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Europa-Studien zählen auf engagierte Tschechen
DAAD-Gastdozent wechselt für ein Jahr von Brno nach Chemnitz - Vielfalt und Konstanz in den Europa-Aktivitäten

Der Politikwissenschaftler Dr. Miroslav Mares ist seit Anfang April als Gastdozent
in den Studiengängen “European Studies” tätig. Foto: Christine Kornack

  (AF) Die Technische Universität Chemnitz entwickelt sich zu einem Zentrum europäischer Integration. Anfang April wechselte der tschechische Politikwissenschaftler Dr. Miroslav Mares für ein Jahr von der Universität Brno nach Chemnitz, um sich hier als Gastdozent in die drei Studiengänge "European Studies" einzubringen. Für dieses einjährige Engagement stellt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) rund 23.500 Euro zur Verfügung.
Dr. Miroslav Mares ist bereits der zweite tschechische Wissenschaftler, der im Rahmen der vierjährigen DAAD-Gastprofessur "EU- Osterweiterung und die Staaten Mitteleuropas" nach Chemnitz kommt. Er löst Prof. Dr. Miroslaw Hroch ab, Professor für Allgemeine Geschichte der Karls-Universität Prag, der seit April 2002 an der TU Chemnitz weilte und ebenfalls in die Europa-Studiengänge involviert war. "Unser Europa-Engagement in Forschung und Lehre zeichnet sich durch Vielfalt und Konstanz aus", freut sich Prof. Dr. Günther Grünthal, Rektor der TU.
Seit dem Wintersemester 2001/ 2002 sind die "European Studies" in sozial-, kultur- und wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung wichtige und überaus nachgefragte Studienangebote der Chemnitzer Uni. Dass besonders viele Tschechen an der TU lehren und studieren, verwundert nicht: Die TU Chemnitz hält seit vielen Jahren enge Kontakte ins Nachbarland - arbeitet dabei eng mit
 

Hochschulen in Brno, Liberec, Pilsen und Prag zusammen.

Enge Kontakte ins Nachbarland

Derzeit studieren 40 junge Tschechen in Chemnitz, davon neun in den drei Europa-Studiengängen. Einige von ihnen werden durch eines von zwölf Europa-Stipendien unterstützt, die der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds im Wintersemester 2002/2003 und im Sommersemester 2003 vergeben hat. Weitere zehn Europa-Stipendien hat die TU Chemnitz für das kommende Wintersemester und das Sommersemester 2004 beantragt. Neben dem neuen Gastdozenten Dr. Miroslav Mares engagiert sich in den nächsten Jahren ein weiterer tschechischer Wissenschaftler an der Chemnitzer Uni: Er heißt Dr. Milos Reznik, kommt aus Prag und leitet seit Ende 2002 die Juniorprofessur "Europäische Regionalgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des böhmisch-sächsischen Grenzraumes".
Der vom DAAD geförderte Gastdozent Dr. Mares arbeitet an der Masaryk Universität Brno als Fachassistent am Lehrstuhl der Politikwissenschaft. Schwerpunktmäßig beschäftigt sich der 28-jährige tschechische Wissenschaftler mit Parteientheorien, Extremismus-Forschung und Politikfeldanalysen. Dr. Mares wird unterstützt von Prof. Dr. Beate Neuss, die an der TU Chemnitz die Professur "Internationale Politik" leitet.

"Hello" und "Salut"
Tutorinnen aus den USA und Frankreich bereichern das Chemnitzer Campusleben
Tammy Gibbs (l.) aus den USA und Laetitia Bonnet aus Frankreich konnten in Chemnitz ihre sehr guten Deutschkenntnisse mit etwas Sächsich vervollkommnen.
Foto: Christine Kornack
 

(YF) Auf dem Chemnitzer Campus sind sie schon bekannte Gesichter: Tammy Gibbs aus den USA und Laetitia Bonnet aus Frankreich. Über das Tutorenprogramm der Robert-Bosch-Stiftung wirken die beiden seit September vergangenen Jahres beim Studentenwerk Chemnitz-Zwickau. Das Programm hat das Ziel, einen Beitrag zum interkulturellen Austausch zwischen Deutschland, den USA, Frankreich, Tschechien und Polen zu leisten.

 

Rund 70 internationale Tutoren sind derzeit bundesweit bei den Studentenwerken deutscher Universitäten beschäftigt. Um den Kontakt zu den einheimischen Studenten zu erleichtern, sind die Tutoren während ihres zehmmonatigen Aufenthaltes in den Wohnheimen der Studentenwerke untergebracht.
Zum Aufgabenfeld der Tutorinnen gehören vor allem Sprachkurse, Gesprächskreise, Vorträge und landeskundliche Seminare, die Gelegenheit zur Begegnung bieten. Weiteres Ziel ist, den Studenten die Kultur ihres Landes näherzubringen.

Begegnung der Kulturen

Die 23-jährige Tammy Gibbs stammt aus Wisconsin und studierte in Madison vier Jahre lang Germanistik und Internationale Beziehungen. Für sie ist der Tutorenjob an der TU ein ideales Praktikum für ihre berufliche Zukunft im Bereich der Erlebnispädagogik. Auch die 24-jährige Laetitia Bonnet, die aus Tours an der Loire stammt und im Lehramt Germanistik studierte, kann hier ihre didaktischen Kenntnisse anwenden und ausbauen.
Bis Juli weilen die beiden Tutorinnen noch in Chemnitz. Bis dahin haben sie sich noch einiges vorgenommen: Tammys englischsprachige Stammtische etwa, Veranstaltungen im "Club der Kulturen" sowie ein Karaoke-Abend mit dem "Club des Francophones". Nicht zu vergessen ein echt amerikanisches Barbecue.

     
   
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