Weiterbildungs-Zyklus "Software-Tools"

Zusätzlich zu den bekannten Intensivkursen bietet das URZ seit dem Sommersemester 2006 einen Weiterbildungszyklus "Software-Tools" an. Im Mittelpunkt stehen Werkzeuge zum sicheren und zuverlässigen Betrieb von Rechnersystemen (insbesondere Notebooks) sowie zum konsistenten Software-Management in den BS-Familien Linux und Windows.

Motivation

Zu den Aufgaben des Universitätsrechenzentrums gehört die Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen zu Kommunikations- und IT-Anwendungen. Anliegen ist es dabei, das im URZ vorhandene Wissen sowie die Fähigkeiten und Erfahrungen bei der Nutzung und dem Betrieb von Computern in geeigneter Form an interessierte Mitarbeiter und Studenten der Einrichtung weiterzureichen.

Ansatz für Weiterbildungsthemen

In der Vergangenheit fanden Weiterbildungskurse des URZ meist in Form von Intensivkursen statt, z.B: halbtags oder über mehrere Tage verteilt. Das Themenspektrum beschränkte sich in den letzten Jahren auf einige wesentliche Software-Anwendungen.
Anfragen von Studenten und Mitarbeitern nach Erweiterung der Themenpalette sowie Diskussionen innerhalb des URZ führten zu einem neuen Ansatz, der die bisher praktizierten Weiterbildungsformen ergänzen soll.

Mobile Geräte finden zunehmend Verbreitung und werden vielseitig genutzt: z.B. bei Lehrveranstaltungen, anstelle des klassischen Arbeitsplatz-PCs, auf Dienstreisen und natürlich auch zu Hause. Die technischen Voraussetzungen für den Zugang zum Internet bzw. zum Campus-Netz sowie die Randbedingungen für die Nutzung des mobilen Gerätes können dabei ständig wechseln. Die in diesem Kontext aufgeworfenen Fragen sind vielschichtig, die zu lösenden Probleme meist nicht trivial. Der Nutzer, der oft gleichzeitig auch Administrator des Notebooks ist, muss mitunter ziemlich hohe Hürden überspringen, bevor er sich seinen eigentlichen Aufgaben am Computer widmen kann. Einer der Themenschwerpunkte des Weiterbildungszyklus Software-Tools konzentriert sich deshalb auf die Nutzung und den Betrieb von mobilen Rechnersystemen. Dabei werden in loser Folge aktuelle Fragestellungen diskutiert und Lösungsansätze aufgezeigt.

Der Betrieb von Rechnern im Campusnetz erfordert sicherheitsbewusstes Handeln von Nutzern und Administratoren. Der Themenkomplex Computersicherheit spielt deshalb in den Kursen eine bedeutende Rolle.

Bei unterschiedlichen Anlässen ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass viele Nutzer (z.B. der Computerpools) mit den grafischen Oberflächen der Systeme recht gut umgehen können. Es scheint jedoch oft so, als würden grafische Benutzeroberflächen (Grafical User Interface) als Allheilmittel für alle an einem Computer zu lösenden Probleme angesehen, während die Bedienung über die sogenannte Kommmandozeile im Textmodus zunehmend verpönt ist. In der Folge fällt es diesen Nutzern oftmals recht schwer, sich ständig wiederholende Aktionen wirklich zeiteffektiv und konsistent durchzuführen. Eben solche Aktionen, die man wenigstens teilweise automatisieren, d.h. programmieren sollte. Zur Automatisierung bieten sich oft Software-Werkzeuge aus dem klassischen UNIX-Umfeld an. Diese Software-Werkzeuge - und eine Reihe von Neuentwicklungen - sind in allen Linux-Distributionen verfügbar und stehen meist auch unter Windows zur Verfügung. Im Rahmen des Weiterbildungszyklus sollen solche Werkzeuge, genauer deren effektive Benutzung, vorgestellt und demonstriert werden.

Der Begriff Software-Tool, wie wir ihn als Überschrift für den Weiterbildungszyklus verwenden, soll also in einem weitergehenden Sinne verstanden werden. In diesem Sinne umfasst der Werkzeugkasten im Rahmen der Weiterbildungskurse u.a. Werkzeuge zu

  • Script-Programmierung
  • Softwareentwicklung und Software-Management
  • Textmanipulation einschließlich effektiver Suchmechanismen (reguläre Ausdrücke)
  • effektive Nutzung von (mobilen) Linux- und Windows-Systemen
  • System- und Netzwerkadministration
  • Security-Management

Form der Kurse

Die Kurse finden zu einem festen Termin (Mittwoch Nachmittag, 13:45 -15:15 Uhr) im Campusbereich Reichenhainer Straße statt. Dieser Rhythmus wurde in der Annahme gewählt, dass die potentiellen Teilnehmer damit langfristig planen und diesen Termin entsprechend reservieren können.

