Vidkon - ein Schritt in Richtung Multimedia-Campus
Das URZ definiert die Vision "Multimedia-Campus" um die Vernetzung von Informationen zwischen verschiedenen Medien zu ermöglichen. Das Projekt VidKon, welches in diesem Artikel vorgestellt werden soll, ist ein Baustein einer langfristigen Medien-Strategie.
Multimedia-Campus TU Chemnitz
In unserer Gesellschaft nimmt die Vernetzung von Informationen in und
zwischen einer Vielzahl von Medien einen immer größeren Stellenwert
ein. Um attraktiv und zukunftsorientiert zu bleiben, muss auch die TU
Chemnitz weiterhin ihren Spitzenplatz in dieser Entwicklung stärken.
Die Vision "Multimedia-Campus" geht einen Schritt in diese Richtung.
Der "Multimedia-Campus" besteht dabei aus einem soliden Fundament
sowie einzelnen Säulen. Fundament ist das
Hochgeschwindigkeit-Campusnetz des URZ mit den einzelnen
Basisdiensten wie z.B. Speicherdienste, Email, Web. Auf diesen
Basisdiensten bauen einzelne Säulen auf, welche in der Summe den
"Multimedia-Campus" definieren. Diese einzelnen Säulen sind dabei nicht nur Dienste des URZ. So bildet
z.B. der Medien- und Streaming-Dienst des Bildungsportals Sachsen eines
dieser Standbeine. Auch die auf Voice-Over-IP bassierende
Kommunikations-Infrastrukur sowie Web- und Telefon-Konferenz-Dienste
bilden weitere - bereits nutzbare - Säulen in der Medien-Strategie.
Neben diesen bereits vorhandenen Komponenten entwickeln sich zukünftig
weitere Anforderungen und Ideen, die die Funktionalität des
"Multimedia-Campus" erweitern werden. Aktuell stellt das URZ zur Zeit
einen Großgeräteantrag zum Thema "VidKon - multimediale Videokonferenz am Campus",
welcher im folgenden vorgestellt wird.
DFN-Videkonferenz-Dienst
Teil der Videokonferenz-Säule ist die Integration der TU Chemnitz in den
Video-Konferenz-Dienst des DFN.
Mit diesem Angebot des DFN können hochauflösende Videokonferenzen
mit einem großen Teilnehmerkreis
durchgeführt und diese gleichzeitig aufgezeichnet werden.
Dieser Dienst stellt folgende Funktionen bereit:
- Auflösung von Rufnummern zu H323-Endpunkten (Gatekeeper-Verbund)
- HD-MCU (Multipoint-Conferenz-Unit)
- Aufzeichnung von HD-Konferenzen
Das URZ ist bereits in diese DFN-Infrastruktur eingebunden. Zukünftig
individuell beschaffte Konferenz-Systeme (Endpunkte) können über das URZ die
Dienste des DFN kostenlos in Anspruch nehmen.
VidKon - multimediale Videokonferenz
Zusätzlich zu den traditionellen IT-Diensten des URZ stellen wir
seit 2006 auch eine
moderne VoIP-basierende Telefonanlage. Diese ist in der Breite auf sprachliche
Kommunikation orientiert.
In zunehmendem Maße werden durch Strukturen der Universität und externe
Partner Formen der multimedialen Kollaboration nachgefragt. Solche Anfragen
können Stand Herbst 2008 nicht befriedigt werden, da es an der TU Chemnitz,
abgesehen von lokalen Versuchsinstallationen, keine Möglichkeit gibt,
videobasierte Kommunikation zu realisieren.
Das Fehlen dieser Möglichkeit führt zu folgenden, auch wettbewerblichen Problemen:
- keine zeitnahe Kommunikation mit externen Partnern in Forschung und Wirtschaft
- finanzielle Aufwendungen für Dienstreisen
- keine Möglichkeit gemeinsamer Lehrveranstaltungen mit externen universitären Partnern (in den Varianten Zuhörerschaft lokal und Referent extern oder lokaler Referent und externe Zuhörerschaft)
- keine Außenpräsentation von Forschungsergebnissen bei Konferenzen und Tagungen beispielsweise durch Angebot von Videostreams
Um für die benannten Defizite einen soliden URZ-Dienst anzubieten, wurde ein
Großgeräte-Antrag "VidKon" gestellt. Die Hauptkomponenten der neuen Lösung
sind diverse Video-Konferenz-Angebote ("Produkte") sowie zentral bereit
gestellte Infrastruktur-Dienste.
