TU Chemmnitz

Universitätsrechenzentrum

TU Chemnitz > URZ > Zeitung > Ausgabe 2/2003


Einsatz von OpenOffice im URZ


OpenOffice

Mit Freigabe des Quellcodes von StarOffice durch die Fa. Sun gründete sich das Projekt OpenOffice.org. OpenOffice.org ist ein OpenSource-Projekt mit der Zielsetzung, eine internationale Office-Suite zu entwickeln, die auf allen wichtigen Plattformen läuft und Zugang zu Funktionen und Daten durch transparente Schnittstellen und ein XML-basiertes Dateiformat gewährt. Die OpenOffice-Suite besteht aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware und Zeichenprogramm. Das Programm ist in 25 Sprachen erhältlich und kann mit Microsofts Office-Formaten 97/2000 und XP umgehen. OpenOffice (exakte Produktbezeichnung ist OpenOffice.org) dient als Basis für die zukünftigen Versionen des kommerziellen StarOffice und wird von der Fa. Sun unterstützt. Daher ist OpenOffice immer aktueller als die entsprechende StarOffice-Version. StarOffice 6/OpenOffice 1.0 unterscheiden sich kaum, im Wesentlichen nur im eingebauten Wörterbuch, Hilfe, Schriftfonts und Importfiltern.

Der Vorteil der Nutzung von OpenOffice ist der kostenlose Einsatz auf verschiedenen Plattformen, insbesondere der kostenlose Zugriff auf ein stetig verbessertes Programm, das auch für den privaten und kommerziellen Einsatz keine Lizensierungsprobleme mit sich bringt. Aufwändige Beschaffung und Eingabe von Installationscodes werden dem Nutzer erspart. Statt eines proprietären Dateiformats wird der offene Standard XML genutzt. Da das Programm quasi auf zwei Säulen (OpenOffice.org und die Fa. Sun) steht, ist es auch eine stabile Zukunftsinvestition. Als Ergebnis von Umfragen im Internet wird das Programm entsprechend den Nutzerforderungen ständig optimiert, z. B. ist eine implementierte PDF-Wandlung und ein integrierter Macrorecorder in der in der zweiten Jahrehälfte geplanten Version 1.1 enthalten.

Dieses Office-Programm ist als Download vom WWW-FTP-Archivbrowser der TU Chemnitz für Linux, Solaris und Windows erhältlich. Für Macintosh gibt es eine Betaversion. In den meisten aktuellen Linuxdistributionen ist es enthalten.

In den vom URZ administrierten PC's unter Linux steht OpenOffice in der Version 1.0.2 zur Verfügung, der Aufruf erfolgt über das KDE-Startmenü unter URZ-Tipps, derzeit noch parallel zu StarOffice 5.2 oder mit dem Kommando ooffice bzw. die einzelnen Module mit swriter, scalc, sdraw, simpress. Im zukünftigen Administrationsdienst auf der Basis von Windows XP Professional wird OpenOffice anstelle von StarOffice installiert.

Umfangreiche Informationen zum Programm bietet das OpenOffice Informationsprojekt OOoDocs und OOoForum (http://www.ooodocs.org, http://www.oooforum.org). Ein neues OOo-Magazin hat der Handel und Technik Verlag (http://www.it-know-how.net ) herausgegeben. Es handelt sich dabei um ein kostenloses eBook im HTML-Format, das vierteljährlich erscheint.

Unterschiede zwischen StarOffice 6.0 und OpenOffice 1.0

Der Quellcode von OpenOffice beinhaltet nicht den kompletten StarOffice-Code. In der Regel liegt der Grund darin, dass Sun für Teile ihres Produktes Lizenzen an Dritte zahlt, die nicht in OpenOffice verwendet werden dürfen. In OpenOffice 1.0 ist im Vergleich zu StarOffice 6.0 nicht vorhanden:

Vergleich OpenOffice 1.0 mit StarOffice 5.2

Neu ist in OpenOffice 1.0 eine vereinfachte Oberfläche: Fehlender Desktop, Beamer und Explorer, Terminkalender und E-Mail-Client. Weiterhin fehlen die Programmmodule Image, Chart und Base .

Neben Verbesserungen in den einzelnen Modulen, bietet OpenOffice Änderungen in den allgemeinen Funktionen: Erneuert wurde die Hilfe, wesentlich verbessert sind die MS Office Importfilter. Die Unterstützung von TrueType-Schriften unter Linux erhielt eine Verbesserung. Standardmäßig wird in einem gepackten XML-Format abgespeichert, dabei ist zu beachten, dass keine Abwärtskompatibilität zu StarOffice 5.2 existiert. Einzelne Teilprogramme können direkt gestartet werden. Weiterhin ist die Makrogenerierung geändert bzw. ein Macrorecorder soll noch entwickelt werden. Zur Zeit stellt das Team OpenOffice.org diverse Kits für die Makrogenerierung zur Verfügung. Erheblich verbessert wurden die Druckeinstellungen und -optionen. Eine Druck-Vorschau ist neu im Programm enthalten. Mittels dieser Funktion ist z. B. ein Mehrseitendruck auf einer Seite aus dem Programm heraus möglich. Die Funktionen "Rückgängig" und "Wiederherstellen" sind menübasiert. Eine Unicode-Unterstützung ist vorhanden. Neu ist der Auto-Pilot, ein Assistent zum Erstellen von Briefen, Faxen, Präsentationen usw..

Das markanteste Problem beim Übergang von StarOffice 5.2 zu OpenOffice.org 1.0 dürfte die Formatänderung sein.  Der Umstieg lohnt sich, seit in der Version 1.0.2 diverse Programmfehler beseitigt worden sind und wegen verbesserter Programmfunktionen und Importfilter. Der fehlende Macrorecorder lässt sich durch individuelles Anpassen der Symbolleisten mit vorhandenen Programmfunktionen verschmerzen.

Erfahrungen im praktischen Einsatz

OpenOffice ist ein stabiles Büroprogramm für die tägliche Arbeit. Es sollte jedoch unbedingt die aktuelle Version genutzt werden, mindestens die Version 1.0.2. Die Programmoberfläche ist durch den Wegfall des Desktops, der Beamer- und Explorerfunktion übersichtlicher. Es gibt keine Probleme bei der Weiterbearbeitung von Dokumenten älterer StarOffice-Versionen und Rückwandlung in das alte Format. Sehr angenehm empfindet man die zur Vorgängerversion wesentlich verbesserten Importfilter zu MS Office. Leider hat sich die Programmstartzeit auch beim Start eines einzelnen Moduls nicht merklich verringert.

 

Edwin Wegener, April 2003