Unterstützung der Systemplattformen Windows XP, Windows Vista und Scientific Linux
Wie gestaltet sich in Zukunft die Unterstützung des URZ für die Systemplattformen Windows XP , Windows Vista und Scientific Linux ? In welchen Etappen erfolgt die Migration von XP nach Vista? Welche Betriebssystem-Versionen stehen in den zentralen Ausbildungspools zur Verfügung?
Windows Vista oder Windows XP?
Seit Beginn dieses Jahres steht Windows Vista als designierter Nachfolger von Windows XP
zur Nutzung bereit.
Das bedeutet, dass sich mittel- bis langfristig alle Nutzer von WXP-Rechnern mit der
Frage auseinander setzen müssen, wann es sinnvoll bzw. notwendig ist,
auf Vista umzusteigen.
Es geht dabei nicht um die Frage, ob Vista grundlegend besser ist als Windows XP,
sondern darum, dass in absehbarer Zukunft die Unterstützung für neue Hardware durch
XP nicht mehr gegeben sein wird und demzufolge zumindest
bei Neubeschaffungen gar keine Wahl besteht.
Es sei denn, man kann sich mit echten Alternativen anfreunden, z.B. Scientific Linux :-).
Nicht auszuschließen ist,
dass spezielle Anwendungssoftware von den Herstellern erst mit Verzögerung für Vista zur Verfügung gestellt wird.
Es macht deshalb Sinn, sich frühzeitig an den betreffenden Hersteller/Entwickler zu wenden, den Bedarf anzumelden
bzw. sich zu informieren, ob und ggf. ab wann die Software unter Vista läuft.
Das trifft insbesondere auch auf Software zu, die in der studentischen Ausbildung genutzt werden soll.
Die Unterstützung von Systemplattformen ist bekanntermaßen eine personalintensive
Aufgabe für den Betreiber von Rechnersystemen.
Das trifft -
trotz des fortschreitenden Prozesses der Rationalisierung und Automatisierung
der Administrationstechnologien -
auch für das URZ zu.
Bei Windows-Sytemen ist die Installation und das Update von
(Anwendungs-)Software recht aufwändig und vergleichsweise
fehleranfällig.
Insofern wird verständlich, dass der Parallelbetrieb von Vista und WXP eine
zusätzliche personelle Belastung mit sich bringt, insbesondere in der Anfangsphase
der Einsatzvorbereitung von Vista.
Langfristig müssen alle jetzt mit WXP laufenden Systeme nach Vista migriert oder
- falls die Hardware--Voraussetzungen nicht gegeben sind -
außer Betrieb genommen werden.
Im Abschnitt "Roadmap" werden die Terminvorstellungen für diesen Prozess genannt.
Scientific Linux
Im Frühjahr erfolgte die Einsatzvorbereitung der neuen Version 5 von Scientific Linux.
Scientific Linux 5 basiert (bekanntermaßen) auf Red Hat Enterprise Linux 5.
Neben den Poolrechnern wurde die Migration der vom URZ betreuten
Arbeitsplatzrechner im LADM-Dienst (insgesamt 385 Systeme) abgeschlossen.
Ein Teil der ca. 170 eingesetzten Linux-Server ist mittlerweile auf SL 5 umgestellt,
meist auf die 64-Bit-Version (Architektur x86_64).
Die schrittweise Migration von Servern wird sicher noch einige Monate dauern,
zumal dies im Kontext der angestrebten Virtualisierung von Server-Diensten
erfolgen soll.
Der personelle Aufwand für Betrieb und Pflege von Linux-Systemen ist
geringer einzuschätzen als der Aufwand für Windows-Systeme.
Bei Linux wird er maßgeblich von den
häufigen Updates des Linux-Kernel einschließlich der involvierten Treiber geprägt.
Letztlich ist es auch im Linux-Umfeld sinnvoll,
die Menge der parallel betreuten Versionen zu begrenzen. Das bedeutet konkret,
dass Ende Oktober 2007 die Unterstützung von SL 3 seitens des URZ endete und
die betreffenden Rechner nach SL 4 bzw. SL 5 migriert wurden.
Informationen über die Unterstützung der Systemplattformen findet man unter:
Systemplattformen -
http://www.tu-chemnitz.de/urz/system/index.html.
Ausbildungspools
Seit Mai 2007 steht Windows Vista in den Ausbildungspools
- Reichenhainer Straße 70, Poolraum 301 sowie
- Straße der Nationen 62, Poolraum 207
zur Verfügung.
Dieser Pilotbetrieb dient dazu, dass sich Ausbilder und Studenten mit den
Neu- und Besonderheiten des Betriebssystems vertraut machen können.
Darüberhinaus kann geprüft werden, ob die für die Ausbildung benötigte Anwendungssoftware
(schon) verfügbar ist, ob die betreffende Software ohne Probleme läuft usw.
