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  TU Spektrum  
   

 

  Zu den Schwächen oder Nachteilen gegenüber den etablierten "Großen" gehören allgemein neben der benannten fehlenden strategischen Orientierung Finanzierungsengpässe, Marktmachtnachteile oder Behinderungen durch Gesetze, Normen und Verordnungen.
Bei der Marktanalyse muss die Struktur und Größe des gewählten Marktes untersucht werden. Die meisten Gründer müssen sich zunächst auf die Möglichkeiten der Marktsegmentierung beschränken und somit Nischen durch innovative und qualitativ hochwertige Angebote besetzen. Von besonderer Relevanz ist die Identifikation von Markteintrittsbarrieren, die nicht nur durch die erwähnten Gesetze und Verordnungen, sondern auch durch künftige Konkurrenten entstehen. Als Beispiel seien existierende bindende Verträge potentieller Kunden mit Konkurrenten genannt. Die Schwierigkeit für die Gründer besteht in dem hohen Aufwand, der mit der entsprechenden Informationssuche verbunden ist. Wichtig ist deshalb die Konzentration auf die wesentlichen Marktsegmente, die neben bereits vorhandenen innerbetrieblichen Informationen durch Sekundäranalysen wie öffentlich zugänglichen Statistiken beschrieben werden müssen. Mit Hilfe der Analysen werden die strategischen Marketingziele festgelegt.
Mit der Entwicklung und Umsetzung eines ersten Marketingkonzeptes werden die Zielsetzungen realisiert. Das Konzept, das in jedem Fall schriftlich als interner Leitfaden zu erarbeiten ist, sollte die zu bearbeitenden Zielgruppen beschreiben. Es sollte weiterhin den Nutzen der Produkte aus Kundensicht in einem strategischen Produkt- und Leistungsprofil darstellen. Individuelle Wünsche von Erstkunden, mögliche Zusatznutzen und Qualitätsansprüche sind besonders zu berücksichtigen. Durch diese frühe Einbindung der Kunden in die Angebotserstellung soll frühzeitig Vertrauen erzeugt werden. Weiterhin muss das Konzept Aussagen über die Positionierung der Angebote im Vergleich zu Wettbewerbern treffen. In den Fällen innovativ ausgerichteter Gründungen bietet sich eine Präferenzstrategie an - Absatz der innovativen, qualitativ hochwertigen Produkte oder Dienstleistungen in Marktnischen über relativ hohe Preise. Niedrigpreisstrategien kommen dagegen nur selten in Betracht.
Das Konzept sollte ebenso Aussagen über Form und Zeitpunkt des Markteintrittes enthalten. Neben einem unternehmerischen Alleingang mit der Konsequenz eines alleinigen Risikos bieten sich kooperative Markteintrittsstrategien an. Das betrifft sowohl die gemeinsame Forschung und Entwicklung als horizontale Kooperation, als auch die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern für einen erleichterten Marktzugang. Die Planung des Zeitpunktes für den Markteintritt wird auch als Timing-Strategie bezeichnet. Unterschieden werden Pionierstrategien für Erstanbieter von Produkten sowie Strategien früher Folger und später Folger.
Die strategische Marketing-Konzeption hilft den Gründern in der ersten Phase, Fehler bei der Ansprache der Kunden oder Abgrenzung des relevanten Marktes zu reduzieren. Jedoch ist es notwendig, im Laufe der Firmenetablierung eine fortlaufende Anpassung an die zur Verfügung stehenden Budgets und Marktveränderungen vorzunehmen. Dabei sind Flexibilitätsvorteile der kleinen Unternehmen nutzbar.

Prof. Dr. Cornelia Zanger
Professur Marketing und Handelsbetriebslehre

   Die magische Grenze ist erreicht
Vom Hörsaal ins Technologie Centrum Chemnitz:
chemmedia ist die 100. Firma
    (MSt) Diese Zahl kann sich sehen lassen: Die chemmedia AG ist das 100. Unternehmen, das seit Herbst 1990 unter dem Dach des Technologie Centrums Chemnitz den Weg in die Selbständigkeit geht oder weiter ausbaut. Chemmedia firmiert zwar bereits seit vergangenem Jahr als Aktiengesellschaft in Chemnitz, doch im Januar suchten sich die vier Firmengründer um Vorstand Lars Faßmann einen neuen Firmensitz mit besseren Rahmenbedingungen. Und den fanden die jungen Leute im TCC. "Hier gibt es nicht nur ein hochinnovatives Unternehmensumfeld, was uns sehr stimuliert. Hier sind auch die Büroflächen und die Telekommunikationsbedingungen vom feinsten". Gerade der schnelle Weg ins Internet ist für das junge Chemnitzer IT-Unternehmen lebensnotwendig, denn es entwickelt E- Learning- und E-Business-Lösungen für zahlreiche Partner. Dazu zählen bereits mehrere internationale Großkonzerne und Bildungsanbieter.
Ob Online-Schulung von Mitarbeitern oder Geschäftsprozessanalyse, ob Wissensmanagement- Lösungen oder Multimedia-Lernanwendungen - die vier Mitstreiter von chemmedia suchen nach effizienten Lösungen. Dabei hilft ihnen auch heute noch die Nähe zur Chemnitzer Universität, insbesondere zu den Wirtschaftsinformatikern. Lars Faßmann studierte an der TU auf diesem Gebiet von 1996 bis 2001. Und seine chemmedia-Mitstreiter Stefan Pickschneider, Sebastian Schilling und die einzige Frau an Bord - Sandra Irmscher - liegen derzeit in den letzten Zügen ihres Studiums. "Ohne die Unterstützung unseres Wirtschaftsinformatik- Professors Bernd Stöckert wären wir heute sicher nicht da, wo wir stehen. Das Know-how, das wir uns in seinem Bereich aneignen konnten - beispielsweise im Projekt
‘Bildungsportal Sachsen’ - ist heute die Basis für viele Chemmedia-Projekte", versichert Lars Fassmann.
Der Spagat zwischen Hörsaal und Chefsessel gelang den Jungunternehmern bisher ganz gut, und wenn die Auftragslage weiter nach oben geht, wird blitzschnell aufgestockt - beispielsweise mit sehr gut ausgebildeten Wirtschaftsinformatik-Studenten der TU Chemnitz. "Einige gehören zu einem festen Stamm freier Projektmitarbeiter. Dadurch haben wir unsere Personalkosten fest im Griff", so Faßmann.
Weitere Informationen: chemmedia AG, Annaberger Straße 240, 09125 Chemnitz, Telefon 0700-CHEMMEDIA, 0700-24366334, E-Mail: info@chemmedia.ag
Foto: TU Chemnitz/Sven Gleisberg
   
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