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Pro/ENGINEER Wildfire unter LinuxMit der neuen Version Pro/ENGINEER Wildfire unterstützt die Entwicklerfirma PTC erstmalig Redhat Linux 7.3. PTC entspricht damit als erster Anbieter im MCAD-Markt der wachsenden Nachfrage der Kunden nach einer Unterstützung von Linux als Betriebssystem für Lösungen zur Automatisierung der mechanischen Konstruktion.
Für zahlreiche Produktentwickler weltweit ist Pro/ENGINEER der etablierte Standard im Bereich CAD/CAM/CAE. Das Feedback und die Wünsche zahlreicher erfahrener Anwender aus verschiedenen Bereichen der Produktentwicklung waren Grundlage für hunderte neue Funktionen in der neuen Version Pro/ENGINEER Wildfire, mit deren Hilfe die Entwicklung von Produkten noch einfacher werden soll und eine direkte Zusammenarbeit mehrerer Beteiligter in Echtzeit über das Internet möglich ist.
Besonders hervorzuheben in der völlig überarbeiteten Version sind folgende Neuerungen:
Das 3D-CAD-Programm Pro/ENGINEER ist bereits seit 1994 an der TU Chemnitz als Campuslizenz im Einsatz. Damals schon wurde das Programm für die studentische Ausbildung an der TU Chemnitz favorisiert.
In letzten Jahr wurde von PTC ein erweitertes Programm für Hochschulen angeboten, das University Plus-Paket. Seit November letzten Jahres nimmt unsere Uni auch an diesem Programm teil. Damit stehen zahlreiche Trainingsmaterialien bereit, welche eine Einarbeitung in die Software erleichtern.
Zur Zeit ist die aktuelle deutsche Version Pro/ENGINEER Wildfire in allen URZ-Pools unter Redhat 7.3 lokal installiert. Die Software kann dort von allen Mitarbeitern und Studenten kostenfrei genutzt werden.
Aufruf: /usr/local/bin/proewildfire
(Der Aufruf muss aus einem Verzeichnis mit Schreibrechten erfolgen.)
Das Zusatzpaket Pro/Mechanica ist für Linux noch nicht verfügbar.
Demnächst wird Pro/ENGINEER Wildfire (incl. Pro/Mechanica) auch unter Windows in den URZ-Pools zur freien Nutzung bereitgestellt.
Die neue webbasierte Oberfläche zeigt links den Modellbaum, rechts die Arbeitsfläche. Die Menüleiste im oberen Bereich mit den ausklappbaren Pull-Down-Menüs enthält die Hauptoptionen des Systems. Die Tool-Leisten rechts beinhalten die Funktionen zum Erzeugen und Bearbeiten der Geometrie. Wird ein Tool gewählt, erscheint im unteren Teil das Schaltpult (Dashboard) mit den Definitionsattributen zur Erzeugung des KE.
Bei der Neugestaltung der Bedienerführung wurde viel Wert auf die Vereinfachung der Befehlsstruktur gelegt bzw. darauf, dass die jeweils relevanten Befehle direkter zugänglich sind. So sind insgesamt nur noch 23 Feature-Befehle erforderlich - 70 Prozent weniger als in früheren Versionen.
In der neuen Version bietet das System beim Erzeugen eines Konstruktionselementes immer eine grafische Vorschau, so dass das Ergebnis der betreffenden Operation sofort sichtbar ist.
Die Konzeption bis zum Fertigstellen einer Konstruktion erfolgt in drei grundlegenden Schritten:
Im Teilemodus werden die einzelnen Komponenten (KEs, Profilkörper, Schnitte, Verbund-KEs und Rundungen) erzeugt und editiert.
Beim Entwurf wird mit einem Werkzeug namens Skizzierer ein Bauteilquerschnitt oder eine Bauteilkontur grob skizziert und anschließend mittels der parametrischen Bemaßung auf die exakten Abmessungen gebracht.
Danach wird durch Hinzuweisen eines Wertes für die 3. Dimension eine 3D-Form erzeugt (Verschieben oder Drehen um eine Achse).
Der Wechsel in den Skizziermodus und aus dem Skizziermodus sowie das Editieren der 3D-Geometrie erfolgt über das Dashboard. Es enthält die KE-spezifischen Eingabefelder.
Die modellierten Bauteile können dann zu Baugruppen zusammengebaut werden. Kollisionen zwischen den Bauteilen werden erkannt. Eine Baugruppendatei enthält immer nur die Informationen, die zur Definition der Anzahl und Position ihrer Mitglieder erforderlich ist. Die Produktgeometrie ist immer in den Teiledateien enthalten. Das Editieren eines Teiles beeinflusst automatisch alle verbundenen Teile. Mit Hilfe von Explosionsansichten können die Beziehungen der Teile besser überprüft und dargestellt werden.
Mittels Modellanalyse-Tools können die Massenwerte und das Volumen einer Baugruppe gemessen werden, um das Gesamtgewicht, den Schwerpunkt und die Trägheit zu messen. Die Durchdringung von Komponenten in der gesamten Baugruppe kann ebenfalls bestimmt werden
Von den 3D-Modellen können automatisch fertige, exakte Zeichnungen abgeleitet werden, die bidirektional assoziativ mit den 3D-Modellen verknüpft sind. Alle für das 3D-Modell erzeugten Informationsobjekte (Bemaßungen, Notizen, Flächennotizen, geometrische Toleranzen, Querschnitte, ...) können im Zeichnungsmodus übernommen werden. Bei der Übernahme der Objekte aus dem 3D-Modell bleiben die Objekte verknüpft. Änderungen der Objekte in der Zeichnung werden in das 3D-Modell (und umgekehrt) übernommen. Die übernommenen Bemaßungen können ein- oder ausgeblendet werden.
Eine ausführliche Beschreibung der Grundlagen ist im Handbuch "Überblick für neue Benutzer" zusammengestellt.
Besonders zu empfehlen für Neueinsteiger ist das Lernprogramm Pro/ENGINEER Wildfire Primer. Das Lehrmaterial in diesem interaktiven Lernprogramm behandelt unter anderem grundlegende Konzepte und die Konstruktion einer Computer-Maus. Die erforderlichen Pro/EGINEER Wildfire Beispiel-Dateien befinden sich unter /afs/tucz/global/text/doc/ptchelpWildfire/primer_commercial_parts .
Für erfahrene Nutzer ist das Lernprogramm Pro/ENGINEER Wildfire Fast Track vorgesehen.
Der Einstieg in beide Kurse ist sofort nach dem Starten von Pro/ENGINEER Wildfire im Pro/ENGINEER Browser möglich.
Und zum Schluss noch die wichtigsten Tastenkombinationen zur Darstellung eines Teiles auf der Arbeitsfläche:
| Dagmar Dippmann, April 2003 |