Außerdem beschränkt sich die Dauer grundsätzlich auf eine LE (90 Minuten), es wird kein kompletter Nachmittag (oder Vormittag) blockiert. Kann ein Thema in diesem Zeitrahmen nicht behandelt werden, finden in den Folgewochen ein bis maximal zwei Fortsetzungen statt. Wenn die Teilnahme nicht durchgängig möglich ist, besteht immer noch die Möglichkeit, in der Zwischenzeit evtuelle Lücken im Selbststudium zu schließen. Unterbrochen werden die wöchentlichen Veranstaltungen nur durch die jeweils am 2. Mittwoch eines Monats stattfindenden Nutzerforen.

Wir bieten die Kurse durchgehend an, d.h. auch in der Semesterpause. Kurse, die während der Vorlesungen stattfinden, werden bei Wiederholung in die vorlesungsfreie Zeit gelegt und umgekehrt. Das soll für Studenten die Chancen für die Kursteilnahme erhöhen.

Einige Kurse finden direkt am Computer (Poolraum) statt und sind damit auf eine bestimmte Teilnehmerzahl beschränkt.

Zwei gewollte Nebeneffekte seien abschließend erwähnt. Die Autoren eines Kurses müssen - soweit nicht bereits vorhanden - Unterlagen erstellen und publizieren, die zum Selbststudium geeignet sind. Bekanntermaßen trägt die Erarbeitung solcher Unterlagen selbst zur Verbesserung und Systematisierung des Verständisses beim Autor bei. Der andere Effekt besteht darin, dass die Kurse gleichzeitig für die interne Weiterbildung der URZ-Mitarbeiter genutzt werden. Das unterstützt letztlich flexiblere Einsatzmöglichkeiten der Mitarbeiter hinsichtlich der vielfältigen Aufgabenbereiche.

Themen bis April 2007

Erste Erfahrungen zeigen, dass der gewählte Ansatz tragfähig ist und schrittweise ausgebaut werden sollte. Im Zeitraum Oktober 2006 bis April 2007 sind folgende Themen geplant:

  • PAM : Module und Applikationen entwickeln
  • Effektive Nutzung des Texteditors vim
  • RPM -Pakete: Installation und Update mit yum
  • RPM -Paketbau für Fortgeschrittene
  • Sicherer Betrieb von WXP-Systemen?
  • MySQL
  • Skriptgesteuerte Bildbearbeitung
  • Notebooks: Softwareinstallation, Softwareupdate
  • Notebooks - Umgang mit Nutzerdaten
  • Device Handling im Linux
  • PDF erstellen und bearbeiten
  • CUPS - Grundlagen und Prinzipien
  • CUPS - Administration eines LINUX-Clusters

Detailierte Informationen zu den einzelnen Themen einschließlich Inhaltsangabe und Termine finden Sie im Aus- und Weiterbildungsangebot des Universitätsrechenzentrums - http://www.tu-chemnitz.de/urz/awb/.

Ausblick

Das Feedback der Teilnehmer und die Erfahrungen der Autoren werden die zukünftige Ausrichtung der Weiterbildung beeinflussen.
Z.B. könnte es sinnvoll sein, einen weiteren Weiterbildungszyklus anzubieten, um der wachsenden Anzahl neuer Themen Rechnung zu tragen.
Mit Beginn des Sommersemesters 2007 werden Kurse erstmals wiederholt. Neben den bis dahin durchgeführten Kursen (zu 26 verschiedenen Themen) liegen bereits jetzt weitere Themenangebote vor und werden bis dahin vorbereitet. Dazu gehören z.B.

  • Perl -Programmierung
  • Netzwerkmanagement mit nagios
  • Fehlersuche im Windows
  • Audio- und Videotools unter Linux
  • DVD-Authoring mit Linuxwerkzeugen
  • Volume- und Filesystem-Management im Linux
  • Druckeradministration auf privaten Notebooks/PCs

Anregungen, Kritiken, Vorschläge sind erwünscht und werden dankend entgegen genommen, bevorzugt über den Helpdesk, aber natürlich auch im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern des URZ.


Matthias Clauß, August 2006