Aktuelles zum Dienst "Server Housing"

Der Dienst SERVER HOUSING (SH) wird durch das URZ seit über drei Jahren angeboten und durch die Einrichtungen rege genutzt. In Auswertung der Erfahrungen bei der Bereitstellung und Nutzung dieses Dienstes sowie des Dienstes VIRTUAL PRIVATE SERVER HOSTING wurde die Beschreibung aktualisiert und das Kostenmodell überarbeitet.

Gegenwärtig werden im Data Center des URZ insgesamt 38 Server- bzw. Clustersysteme im Dienst SH betrieben. Die Verteilung hinsichtlich der einzelnen Service Level zeigt Tabelle 1.

Bezeichnung Service Level Bedeutung Anzahl der Systeme
Service Level 1 Server-Standort im Data Center, Administrations- und Dienstverantwortung verbleibt beim Auftraggeber 16
Service Level 2 Server-Standort im Data Center, Auftragnehmer übernimmt Administrationsverantwortung, Dienstverantwortung verbleibt beim Auftraggeber (BS Scientific Linux) 2
Service Level 3 Server-Standort im Data Center, Auftragnehmer übernimmt Administrations- und Dienstverantwortung 19

Die Server sind Eigentum des Auftraggebers und werden im Data Center des Auftragnehmers betrieben. Die Aufstellung im Data Center des URZ hat gegenüber der Aufstellung in den (Büro-)Räumen des Auftraggebers erhebliche Vorteile. Beispielsweise muss sich der Kunde um folgende Aspekte des Serverbetriebs nicht mehr kümmern:

  • Aufstellungsort
  • Energie, Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
  • Klimabedingungen
  • Lärmbelästigung
  • Netzanschlüsse
  • technische Betreuung
  • Wartung der Hardware

Das URZ stellt für den Betrieb von Servern aus den Struktureinheiten der Universität Infrastruktur und Betriebsbedingungen bereit, die für einen 7*24 Stunden Dauereinsatz geeignet sind. Dazu gehören

  • die Ressourcen des Data Center (z.B. Rack-Systeme, Netz-Infrastruktur, Energie, Klima, ...)
  • technische Betreuung
  • Verfahren und Technologien des Betriebes von Serversystemen

In den vergangenen Monaten wurde ein neues Konzept der Data Center Architektur des URZ erarbeitet, wobei insbesondere folgenden Zielstellungen angestrebt werden:

Mittlerweile wird intensiv an der Umsetzung des Konzeptes gearbeitet. Ein zentraler Schlüsselbegriff ist dabei die Virtualisierung der Netz-, Speicher- und Serverinfrastruktur. Im Kontext der Arbeiten zur Virtualisierung der gesamten Serverinfrastruktur wurde ein neuer Dienst Virtual Private Server Hosting (VPSH) - http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2008/0121/data/vpsh/index.html uniweit angeboten. Grundsätzlich orientiert das URZ beim Servereinsatz auf den Betrieb von virtuellen Servern und demzufolge auf die Nutzung des Dienstes VPSH anstelle von SH.

Gegenüber dem Betrieb realer Server hat die Nutzung von Virtual Private Server (VPS) eine Reihe grundsätzlicher positive Effekte, die über die o.g. Vorteile von SH hinausgehen, z.B.

  • schnelle Bereitstellung der benötigten Server
    • keine Beschaffungsplanung, keine Auslegung der Hardware-Ausstattung entsprechend Belastungsspitzen
    • kein (langwieriger) Beschaffungsvorgang
  • Hochverfügbarkeit der Server bzw. Plattenspeicher durch Einsatz von Server-Clustern bzw. SAN
  • effektive Nutzung der Ressourcen
  • bei Bedarf einfache Erweiterung der Ressourcen
    • RAM
    • Anzahl der Prozessoren
    • Plattenspeicher im SAN
  • Integration der Server in das zentrale Dienste-Monitoring
  • keine Kosten für HW-Reparatur bzw. -Ersatz

Die Nutzung von VPS ist demzufolge in den meisten Einsatzfällen sinnvoll und auch möglich. In bestimmten Situationen wird jedoch auch in Zukunft der Einsatz dedizierter realer Serversysteme begründbar sein und demzufolge auch der Dienst SH seine Berechtigung behalten.

In Auswertung der Erfahrungen bei der Bereitstellung und Nutzung der Dienste SH und VPSH wurden das Service Level Agreement (SLA) des Dienstes SH überarbeitet.

Damit sind Änderungen der Kostenbeteiligung sowie Präzisierungen der Laufzeiten für SH-Aufträge verbunden, die nachfolgend kurz zusammengefasst werden:

  • Laufzeit, Dauer, Verlängerung
    • die minimale Laufzeit beträgt 12 Monate
    • Aufträge können verlängert werden (um mindestens 12 Monate)
    • die maximale Laufzeit beträgt 60 Monate

  • für jeden SH-Auftrag ist ein Infrastruktur-Beitrag von jährlich 250 € zu entrichten, der folgende Leistungen enthält:
    • Rackstellplatz bis 4 HE
    • Netzanschlüsse
      • 1 GE für Serverfunktion
      • 1 FE/GE für Management
    • Stromanschluss (mind. 1 USV-gestützt, max. 500W)
    • Aufstellung, Montage der HW
    • Technische Betreuung

  • für darüber hinaus gehende Anforderungen entfallen jährlich zusätzliche Kosten:
    • je HE Rackstellplatz: 50 €
    • je Netzanschluss 1 GE: 25 €
    • je Netzanschluss 10 GE: 250 €
    • je Layer 4 Switch-Anbindung: 100 €

  • hinzu kommen eventuelle Ersatzteil-Kosten

Der URZ-Beirat hat dieses Kostenmodell im Juli 2009 bestätigt, welches für neue SH-Aufträge ab dem 1.9.2009 wirksam wird. Für bestehende SH-Aufträge gelten die bisherigen Regelungen weiter bis zu einer maximalen Laufzeit von 5 Jahren.

Die Beschreibung SERVER HOUSING im Data Center des URZ - http://www.tu-chemnitz.de/urz/serverhousing/index.html enthält weitere Informationen zum Dienst und zur Auftragserteilung.


Matthias Clauß, August 2009