Zentrale Komponente eines jeden Systems ist ein High-Definition-Video-Codec
mit Multipoint Control Unit (MCU). Für die möglichst realistische Darstellung
(Akzeptanz) wird der Einsatz von HD-Geräten (Auflösung mindestens 720 Zeilen
für Codec, Monitor, Kamera) angestrebt. Die enthaltene MCU-Funktionalität
erlaubt es, ohne Einbeziehung externer Komponenten (Anmeldung) Konferenzen mit
mehr als zwei Teilnehmern zu generieren.
Folgende Konferenz-Lösung möchten wir campusweit jedem Nutzer anbieten:
Arbeitsgruppen-Systemen
Die Arbeitsgruppen-Systeme unterstützen Teilnehmergruppen bis ca. sechs
Personen in einem Besprechungsraum. Typische Anwendungsfälle sind
Videokonferenzen mit externen Forschungspartnern aus Wirtschaft und Forschung
in Form von Vorträgen oder Diskussionen mit zugehöriger Präsentation.
Dabei sollen diese System mit je zwei großen Plasma-Displays ausgestattet
werden. Diese ermöglichen die gleichzeitige Darstellung des Konferenz-Partners
sowie einer Laptop-Präsentation.
Die Steuerung des Systems soll einfach und auch durch technisch wenig versierte
Anwender möglich sein. Dazu wird eine Verknüpfung der Komponenten über eine
Mediensteuerung hergestellt. Eine zentrale, übersichtliche Dialogmöglichkeit
ermöglicht die Wahl der Szenarien und der zu benutzenden Peripherie.
Die Arbeitsgruppen-Konferenz-Systemen sollen in allgemein zugänglichen
Beratungsräumen installiert werden.
Mobile Konferenzbox
Die mobile Konferenzbox soll es ermöglichen, Räume, die nicht mit fest
installierter Videokonferenztechnik bestückt sind, für Videoanwendungen zu
konditionieren. Dazu soll ein leicht transportables Gefäßsystem sowohl die
Hauptkomponenten (Konferenz-Technik) als auch für
den Einsatz notwendiges Zubehör (Kabel, Stativ, Kameras, Lautsprecher,
Mikrofone) aufnehmen.
Dabei können ein Referent und ein Moderator mit jeweils einem Ansteckmikrofon
ausgerüstet werden. Handmikrofone erlauben die Teilnahme weiterer Anwesender
an der Konferenz. Eine erste Kamera gestattet die Übertragung der Sicht auf
einen Referenten in eine Videokonferenz, eine weitere die Darstellung des
Publikums für die externen Teilnehmer der Konferenz.
Um eine weitestgehende Abdeckung aller Räume campusweit zu erlauben, sollte
jeder Standort mit einer mobilen Konferenzbox ausgestattet werden.
Hörsaalerweiterung
Bereits hochwertig mit audiovisueller Technik ausgestattete Hörsäle sollen um
Videokonferenztechnik erweitert werden. Damit kann großen Personengruppen die
Teilnahme an verschiedenen Szenarien ermöglicht werden. Um das Bedienkonzept
zu vereinheitlichen, erfolgt auch hier die Bedienung der Technik über eine
Mediensteuerung. Der Raum wird mit zwei Kameras nachgerüstet. Der Codec wird
mit der vorhandenen Audioanlage gekoppelt. Im Hörsaal vorhandene
Schnittstellen werden mit dem Codec verbunden.
Infrastruktur - Streaming und Recording
Mit der Bereitstellung von Möglichkeiten zur multimedialen Kommunikation wird
davon ausgegangen, dass auch Bedarf an technischen Lösungen zur Verteilung
(Streaming) sowie Aufzeichnung (Recording) und Verwertung von Sitzungen
erwächst. Besonders aus dem Hörsaalumfeld wird die Aufzeichnung und
Verteilung von Lehrveranstaltungen, wissenschaftlichen Vorträgen und
dergleichen vermehrt an Bedeutung erlangen.
Dabei werden folgende Szenarien zu betrachten sein
- Übertragung von Veranstaltungen in weitere, räumlich getrennte Hörsäle
- Verteilung von Lehrveranstaltungen und Vorträgen an dedizierte Klienten in nahezu Echtzeit (Live-Gäste am heimischen PC)
- Aufzeichnung von Veranstaltungen zur Bereitstellung über Medienbibliotheken
Die technische Voraussetzung für die Verteilung von Veranstaltungen ist
neben der Konferenzanlage mit Kamera(s) ein sogenannter Streamingserver.
Dieser Streamingserver muss sich mit der Konferenzanlage oder über eine MCU
koppeln lassen, um die gewünschten Sitzungen für die Verteilung aufzubereiten
und schließlich zu verteilen. Bei der Auswahl der Streaminglösung wird ein
wichtiger Aspekt die Betrachtung der unterstützten Klienten bzw. Plattformen
sein. Als Ziel wird eine browserbasierte, plattformunabhängige Lösung
avisiert.