Interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem
RFID geht neue "Wege"
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Ein kleiner RFID-Chip im praktischen Scheckkartenformat mit den passenden Lesegeräten an Schlüsselpositionen im Gebäude und einige Displays reichen aus, um auch im schlimmsten Labyrinth den Ausweg zu finden.
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Dass Satelliten Autos über Straßen und Fußgänger durch Städte führen,
ist Stand der Technik. Sobald wir jedoch in Gebäude kommen, wo der Kontakt
zum Satelliten abreißt, stoßen diese Systeme an ihre Grenzen. Wer dennoch auf
kürzestem Weg in einem unbekannten Gebäude sein Ziel finden will oder innerhalb
weniger Stunden eine Messe oder ein Museum speziell nach seinen Intentionen
erkunden möchte und zusätzlich noch individuelle Infos zu Exponaten
oder aktuelle Nachrichten wünscht, benötigt Hilfe. Die Professur Technische
Informatik entwickelte hierfür einen innovativen Lösungsansatz auf Basis der
RFID-Technologie, welcher die Nachteile bisheriger Systeme umgeht
und auf einfache Weise angewendet werden kann.
Detaillierte Einblicke in das System wurden erstmals zur diesjährigen CeBIT Messe 2009 in Hannover vorgestellt.
Im Rahmen des Chemnitzer Unix-Stammtisches (in Kooperation mit der GI Regionalgruppe Chemnitz)
erfolgte nun eine ausführliche Präsentation der verwendeten Hard- und
Softwarekompententen sowie der umgesetzten Funktionen und
den zu lösenden Problemen.

Das Indoor-Navigationssystem basiert ausschließlich auf der RFID-Technologie
sowie auf herkömmlichen Hardwarekomponenten und dem freien Betriebssystem
Linux. Die Idee ist trivial: statt aufwändige und teure Ortungsgeräte an
die Nutzer zu verteilen, werden an spezifischen
Schlüsselpositionen im Gebäudegrundriss RFID-Tore und Visualisierungsgeräte
installiert. Die Nutzer des Systems erhalten nur noch handelsübliche,
passive RFID-Tags. Diese benötigen keine eigene Energie-versorgung, sind
robust und sehr preiswert. Die Tags werden an den Toren identifiziert.
Das Indoor-Navigationssystem basiert ausschließlich auf der RFID-Technologie
sowie auf herkömmlichen Hardwarekomponenten und dem freien Betriebssystem
Linux. Die Idee ist trivial : statt
aufwändige und teure Ortungsgeräte an
die Nutzer zu verteilen, werden an spezifischen
Schlüsselpositionen im Gebäudegrundriss RFID-Tore und Visualisierungsgeräte
installiert. Die Nutzer des Systems erhalten nur noch handelsübliche,
passive RFID-Tags. Diese benötigen keine eigene Energie-versorgung, sind
robust und sehr preiswert. Die Tags werden an den Toren identifiziert.
Die softwareseitige Auswertung der Ereignisse erstellt die Relation zum
zugehörigen Nutzer. Die Softwareplattform kann auf Basis dieser Informationen
Personen und Objekte schnell und einfach lokalisieren. Datenschutzprobleme
treten dabei nicht auf, da zwar eine Personenverfolgung grundsätzlich möglich
wäre, aber für die Funktionalität nicht notwendig ist und folglich auch nicht
durchgeführt wird. Es werden ausschließlich die beiden letzten Leseereignisse
jedes Nutzers benötigt um auf dieser Basis Standort und Bewegungsrichtung
definieren zu können. In Kombination mit berührungsempfindlichen Displays
oder vorhandenen Info-Terminals sind nun intelligente und vor allem
interaktive Gebäudeleitsysteme realisierbar.
Die zentrale Managementeinheit kann hierbei die Displays personenbezogen,
selektiv räumlich begrenzt oder auch global ansteuern und relevante
Informationen für den gewählten Bestimmungsort oder den Tourenvorschlag
visualisieren. Durch die Interaktion mit den Displays sind Änderungen des
Zielortes durch den Nutzer jederzeit möglich.
Auch mobile Endgeräte wie PDAs oder Smartphones können in das System problemlos
integriert werden und bieten den Nutzern zusätzlichen Komfort.
Mit deren Hilfe ist darüber hinaus eine individualisierte Abfrage von
zusätzlichen Informations- und Entertainmentdiensten möglich.
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Noch ist es ein Demonstrator:
Mit Hilfe von RFID-Tags im Kreditkartenformat
gelingt die Indoor-Navigation. Berührungsempfindliche Türdisplays unterstützen
die Orientierung in Gebäuden. Sie sollen künftig neben der Rauminformation
auch personenbezogene Informationen wie Begrüßungstexte digitale Wegweiser
oder Raumbelegungen anzeigen.
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Das System ist dabei nicht auf die exklusive Nutzung durch einen
einzelnen Nutzer beschränkt. Die RFID-Technologie ermöglicht das
gleichzeitige und zuverlässige Erfassen mehrerer Ereignisse. In
Verbindung mit den entsprechenden Softwarekomponenten
ist die parallele Verarbeitung und Navigation einer Vielzahl von
Nutzern problemlos realisierbar.
