Zu den wichtigsten Projekten, die UB und URZ in den letzten Monaten gemeinsam bearbeitet haben, gehören die elektronischen Semesterapparate (ESEM) und die automatische Übernahme der Studierendendaten vom Studentensekretariat im Rahmen der Einführung des neuen Studierendenausweises.
Elektronische Semesterapparate (ESEM)
Seit vielen Jahren existieren in der UB traditionelle (papiergebundene)
Semesterapparate. Sowohl die UB als auch mehrere Dozenten haben seit längerem
großes Interesse an der Einführung elektronischer Semesterapparate bekundet,
die die traditionellen Apparate ergänzen und längerfristig vielfach auch
ablösen sollen. Sehr positive praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet hat die
UB Konstanz gesammelt, die ESEM schon länger anbietet.
Ab dem Wintersemester 2005/2006 stellt die UB Chemnitz ihren Benutzern den
Dienst "Elektronische Semesterapparate" ebenfalls zur Verfügung. In diesem
System können verschiedenartige digitale Dokumente, die zu einem
Semesterapparat gehören, an einer zentralen Stelle strukturiert abgelegt
werden. Studenten oder sonstige Nutzer des Semesterapparats haben somit einen
sehr bequemen und schnellen Zugriff auf die Dokumente.
ESEM wird generell über eine leicht bedienbare WWW-Schnittstelle genutzt und
administriert. Der jeweils aktuelle URL ist auf der Seite
Semesterapparate
der UB zu finden.
Die elektronischen Semesterapparate sind hierarchisch geordnet. Auf der
obersten Gliederungsbene stehen die Fakultäten. Darunter folgen die Namen der
Dozenten bzw. Wissenschaftler, die elektronische Semesterapparate
bereitstellen. Diese beiden Gliederungsebenen sind von der UB einzurichten.
Die tiefer liegenden Gliederungsebenen werden von den Dozenten
eigenverantwortlich gestaltet. Sie können die Administration ihrer Apparate
selbst übernehmen oder an einen Assistenten delegieren, indem sie diesen als
Editor eintragen und somit zur Administration eines Apparats berechtigen. Die
UB unterstützt Dozenten bzw. Editoren im Bedarfsfall bei der Pflege ihrer
Apparate.
Dozenten, die ESEM künftig nutzen möchten, werden gebeten, sich an die UB zu
wenden, um sich als Dozent eintragen zu lassen. Nachdem sie eingetragen wurden,
können sie sich unter Verwendung ihrer UB-Benutzernummer und ihres
OPAC-Passworts bei ESEM anmelden und ihre Apparate sowie die Liste der Editoren
verwalten.
Editoren können die Sichtbarkeit der Dokumente festlegen. Drei
Sichtbarkeitsbereiche werden unterstützt:
Öffentlichkeit:
auf die Dokumente besteht freier Zugriff aus dem Internet
Universiätsangehörige:
der Zugriff ist nur aus dem Campusnetz möglich (die IP-Adresse des
Klienten-Rechners muss zum Campusnetz gehören)
Kursteilnehmer:
nur eine vom Editor festgelegte Menge von Nutzern hat Zugriff auf die
Dokumente, wobei sich die Nutzer vor dem Zugriff authentifizieren müssen
Die Authentifizierung gegenüber ESEM erfolgt für Benutzer und Editoren generell
mit UB-Benutzernummer und dem OPAC-Kennwort. Um ESEM authentifizert verwenden
zu können, muss man also eingetragener Leser der UB sein. Das URZ-Loginkennzeichen
ist bei ESEM nicht nutzbar.
Studenten können sich über ESEM für einen Kurs, der nur für Kursteilnehmer
sichtbar ist, anmelden. Editoren können die Liste der Anmeldungen einsehen und
pro Kandidat entscheiden, ob sie ihn akzeptieren oder ablehnen.
Die ESEM-Software wurde am Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ)
entwickelt und der UB Chemnitz als kostenfreie Open-Source-Software zur
Verfügung gestellt. Sie ist an mehreren UBs im Einsatz und wird vom BSZ in
gewissen Abständen gepflegt und weiterentwickelt. Einige Änderungswünsche haben
wir an den Entwickler übergeben.
Bereits im Rahmen der ESEM-Inbetriebnahme gab es einen intensiven Kontakt zum
Entwickler, der bei der Lösung mehrerer Probleme half und teilweise Chemnitzer
Wünsche recht kurzfristig umgesetzt hat.
Unsere ESEM-Installation läuft auf einem Linux-Server der UB. Das URZ hat die
Betriebsvoraussetzungen dafür geschaffen, die ESEM-Konfiguration an unsere
Bedingungen angepasst und realisiert die technische Betreuung der Software.
Für technisch Interessierte sei erwähnt, dass ESEM in Java unter Verwendung des
Frameworks "Jakarta Struts" implementiert wurde und unter der Steuerung des
Servlet-Containers Tomcat läuft. Die ESEM-Dokumente selbst werden im
Dateisystem gehalten, die Metdaten in einer SQL-Datenbank. Wir verwenden
hierfür die Systeme AFS und MySQL, die generell zu unseren Basistechnologien
gehören.
Übernahme der Studierendendaten vom Studentensekretariat
Im August 2005 wurden vom Studentensekretariat die ersten neuen
multifunktionalen Chipkarten ausgegeben, die als Studierendenausweis dienen und
erstmals auch als UB-Benutzerausweis fungieren. Dazu wird die UB-Benutzernummer
in Form eines Barcodes auf die Karten-Oberseite aufgedruckt und zusätzlich im
berührungslosen Chip der Karte gespeichert.
Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Chipkarten wurde ein regelmäßiger
Austausch der Studierendendaten (normalerweise einmal pro Arbeitstag) zwischen
Studentensekretariat und UB vereinbart. Studentendaten können so automatisch in
das Lokalsystem Libero der UB importiert werden. Ein aufwändiges manuelles
Erfassen von Benutzerdaten entfällt.
Seitens des URZ wurde eine Software-Lösung entwickelt, die die Daten des
Studentensekretariats analysiert, die jeweils relevanten Informationen
extrahiert und so konvertiert, dass sie in der von der UB gewünschten Weise in
die Libero-Datenbank eingelesen werden können. Die Software bietet auch
Zusatzfunktionen, z.B. das Drucken von Benutzer-Stammkarten.
Veranstaltungshinweis
"MONARCH - Elektronisches Publizieren im WWW" 24.11.2005 16.30 - 17.30 Uhr ZB Str. der Nationen, Beratungsraum HolgerTrapp, Oktober 2005