DFN-AAI - Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur im Deutschen Forschungsnetz
Für die Nutzung bestimmter Webdienste muss man sich authentifizieren (anmelden). Um dies sicher und für Benutzer gleichzeitig komfortabel zu gestalten, ist eine Infrastruktur nötig, die in diesem Artikel beschrieben ist.
Das
Web-Trust-Center der TU
Chemnitz ist Mitglied der
DFN-AAI-Föderation.
Eine Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur (AAI) bezeichnet
einen Service und ein Verfahren, Angehörigen unterschiedlicher Institutionen
Zugriff auf geschützte Informationsangebote zu ermöglichen, die verteilt auf
unterschiedlichen Webservern liegen. Mittels AAI wird geprüft, ob eine Person
berechtigt ist, auf eine Ressource zuzugreifen, wobei die Prüfung nicht
aufgrund eines zentralen Registers erfolgt, sondern bei der jeweiligen
Heimatorganisation der Person, die den Zugriff auf die Ressource wünscht.
Alle Teilnehmer der DFN-AAI bekennen sich zur Einhaltung der geltenden Datenschutzrichtlinien.
Das bedeutet für Sie als Nutzer/in der TU Chemnitz:
- Sie können zukünftig Web-Angebote anderer wissenschaftlicher Einrichtungen (Hochschulen, Bibliotheken, Informationszentren) nutzen, ohne sich dort neu anmelden und zusätzliche Logins und Passwörter merken zu müssen.
- Die Überprüfung Ihres Logins und Passwortes erfolgt immer am Web-Trust-Center der TU Chemnitz.
- Als Webautor können Sie Ihre geschützten WWW-Angebote auch anderen Benutzern im DFN anbieten, ohne sich um die Nutzerverwaltung kümmern zu müssen.
Hinweise zum Datenschutz
Beim Zugriff auf externe Web-Anwendungen, die über DFN-AAI geschützt sind,
werden vom Web-Trust-Center der TU Chemnitz folgende persönliche Daten weitergegeben:
- Vorname, Nachname
- Loginkennzeichen
- E-Mail-Adresse
- Zugehörigkeit (Studierender, Mitarbeiter)
Vor der Weitergabe der Daten können Sie entscheiden:
- Ja, Daten nur dieses mal weitergeben.
- Daten werden übergeben, die Web-Anwendung ist nutzbar.
- Sie werden beim nächsten mal wieder gefragt.
- Nein, meine Daten dieses mal nicht weitergeben.
- Daten werden nicht übergeben, die Anwendung ist nicht benutzbar.
- Sie werden beim nächsten mal wieder gefragt.
- Ja, meine Daten immer an Partner der TU Chemnitz weitergeben.
- Ihre o.g. Daten werden an alle Mitglieder der DFN-AAI weitergegeben,
- Alle Web-Anwendungen sind ohne erneute Nachfrage benutzbar (falls vom Anbieter erlaubt).
- Sie können diese Entscheidung über eine Einstellung in MyURZ widerrufen.
Stichwort "Shibboleth"
Shibboleth ist ein vom Internet2/MACE entwickeltes Verfahren zur verteilten
Authentifizierung und Autorisierung für Webanwendungen und Webservices. Das
Konzept von Shibboleth sieht vor, dass der Benutzer sich nur einmal bei seiner
Heimateinrichtung authentisieren muss, um ortsunabhängig auf Dienste oder
lizenzierte Inhalte verschiedener Anbieter zugreifen zu können (englisch "Single
Sign-On"). Shibboleth basiert auf einer Erweiterung des Standards SAML.
Die Funktionsweise von Shibboleth lässt sich am einfachsten anhand des folgenden Szenarios erklären:
Authentifizierung (Wer bist Du?)
Ein Benutzer will auf eine geschützte Ressource zugreifen. Der Anbieter
nimmt die Anfrage entgegen und prüft, ob der Benutzer bereits authentifiziert
ist. Wenn nicht, wird er zu einem Lokalisierungsdienst weitergeleitet. Der
Lokalisierungsdienst bietet eine Auswahl von Einrichtungen an. Der Benutzer
wählt seine Heimateinrichtung aus und wird zu dieser weitergeleitet. Die
Heimateinrichtung prüft, ob der Benutzer bereits authentifiziert ist. Ist dies
nicht der Fall, wird der Benutzer aufgefordert, dies zu tun (zum Beispiel mit
Benutzerkennung und Passwort oder Chipkarte). Die Heimateinrichtung stellt
einen "digitalen Ausweis" aus und leitet den Benutzer zum Anbieter zurück. Der
Anbieter prüft den Inhalt des digitalen Ausweises.
Autorisierung (Was darfst Du?)
Benötigt der Anbieter weitere Informationen, um zu entscheiden, ob der
Benutzer auf die gewünschte Ressource zugreifen darf (zum Beispiel die
Fakultätszugehörigkeit bei einer Universität), so fragt er bei der
Heimateinrichtung des Benutzers nach. Der Anbieter prüft über das eigene
System, ob der Benutzer auf die Ressource zugreifen darf, und gestattet den
Zugriff oder lehnt ihn ab.
Quelle: Wikipedia
Shibboleth an der TU Chemnitz
Die TU Chemnitz war eine der ersten Einrichtungen, welche Shibboleth eingeführt
hat. Bereits im Jahr 2005 wurden die ersten Webserver im URZ "shibbolisiert" und
der Dienst "Web-Trust-Center" bereitgestellt. Kurz darauf - im
Jahr 2006 - wurde in Sachsen die erste Shibboleth-Föderation mit dem Namen
SAXIS gegründet. Diese ermöglicht eine hochschulweite Authentifizierung am
Bildungsportal Sachsen.
Shibboleth erwies sich an der TU Chemnitz als sehr skalierbares und tragfähiges
Konzept. Bis heute wurden alte Authentifizierungsverfahren an allen Webservern
der TU Chemnitz abgelöst und flächendeckend Shibboleth eingeführt. Zur Zeit
sind 70 so genannte Identity-Provider (Webserver) in der TU Chemnitz mit
Shibboleth ausgerüstet, an denen unsere Benutzer geschützte Dienste nutzen können,
ohne sich jedes Mal neu anmelden zu müssen.
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/urz/www/wtc.html