Im Zuge einer möglichen Ausweitung des Projektes auf die gesamte
Universität würde der Nutzung durch über 10.000 Studenten
sowie unzähligen Mitarbeitern und Professoren an der
TU Chemnitz nichts im Wege stehen. Die bereits vorhandenen
Studenten- und Mitarbeiterausweise im Scheckkartenformat ließen sich dabei
optional um die RFID-Technologie erweitern, wodurch
der RDIF-Tag noch nicht einmal den Platz in der Hosen- oder Handtasche
zusätzlich behindern würde. Auch die Verfügbarkeit mobiler Endgeräte in Form
von Mobiltelefonen wäre in jedem Fall sichergestellt, wodurch ein Großteil
aller Nutzer sowohl die Navigation als auch eine breite Fülle personalisierter
Zusatzdienste nutzen könnte. Die so zur Verfügung gestellten,
zusätzlichen Funktionalitäten können in jedem Fall freiwillig und optional
genutzt werden. Jeder Anwender kann folglich selbst entscheiden,
ob der RFID-Tag in den Universitätsausweisen integriert bzw. aktiviert werden
soll. Auch bei einem eventuellen Verlust müssen keine Ängste aufkommen,
da der RFID-Tag außer einer dem System bekannten ID keine sensiblen
Nutzerdaten enthält.
Ziel war es, vorhandene Technologien für neue Anwendungsgebiete nutzbar
zu machen. Durch die Kombination aus handelsüblichen Hardwarekomponenten
und innovativen Softwarelösungen ergeben sich ständig neue Ideen und
Ansatzpunkte. Die RFID-Technologie bietet trotz vieler Negativ-Schlagzeilen
und datenschutzrechtlicher Bedenken enormes Potenzial und die benötigte
Hardware ist zunehmend günstiger verfügbar.
Neben dem vorgestellten CeBIT-Demonstrator durchläuft auch das bereits
installierte RFID-System der TU Chemnitz seine ersten Testläufe.
Im Hauptgebäude der TU Chemnitz wurden mehrere Büros mit berührungsempfindlichen
Displays ausgerüstet und erste RFID-Tore installiert. Zur Navigation
sind dabei keine absoluten Positionsangaben notwendig.
Angaben zum aktuellen Gebäudeabschnitt, Flur oder der aktuellen Etage reichen
aus, um Informationen gezielt an relevante Displays auszugeben
und verwertbare Aussagen für eine Navigation bereitzustellen.
Zusätzliche Infoterminals können personalisierte Themen von einer Begrüßung
bis zu Wunsch-Nachrichten oder den Speiseplan der Mensa darstellen.
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Mit der Managementsoftware des interaktiven Gebäudeleit- und
Infotainmentsystem werden sämtliche Ausgabegeräte angesteuert und
verwaltet, die je nach Bedarf die Informationen selektiv, räumlich begrenzt
oder global anzeigen. Hardwareseitig kommt handelsübliche RFIDTechnologie
zum Einsatz. Für die Visualisierung und Interaktion wurden
berührungsempfindliche Displays unterschiedlicher Dimensionen
integriert.
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Doch mit den verfügbaren Informationen können nicht nur Personen geleitet
werden. Werden Tags auch auf Inventar befestigt,
kann das System ohne Mehraufwand für teure Hardware auch zur
Inventarisierung und Verhinderung von Diebstählen verwendet werden.
An entsprechenden Software-Modulen wird derzeit gearbeitet.
Weitere Anwendungsszenarien sind unter anderem im Katastrophen-Management
vorstellbar. Entsprechend ausgerüstete Hardware verfügt hier über zusätzliche,
drahtlose Kommunikationsschnittstellen sowie über eine unabhängige
Energieversorgung und ist folglich sehr robust gegen äußere Einflüsse
und Störungen. Im Falle eines Brandes können beispielsweise mögliche Fluchtwege
visualisiert werden. Sind Ausgänge versperrt, reagiert ein solches System
schnell und intelligent. In bestimmten Gebäudeteilen eingeschlossene
Personen können konkrete Informationen über die Displays ins System einspeisen. Den Einsatzkräften wird ein schnelles und gezieltes Retten ermöglicht.
Besonders in großflächigen Bürogebäuden hilft das System Paniken effektiv
zu vermieden und dadurch Menschenleben zu retten. Auch in öffentlichen
Gebäuden wie Flughäfen oder Bahnhöfen könnten auf dieser Basis völlig
neue Dienste zur Verfügung stehen. Senioren oder Menschen mit körperlichen
Beeinträchtigungen kann so zum Beispiel bei der Wegfindung schnell und
individuell geholfen werden. Da die Installation der Hardware in
jedem Gebäude nur einmalig und meist statisch erfolgt,
bleiben die Kosten überschaubar und der Wartungsaufwand relativ gering.
So könnten beispielsweise neue Anwendungen auf Softwareebene
das bereits bestehende System um vielfältige Funktionen erweitern,
ohne dabei zusätzliche Kosten für neue Hardwarekomponenten zu verursachen.
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Systems
bieten großes Potenzial für zukünftige Forschungen.
Kooperationspartner:
Professur Schaltkreis- und Systementwurf der TU Chemnitz innerhalb
des Projektes "Generalisierte Plattform für Sensordatenverarbeitung",
das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im
Rahmen des Programmes InnoProfile gefördert wird.
Siehe auch
http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2009/0108/index.html