Der Pilotbetrieb läuft bis Ende des Sommersemesters 2008 in den genannten Pools.
Das URZ orientiert darauf, dass bis Juli 2008 durch die Ausbilder und Praktikaverantwortlichen
getestet wird, ob die jeweilige Ausbildungssoftware unter Vista läuft und
der Ausbildungsbetrieb unter Vista uneingeschränkt möglich ist.
Geht man davon aus, dass der Wechsel von WXP nach Vista mit Beginn des Wintersemesters 2008
nicht für alle Praktikumsgruppen möglich ist,
so müsste der WXP-Betrieb in
einigen Poolräumen für die Dauer eines weiteren Studienjahres
aufrecht erhalten werden.
In der Konsequenz stünde
für die Dauer von zwei Semestern, d.h. bis Ende Sommersemester 2009 in einem Teil der Ausbildungspools
Vista, in einem anderen Teil WXP zur Nutzung bereit.
Das könnte u.U. zu Engpässen bei der Planung der Poolraumbelegung führen.
Insofern ist es wünschenswert, wenn bereits mit Beginn des Wintersemesters 2008 komplett auf Vista
migriert werden könnte.
In jedem Fall
ist geplant, mit Beginn des Wintersemesters 2009
komplett auf Vista umzustellen und damit
die Kooexistenz beider Betriebssystem-Varianten zu beenden.
In
allen zentralen Ausbildungspools kann alternativ zu WXP bzw. Vista
die jeweils aktuelle Version von
Scientific Linux genutzt werden.
Gegenwärtig läuft auf allen Poolrechnern (insgesamt 275 Systeme) die Version SL 5.0.
Für das Sommersemester 2008 ist die Version SL 5.1 zu erwarten,
was aber für die Nutzer keinerlei Konsequenzen nach sich zieht.
Man kann davon ausgehen, dass die Version SL 5 bis wenigstens Sommersemester 2009
im Einsatz sein wird, evtl. auch noch die darauffolgenden 2 Semester, da der Wechsel einer Version
nur zu Beginn eines neuen Studienjahres sinnvoll ist.
Admin-Dienste
Das URZ bietet Angehörigen der TU Chemnitz an, die
ADMIN-Verantwortung für eigene Rechner (z.B. PC-Arbeitsplätze) komplett an das URZ zu übergeben.
Die administrative Verantwortung für diese PCs wird dabei vollständig an das URZ als Service Provider delegiert.
Die Betriebsverantwortung bleibt beim Auftraggeber.
Diese Dienste existieren bislang für Windows XP (Bezeichnung:
WXPADM) und Linux (
LADM).
Für Windows XP besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit, den Dienst
WXPSelfADM für einen oder mehrere
PCs zu nutzen.
Im Unterschied zum o.g. Dienst WXPADM wird die ADMIN-Verantwortung zwischen dem URZ und einem oder mehreren
Administratoren "vor Ort" (
Selfadmin) geteilt.
WXPSelfAdmin - Management von WXP-Rechnern mit lokalen Admin-Rechten -
http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2006/0205/data/wxpself/index.html
Das URZ ist hierbei verantwortlich für die Basis-Installation
sowie die Wartung von in diesem Kontext installierten Komponenten.
Der
Selfadmin übernimmt danach neben der Betriebsverantwortung
auch die administrative Verantwortung für diesen PC.
Dies schließt insbesondere folgende Aufgaben ein:
- Installation von Software, die vom URZ nicht angeboten wird
- Installation von Druckern
- vollständige Integration von zusätzlich angeschlossenen Geräten (z.B. Scanner)
- Beheben von Fehlersituationen
- Wiederherstellung der Basis-Installation sowie selbst vorgenommener Modifikationen
Ab sofort besteht die Möglichkeit, die in der Entwicklung befindlichen
Admindienste für Vista (
WVIADM bzw.
WVISelfADM) in Anspruch zu nehmen,
z.B. bei Neubeschaffungen von PCs.
Wir sprechen dabei von einer Pilot-Nutzung der Dienste,
da diese noch nicht in allen Belangen ausgereift sind.
Möglicherweise treten noch einige Probleme auf, z.B. auf Grund nicht
ausreichender Vista-Erfahrungen bei den betreffenden URZ-Admins.
Andererseits können die Nutzer auf diese Weise frühzeitig Vista auf ihren Rechnern nutzen.
Sie werden dabei
durch das URZ unterstützt und helfen ihrerseits, dass die ieventuellen "Ecken und Kanten" der Admindienste beseitigt werden.
Nach Ende des Pilotbetriebes (etwa ab Mai 2008) wird empfohlen,
z.B. bei Neubeschaffungen gleich Windows Vista einzusetzen.
