterhin Arbeiten sowohl in Bezug auf den Poolbetrieb als auch zur Realisierung des Ausbaus der Windows-XP-Plattform im Rahmen der URZ-Dienste notwendig.
So wurden Anfang Oktober planmäßig alle 32 Pool-PCs mit aktualisierten Installationen versehen, zwecks Erweiterung der angebotenen Software. In diesem Fall wurden Software-Pakete im CAD-Umfeld bereitgestellt sowie mathematische Software. Gleichzeitig wurden einige im Pool-Betrieb festgestellte Probleme behoben. Wobei darauf hingewiesen werden muss, dass die weitaus meisten Aktivitäten zwecks Korrektur, Ergänzung und Anpassung der aktuellen Installationen mittels cfengine-Technologie bei jedem Booten eines PC realisiert werden. Dies betraf zum Beispiel die Installation (Hinzufügen) von mehreren sicherheitsrelevanten Patches in den letzten Wochen.
In Bezug auf die für März 2004 geplante Migration aller Windows-NT-Pools nach Windows XP, sind jedoch seitens aller Windows-Pool-Nutzer weitere Aktivitäten notwendig. Jeder sollte sich diese beiden Fragen beantworten:

Administrationsdienst Windows XP

Das Ziel der zweiten Etappe bei der Etablierung von Windows XP im Dienstespektrum des URZ beinhaltet den Aufbau und die Inbetriebnahme eines Administrationsdienstes. Einen Administrationsdienst Windows NT gibt es schon. Dieser wird durch den neuen Windows-XP-basierten Administrationsdienst abgelöst werden.
Der Administrationsdienst Windows XP wird auf der Basis der Technologien des Windows-XP-Poolbetriebs sowie der seit 1997 gesammelten Erfahrungen mit der Administration von mehreren Hundert Windows-PCs aufgebaut.
Wodurch unterscheiden sich die Anforderungen aus dem Administrationsdienst gegenüber der Pool-Technologie?

  1. Differente Hardware - In einem Pool zu administrierende PCs sind weitestgehend identisch, sowohl in der Hardware (PC, Geräte, Bildschirm) als auch den Kapazitäten (RAM, Plattengröße).
  2. Integration von Druckern - Während von den Pool-PCs genutzte Drucker einer einheitlichen Technologie unterliegen, sind in den Struktureinheiten unterschiedlichste Drucker und Druckertechnologien zu beachten.
  3. Kostenpflichtige Software - In den Pools sind neben freier Software lizenzpflichtige Applikationen installiert, für die das URZ die Kosten übernimmt. Demgegenüber sind die Lizenzierungskosten für jedes einzelne kommerzielle Softwarprodukt an Arbeitsplatz-PCs durch den Lehrstuhl oder die Fakultät zu tragen. Dies führt zu differenten Softwareanforderungen.
  4. Kein Nutzerwechsel - Im Gegensatz zu Pool-PCs dürfte ein Nutzerwechsel (Anmelden eines anderen Nutzers) an Arbeitsplätzen kaum relevant sein. Dies ermöglicht bzw. bedingt andere policies (Nutzerrechte).
  5. Keine Vorortbetreuung - In Pools ist eine eingeschränkte Vorortbetreuung möglich, realisiert über die Einbeziehung von Dispatchern aus den Nutzerservice's. An den verteilten Arbeitsplatz-PCs ist dies nicht möglich.

Beschreibung des Administrationsdienstes Windows XP

Ziel des Administrationsdienstes ist es, den Betrieb und die Benutzung von Rechnern im Campusnetz der TU Chemnitz sicher, effektiv und anforderungsgerecht zu gewährleisten. Mit Hilfe von weitestgehend automatischen Verfahren, die auf diesen aktiv genutzten Rechnern regelmäßig initiiert werden, übernimmt das URZ die Verantwortung für alle Aspekte der Systemadministration auf dem gesamten Rechner.
Die Teilnahme am Administrationsdienst beginnt mit einer Anmeldung und der damit verbundenen Spezifikation der gewünschten Leistungen. Dies beinhaltet auch die Anforderung bestimmter kommerzieller Softwarepakete, für die Lizenzgebühren zu bezahlen sind.
Die im URZ realisierte Erstinstallation enthält ein vollständig konfiguriertes und nutzbares Betriebssystem. Ein solcher PC ist in das Campusnetz integriert (Rechnername, IP-Adresse) und enthält spezielle Softwarekomponenten, die für ein sinnvolles Arbeiten am PC notwendig sind. (Während für das Betriebssystem Windows XP Lizenzierungskosten entstehen, sind diese Bestandteile kostenlos.)
Die bereitgestellten Komponenten sind:

Weiterhin wird cfengine - für die automatische Aktualisierung einer Installation- sowie ghost - für die Installation eines Betriebssystems - bereitgestellt. Ghost ist ein kommerzielles Produkt, die Kosten übernimmt das URZ.
Der Rechner kann mit einem Loginkennzeichen des URZ genutzt werden. Mit einer erfolgreichen Anmeldung wird das Netzfilesystem AFS verfügbar gemacht, inklusive des jeweiligen Home-Verzeichnisses. Diese Technologie schließt auch die Möglichkeit ein, sich an anderen administrierten Rechnern oder denen in den öffentlichen Computer-Pools anzumelden. Im Gegensatz zu lokalen Daten werden alle im AFS gespeicherten Daten regelmäßig (einmal täglich) gesichert.
Zusätzliche Softwareinstallationen, entsprechend Anforderung, Lizenzierung und Realisierbarkeit, erfolgen im Anschluss an die Erstinstallation über einen Automatismus. (Die eigene Installation von Software ist im Rahmen des Administrationsdienstes nicht möglich.) Drucker werden ebenfalls in die lokale Installation integriert, auch übliche Scanner und CD-Brenner.

Leistungen im Rahmen des Administrationsdienstes

Migration von PCs im Administrationsdienst Windows NT nach Windows XP

Der Administrationsdienst Windows XP ist für neue bzw. neu zu beschaffende Rechner vorgesehen, da nur mit solcher Technik die Vorteile von Windows XP auch genutzt werden können. Für die zahlreichen im Administrationsdienst Windows NT existierenden PCs wird das URZ Lösungen anbieten.
Für Ende 2004 ist geplant, den Administrationsdienst Windows NT einzustellen und die für diesen Dienst notwendigen Server (Domain Controller) außer Betrieb zu nehmen. Bis dahin sollen alle im Administrationsdienst Windows NT befindlichen PCs entweder in den Administrationsdienst Windows XP überführt sein (Migration) oder sie werden in die vollständige Verantwortung des jeweiligen Nutzers/Mitarbeiters übergeben.
Die Migrationsmöglichkeit ist abhängig von der technischen Ausstattung des jeweiligen PCs. Dies sind, wie schon in vorhergehenden "Mitteilungen des URZ" veröffentlicht, folgende Mindestvoraussetzungen:

In Bezug auf diese Voraussetzungen muss "Mindest-" betont werden. Windows XP benötigt gegenüber Windows NT höhere Kapazitäten, die hier angegebenen RAM- und CPU-Werte sind für eine effektive Nutzung kritisch, natürlich immer abhängig von den eingesetzten Applikationen. Die geforderten 20 GByte Plattenplatz sind anhand der aktuell eingesetzten Softwareprodukte kalkuliert, künftige Anforderungen können auch diesen Wert übersteigen. Im Rahmen von Beschaffungsplanungen sollten also auch diese PCs zur Disposition stehen.

Ablauf der Migration:

  1. Noch in diesem Jahr werden die Verträge für den Administrationsdienst Windows NT seitens des URZ gekündigt, mit dem Ziel der Migration zu Windows XP.
  2. Beginnend im Januar 2004 werden die Verantwortlichen für in den Administrationsdienst Windows NT integrierte PCs vom URZ angeschrieben werden, zwecks
  3. Abschluss einer Vereinbarung zum Administrationsdienst Windows XP, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.
  4. Durchführung der Migration oder Überführung durch das URZ

Sind die Voraussetzungen für eine Migration nicht gegeben, wird die Herauslösung aus dem Dienst vorgeschlagen und bis 09/2004 realisiert. Die Maßnahmen zur Überführung in die Eigenverantwortung werden durch das URZ geplant und durchgeführt. Bis zur vollständigen Umsetzung dieser Aktivitäten werden die Windows-NT-Installationen weiterhin aktiv durch das URZ betreut.

Ankündigung: Installationsdienst Windows XP

Für 2004 ist die Einführung eines sogenannten Installationsdienstes Windows XP geplant. Ziel eines solchen Dienstes ist die Unterstützung von Mitarbeitern, deren PCs aus spezifischen Gründen nicht in den Adminstrationsdienst integriert werden können, die aber trotzdem eine Konfiguration sowie Aktualisierung des PCs durch das URZ nutzen wollen. Neben einer konsistenten und einheitlichen Installation sollen sowohl Komponenten wie OpenAFS oder aktuelle Sicherheits-Patches integriert werden. Die genaue Dienstebeschreibung wird in den nächsten "Mitteilungen des URZ" enthalten sein.


Christoph Ziegler, Oktober 2003