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Altreifen werden wieder Autoteile
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| MATERIALICA
2001: Marktreifes Recyclingverfahren für Altgummi aus Sachsen |
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(AF) Jedes Jahr türmen sich auf deutschen
Mülldeponien rund eine Million Tonnen Gummiabfälle. Allein die
600.000 Tonnen an abgefahrenen Autoreifen stellen ein gehöriges Umweltproblem
dar, weil sie sich bisher kaum wieder verwerten ließen. Nachdem es
Chemnitzer Kunststofftechnikern vor vier Jahren gelang, aus Altgummi wieder
einen brauchbaren Kunststoff herzustellen, haben sich nun sächsische
Industriepartner zusammengetan, um dieses im Labor erfolgreich erprobte
Recyclingverfahren auf den Markt zu bringen.
Anfang Oktober stellte sich diese Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlern,
Maschinenherstellern und Automobilzulieferern erstmals auf der diesjährigen
MATERIALICA der deutschen Öffentlichkeit vor. Gemeinsam mit ihren Partnern
präsentierte die TU Chemnitz auf der Messe in München Muster-Autoteile
aus Altgummi: Dazu gehören Bauteile wie Lüftergehäuse oder
Kabelkanäle, die sonst unter der Motorhaube verborgen sind.
Der enorme Zuspruch gibt der Idee des Gummi-Recyclings Recht: Mehr als 60
Vertreter der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer umlagerten den Gemeinschaftsstand
mit konkreten Fragen und praktischen Problemen. Nun ist Fleißarbeit
gefragt, erwartet Dr. Hannes Michael, der das Verfahren als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der Professur Kunststoffverarbeitungstechnik mitentwickelt
hat. Wir werden das Produkt an die sehr speziellen Wünsche unserer
Kunden anpassen. |
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Der neuartige Werkstoff heißt ELAPLASTEN
und wird aus Altreifenmehl und dem Massenkunststoff Polypropylen hergestellt.
Die Besonderheit steckt im Detail: Nie vorher war es gelungen, die elastische
Komponente des Gummis mit den positiven Eigenschaften eines schmelzfähigen
Thermoplastes sowohl chemisch als auch physikalisch zu verbinden. Das Ergebnis
gehört zu der Werkstoffgruppe der Thermoplastischen Elastomere (TPE)
und kann gleich drei Vorteile aufweisen: ELAPLASTEN ist äußerst
stabil, formbar und bis zu zwei Drittel billiger als vergleichbare Kunststoffe.
Zur Arbeitsgemeinschaft sächsischer Firmen, die sich um die Markteinführung
des umweltfreundlichen Recyclingverfahrens bemüht, gehören: die
Forschungsstelle für Analytik und Umwelttechnologie GmbH (FARU), die
von den Erfindern der TU Chemnitz die ausschließliche Lizenz der Patente
erworben hat und nun in Rade- beul eine Produktionshalle aufbaut, die ERMAFA
Kunststofftechnik GmbH, die in Chemnitz spezielle Mischer mit Dosier- und
Granuliertechnik für die ELAPLASTEN-Produktion herstellt sowie der
Automobilzulieferer Riesselmann Kunststofftechnik GmbH aus Ottendorf-Okrilla,
der aus dem gummihaltigen Werkstoff die Bauteile formen wird. Dr. Hannes
Michael: Ab 2002 werden wir in diesem Verbund in der Lage sein, große
Mengen des neuartigen Kunststoffes herzustellen. |
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| Tolle Ideen für kleine
Menschen und große Firmen
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| An-Institut der Chemnitzer
Uni entwickelte verstellbare Pedalerie und neue Carbon-Teile
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(AF) Wenn Autofahrer mit kurzen
Beinen nicht so recht das Gaspedal erreichen, muss das Gaspedal eben ein
Stück entgegenkommen. An der TU Chemnitz wurden vom Institut für
Konstruktion und Verbundbauweisen (KVB) im Auftrag eines der weltweit größten
Automobilzulieferers, United Parts, eine Reihe verstellbarer Pedalsysteme
entwickelt, die kleineren Menschen mehr Fahrkomfort und Sicherheit versprechen.
Auf der diesjährigen MATERIALICA präsentierte das Chemnitzer An-Institut
erstmals eine Weiterentwicklung der Öffentlichkeit, das im Kern aus
einem integrierten Schneckengetriebe besteht und durch einen zentralen Antrieb
über Bowdenzüge stufenlos eingestellt werden kann. Dieses Pedalsystem
wurde bereits im Vorfeld bei DaimlerChrysler in Sindelfingen vorgestellt
und für gut befunden. Während der Münchner Werkstoff-Messe
konnten die Chemnitzer Forscher weitere Kontakte etwa zu BMW, Audi und Porsche
knüpfen.
An unserem Stand war immer Betrieb, erinnert
sich Institutsleiter Dr. Gunter Siebdrath an die Messe-Resonanz.
Insbesondere für den Maschinenbau gingen einige viel
versprechende Anfragen ein: So beabsichtigt einer der
größten italienischen Maschinenhersteller,
einige Baugruppen von den Chemnitzer Leichtbauern komplett
auf Carbon umrüsten zu lassen, um so die dynamische
Tüchtigkeit seiner Maschinen zu erhöhen. Die
Vielfalt der KVB-Messeobjekte spiegelt die Bandbreite
der Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Institutes
wider. So wurden faserverstärkte Kunststofffassungen
oder Carbon-Legeschienen für den Textilmaschinenbau
ebenso vorgestellt |
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wie die komplette Baugruppe einer
Druckmaschine der Firma Heidelberger Druckmaschinen
AG. Letztere Leichtbauvariante befindet sich seit September
dieses Jahres in der Erprobungsphase und dürfte
bald zu höheren Arbeitsgeschwindigkeiten und einer
größeren Produktivität der tonnenschweren
Anlage führen. Ebenfalls konnte erstmals eine Wickelmaschine
zur Verarbeitung von Carbon oder Glasfaser ausgestellt
werden, die im KVB völlig neu entwickelt wurde.
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Mit Vollgas von der Münchner
Werkstoff-Messe zurück ins Labor: Dipl.-Ing. Michael Puckl, Dr. Peter
Schulz und Institutsleiter Dr. Gunter Siebdrath testen zwei Prototypen des
im KVB entwickelten verstellbaren Pedalsystems.
Foto: KVB
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