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TU Chemnitz > URZ > Zeitung > Ausgabe 4/2005

Windows-Paket-Management

Voraussetzung für die Bereitstellung aktueller Anwendungssoftware in den Ausbildungspools und auf Arbeitsplätzen ist eine geeignete Softwareverteilungslösung. Dazu gehört auch die Aufbereitung der Anwendungssoftware in Pakete.

Motivation

Ausgehend von den Erfahrungen der Softwareverteilung unter Windows NT 4 wurde eine Softwareverteilungslösung für die im URZ betriebenen Windowsplattformen Windows XP, Windows 2003 und deren Nachfolger entwickelt. Dabei standen Technologien wie RPM aus dem Linuxumfeld Pate. Ziel des Entwurfs war die Verschmelzung der Softwareverwaltung und -verteilung verschiedener Systemplattformen. Die durchgängig guten Ergebnisse bei der Migration der Windowsplattformen in die zentrale Konfigurationsumgebung ToSCA und die damit verbundenen Synergieeffekte von administrativen Aufgaben unterstützten diese Forderung.

Softwarepakete

Ausgangspunkt

Anwendungssoftware wird in den verschiedensten Formen für die Installation auf Endsystemen bereitgestellt. Je nach Hersteller und Komplexität der Anwendung reicht die Palette von einzelnen ausführbaren Dateien über komprimierte Archive bis zu verschiedenen Installerpaketen (z.B. MSI).
Für die automatische Softwareverteilung ist eine nicht interaktive Installation Grundvoraussetzung. Konfigurationsparameter wie Zielverzeichnis der Installation, verknüpfte Erweiterungen und andere Einstellungen müssen der Installationsroutine in geeigneter Form übergeben werden.
Startmenü und Desktopsymbole werden von den Herstellern meist willkürlich abgelegt. Auch an dieser Stelle sind Korrekturen zur Einordnung in sinnvolle Kategorien notwendig.

WPM

WPM steht für Windows-Paket-Management und beschreibt ein Verfahren zur Kapselung von Softwareinstallationen. Mit der Definition von Richtlinien für die Namensvergabe und Versionierung wird die Verwaltung der Softwarepakete deutlich vereinfacht. Update-Mechanismen auf den Endsystemen setzen auf die Versionierung auf. Metainformationen wie Angaben zu Quelle und Lizenz sollen die Pakete transparenter machen.
Die eigentliche Softwareinstallation richtet sich nach der Bereitstellungsform der Anwendung. MSI-Pakete werden beispielsweise mit dem MSI-Installer und lokal angepassten Transformationsskripten installiert. Funktionen wie Dekomprimieren von Archiven, Kopieren von Dateien sowie Modifikationen in der Registry der Endsysteme werden unterstützt. Startmenü und Desktopsymbole müssen vom Paketbauer identifiziert und in festgelegte Kategorien eingeordnet werden. Für Updates ist es oft notwendig, das existierende Softwarepaket zu deinstallieren. Diese Funktion wird über einen eigenen Abschnitt im WPM realisiert.

Softwareverteilung

Die Softwareverteilung und -aktualisierung auf den Endsystemen erfolgt automatisiert. Basis für die Menge der zu installierenden Softwarepakete sind Konfigurationsdaten. Diese sind so organisiert, dass sich Softwarepakete für einzelne PCs oder ganze Gruppen wie alle PCs in den Ausbildungspools verteilen lassen. Da die Softwareverteilung die interaktive Nutzung der Endsystemen je nach Menge und Größe der Pakete einschränkt, erfolgt diese in nutzungsarmen Zeiten.

Fazit

Die Migration der Softwareverteilung in den Ausbildungspools auf WPM bereitete bisher keine Probleme. Installationen und Updates von Softwarepaketen verliefen erwartungsgemäß. Mit der Einführung von WPM auf administrierten PCs wird das Verfahren noch einmal auf die Probe gestellt, da in diesem Umfeld mit stark differierenden Softwarebeständen zu rechnen ist. Die nicht interaktive Installation von Anwendungssoftware bereitet derzeit noch einige Probleme. Oft fehlen dazu Informationen von den Softwareherstellern.


Andreas Heik, Oktober 2005