Windows Vista am Campus - Stand und Perspektive

Windows Vista wird sich in den nächsten Monaten weiter verbreiten, sowohl in den Ausbildungs-Pools als auch bei Arbeitsplatzrechnern.

Ausgangspunkt

Das Windows-Betriebssystem Vista ist nun schon länger als ein Jahr auf dem Markt. Trotz aller Probleme, die in dieser Zeit von Nutzern in einschlägigen Medien und Foren diskutiert wurden - Vista ist die Windows-Plattform der nächsten Jahre. Nach gegenwärtigem Stand wird Windows XP von Microsoft noch bis 14.04.2009 unterstützt ("Mainstream Support"), danach gibt es nur noch Sicherheits-Patches. Es ist schon jetzt abzusehen, dass neuere Hardware-Komponenten in Zukunft nur noch von Vista unterstützt und dass zukünftige Softwareversionen auch nur noch unter Vista lauffähig sein werden.
Es ist also an der Zeit, die vorhandene IT-Infrastruktur zu untersuchen, ob und wann ein Update von XP auf Vista stattfinden kann, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Konsequenzen der Umstieg hat. Neubeschaffte Rechner (sowohl Arbeitsplatzrechner als auch Poolrechner, bei Privatrechnern sowieso) werden automatisch mit einer Vista-Lizenz bzw. vorinstalliertem Vista ausgeliefert. Und das URZ hat die Aufgabe, Dienstleistungen für Vista-basierte Systeme (Stichwort "Admindienst") zu entwickeln und anzubieten.

Aktueller Stand Pools

Mit Beginn des Wintersemesters 2007/08 wurde in den Pools Reichenhainer Straße 70, Raum B301 und Straße der Nationen, Raum B207 Windows Vista als zweites System neben Linux installiert, um einen Testbetrieb zu ermöglichen (s. Roadmap in "Mitteilungen des URZ, 4/2007". In diesen Pools ist eine große Menge Anwendungssoftware verfügbar (s. Tabelle), wobei dieser Softwarebestand laufend aktualisiert und erweitert wird.
Alle Nutzer wurden aufgefordert, ihre Erfahrungen in der Vista-Nutzung an das URZ zu schicken. Leider mussten wir feststellen, dass das Volumen der Nutzung von Vista sehr gering war und nur vereinzelt Rückmeldungen bei uns eingetroffen sind.

Trotzdem haben wir uns - entsprechend des Votums des URZ-Beirats vom November 2007 - entschlossen, mit Beginn des kommenden Wintersemesters in weiteren Pools Windows Vista anzubieten, in diesem Fall für den regulären Ausbildungsbetrieb. Nach gegenwärtigem Stand betrifft das die Poolräume

  • Reichenhainer Straße 70 (Turmbau), Raum B302
  • Straße der Nationen 62, Raum 066
In diesen Räumen wird im August/September Windows XP durch Windows Vista ersetzt werden.

Wie eine Umfrage unter Lehrbeauftragten im Vorfeld des URZ-Nutzerforums im April 2008 und die Diskussion auf dem Nutzerforum selbst ergeben haben, gibt es durchaus Interesse daran, Lehrveranstaltungen in Pools sobald wie möglich unter Vista durchzuführen. Entscheidend für den Einsatz von Vista in diesem Zusammenhang ist, ob die benötigte Anwendungssoftware existiert und funktioniert. Es muss zunächst der konkrete Softwarebedarf gesammelt werden (s. dazu Artikel [Softwarebedarf], die Software muss aufbereitet, installiert und vor allem intensiv getestet werden. In diesem Punkt erhoffen wir uns aktive Unterstützung durch die Mitarbeiter, die im kommenden Semester diese Lehrveranstaltungen halten werden. Nur sie können im Detail prüfen, ob die Software ihren Anforderungen genügt. Wir haben mittlerweile jeden, der innerhalb der Ausbildung eine Software unter Vista nutzen möchte, angeschrieben, diese in den beiden o.g. Pools zu testen und uns eine "Freigabe" zu erteilen, damit mit Beginn des Wintersemesters im Oktober 2008 alle Anwendungen ausreichend getestet sind.

Aktueller Stand Administrationsdienste

Parallel zu den Arbeiten, Vista für die Ausbildungspools bereitzustellen, hat das URZ Dienste entwickelt, um dem Nutzer maßgeschneiderte Vista-Arbeitsplatzrechner anbieten und betreuen zu können. Die von Windows XP bekannten Admindienste existieren mittlerweile auch für Windows Vista
  • Komplett-Admindienst: WVIADM
    Der Nutzer wählt aus einer vorgegebenen Liste die für ihn interessanten Anwendungen aus, diese werden (zusammen mit dem Betriebssystem) installiert und der Nutzer kann seinen Rechner als Arbeitsmittel nutzen. Er hat keine Möglichkeiten, eigene Modifikationen oder Installationen vorzunehmen.
  • Self-Admindienst: WVISelfADM
    Zusätzlich zu den Möglichkeiten von WVIADM erhält der Nutzer die volle Administrationsverantwortung für seinen Rechner (in Form eines Administrator-Passworts). Er ist damit für Nachinstallationen und Änderungen selbst zuständig.

Diese Dienste werden zunächst für PC-Systeme angeboten, die jetzt über das Beschaffungsportal der Zentralen Verwaltung neu gekauft werden.

nächste Aktivitäten, Konsequenzen

Die Firma Microsoft entwickelt Windows Vista ständig weiter, so ist mittlerweile ein erster Service Pack für Vista verfügbar. Dieser SP1 behebt eine ganze Reihe von Sicherheitsschwachstellen des Original-Vista und bringt auch funktionelle Erweiterungen mit. Wir untersuchen im Moment, inwieweit Vista mit SP1 für die Installation auf Poolrechnern und im Rahmen der Admindienste verwendbar und geeignet ist. Die Entscheidung für den Einsatz von SP1 sollte bis Ende Juni 2008 fallen.

Neben der bereits oben erwähnten Installation von Vista in weiteren Ausbildungspools wird das URZ in der nächsten Zeit intensiv daran arbeiten, Wege und Methoden zur Migration der bisher durch WXP-Admindienste betreuten Rechner nach Vista zu entwickeln. In Abstimmung mit den Nutzern müssen wir die technischen Voraussetzungen für einen Einsatz von Vista prüfen, die benötigten Anwendungen und Lizenzen analysieren und dann letztlich das System-Upgrade durchführen. Schon aus dem Grund, dass dafür in der Regel finanzielle Aufwändungen (neue Technik, Vista-Lizenzen, neue Lizenzen für Anwendungssoftware) zu erbringen sind, muss die Migration langfristig angelegt und - für das Haushaltsjahr 2009 - geplant werden.


Dr. Wolfgang Riedel, Christoph Ziegler, Juni 2008