Man sollte sich im Klaren sein,
dass jetzt oder zukünftig beschaffte WXP-PCs nicht bis zum Ende ihrer Nutzungszeit unter WXP
genutzt werden können, wenn man eine Nutzungsdauer des PCs von wenigstens 4 Jahren annimmt.
Das URZ wird die Unterstützung von Windows XP im Herbst 2010 einstellen.
Spätesten bis dahin müssen die betreffenden Systeme von Windows XP nach Windows Vista migriert
werden.
Ab Anfang 2008 ist geplant, für PCs, die im Linux SL 5 genutzt werden, zusätzlich zum Dienst
LADM
einen Dienst mit geteilter ADMIN-Verantwortung anzubieten:
LSelfADM .
Analog zu den oben erläuterten Diensten WXPSelfADM bzw. WVISelfADM übernimmt hierbei ein lokaler
Administrator nach der Installation die administrative Verantwortung für diesen PC.
Roadmap des URZ
Die langfristigen Vorstellungen des URZ zur Unterstützung der Systemplattformen
werden im folgenden skizziert.
Die dabei genannten Termine sind nach intensiver Diskussion und sorgfältiger Prüfung
enstanden sowie durch den URZ-Beirat bestätigt worden.
Den Nutzern der Ausbildungspools und den Nutzern bzw. Betreibern von Arbeitsplatzrechnern
in den Einrichtungen der Universität dient dieser Zeitplan als Orientierungshilfe.
Sie können sich frühzeitig auf die geplanten Veränderungen einstellen und die dabei notwendigen
Vorkehrungen treffen.
Dieser Prozess wird durch begleitende Maßnahmen des URZ gestützt, z.B. durch ein
vielfältiges Weiterbildungsangebot.
Natürlich sind die konkreten Termine nicht als Dogma zu verstehen,
in weiter Ferne liegende Termine können sich auf Grund
nicht vorhersehbarer Entwicklungen ändern.
Vista, WXP
Nachfolgende Tabelle enthält die zeitlichen Vorstellungen des URZ zur Unterstützung von Windows Vista und Windows XP.
Man kann dabei grob drei Phasen erkennen:
- Aufbau der Vista-Infrastruktur
- Koexistenz von Vista und XP
- Migration von XP nach Vista
| Datum | Meilenstein | Erläuterung |
| 11/2007 | Pilotnutzung WVIADM, WVISelfADM | 6 Monate Pilotbetrieb der Vista-Admindienste |
| 04/2008 | Vista-Admindienste uniweit verfügbar | Beginn des Produktionsbetriebes für Vista-Admindienste |
| 09/2008 | Migration WXP-Admindienste -> Vista | schrittweise Überführung der WXP-Rechner nach Vista in Abstimmung mit den Nutzern |
| 09/2008 | Pools: Vista, WXP (nach Bedarf) | je nach angemeldetem Bedarf wird in den Ausbildungspools entweder Vista oder WXP bereitgestellt |
| 05/2009 | WXP: Legacy Mode | es werden keine neuen Admindienstaufträge für WXP angenommen; für WXP-Rechner werden nur noch Security-Patches durchgeführt |
| 09/2009 | Pools: ausschließlich Vista | in den Ausbildungspools steht WXP nicht mehr zur Verfügung |
| 10/2010 | Deadline WXP-Admindienste | ab diesem Zeitpunkt endet die Unterstützung von Windows XP durch das URZ |
Scientific Linux
| Version | Unterstützung bis mindestens | Erläuterung |
| Scientific Linux 3 | 10/2007 | danach endet die Unterstützung durch das URZ, LADM-Rechner werden migriert nach SL 4 bzw. SL 5 |
| Scientific Linux 4 | 10/2008 | LADM-Dienst mindestens bis zu diesem Zeitpunkt gewährleistet, begründete Verlängerung möglich |
| Scientific Linux 5 | 4/2010 | Mindestlaufzeit der Plattform-Unterstützung durch das URZ |
Die Tabelle gibt die Zeitpunkte an, bis zu denen die jeweilige Version von Scientific Linux durch das URZ unterstützt
wird. Das schließt die Bereitstellung der betreffenden Admindienste für Rechner von Einrichtungen der Uni ein.
In begründeten Fällen erfolgt eine individuelle Verlängerung, z.B. wenn die Hardware-Voraussetzungen des betreffenden Rechners
für eine Migration auf die
nächst höhere Version nicht gegeben sind oder spezielle Anwendungssoftware nur auf der alten Betriebssystem-Version läuft.
Die Deadline für die Plattform-Unterstützung wird von den Lieferanten der Original-Systeme
(Red Hat Enterprise Linux, Scientific Linux)
bestimmt: wenn die Bereitstellung von Security-Patches für die Systemkomponenten durch die Entwickler eingestellt wird,
dann ist der Betrieb solcher Systeme im Campusnetz nicht mehr sicher.