- AutorIn
- M.Sc. Romy Kaden
- Titel
- On the significance of pre-sleep activation for sleep quality
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:ch1-qucosa2-1062623
- Übersetzter Titel (DE)
- Zur Bedeutung von Aktivation vor dem Schlaf für die Schlafqualität
- Erstveröffentlichung
- 2026
- Datum der Einreichung
- 15.05.2026
- Datum der Verteidigung
- 14.07.2026
- DOI
- https://doi.org/10.60687/2026-0154
- Abstract (DE)
- Schlaf ist von zentraler Bedeutung für unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Leistungsfähigkeit. Angesichts dessen und in Anbetracht zunehmender Schlafprobleme in der Bevölkerung ist die Entwicklung effektiver Präventionsprogramme zur Aufrechterhaltung guter Schlafqualität von großer gesellschaftlicher Relevanz. Zur Konzeptionierung solcher Interventionen ist ein umfassendes Verständnis der Prozesse notwendig, die die Schlafqualität beeinflussen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Dissertation den Einfluss von Pre-Sleep Arousal (synonym Aktivation) auf die Schlafqualität in nicht-klinischen Stichproben. Des Weiteren werden relevante Einflussfaktoren wie die Tätigkeit vor dem Schlaf, Stress und der individuelle Coping-Stil beleuchtet. Diese Faktoren sind besonders deshalb interessant, weil sie zahlreiche Ansatzpunkte für psychologisch orientierte Interventionen bieten. Die drei in dieser Dissertation enthaltenen aufeinander aufbauenden Studien nähern sich diesem Forschungsthema aus verschiedenen Perspektiven und mittels diverser Methoden. Die erste Studie ist ein systematisches Review mit meta-analytischen Anteilen, welches einen Überblick über den Einfluss von somatischem Pre-Sleep Arousal auf die subjektive und objektive Schlafqualität in nicht-klinischen Stichproben liefert. Dafür wurden N = 48 Originalstudien anhand eines standardisierten Vorgehens analysiert und die Ergebnisse unter anderem mittels explorativer meta-analytischer Berechnungen integriert. Ein zentrales Ergebnis dieser Studie ist, dass die verschiedenen Marker somatischen Pre-Sleep Arousals (z. B. subjektives, autonomes und endokrines Pre-Sleep Arousal) differenzierte Effekte auf die Schlafqualität ausüben. Die subjektive Wahrnehmung des somatischen Pre-Sleep Arousals zeigte kleine bis moderate Effekte auf die subjektive Schlafqualität, jedoch nur geringe Effekte auf die objektive Schlafqualität. Im Gegensatz dazu beeinflusste das physiologische Pre-Sleep Arousal den Schlaf primär auf physiologischer Ebene – diese Effekte sind jedoch ebenfalls als klein einzuordnen. Auf diesen Grundlagen aufbauend untersucht die zweite Studie den Einfluss 30-minütiger Social-Media-Nutzung vor dem Schlaf auf den endokrinen De-Arousal-Prozess (Abfall des Cortisolspiegels), das kognitive Pre-Sleep Arousal sowie die objektive und subjektive Schlafqualität. In der Vergleichsbedingung lasen die Probanden in den 30 Minuten vor dem Schlaf ein physisches Buch ihrer Wahl. Die experimentelle within-subject Studie wurde mit N = 50 Studierenden in ihrer gewohnten Schlafumgebung durchgeführt. Entgegen den Hypothesen zeigten sich nur kleine Unterschiede zwischen den beiden Bedingungen. Zusammenfassend war die zeitlich begrenzte Social-Media-Nutzung im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht mit einem Anstieg des Pre-Sleep Arousals oder einer Verschlechterung der Schlafqualität assoziiert. Des Weiteren zeigte sich ein moderater bis starker Zusammenhang zwischen dem kognitiven Pre-Sleep Arousal und der subjektiven Schlafqualität, jedoch nur ein geringer Zusammenhang mit objektiven Maßen der Schlafqualität. Für das endokrine Pre-Sleep Arousal wurde hingegen kein bedeutender Zusammenhang mit der subjektiven oder objektiven Schlafqualität beobachtet. Insgesamt ist zu betonen, dass negative Effekte längerer exzessiver Social-Media-Nutzung vor dem Schlaf, z. B. im Rahmen sogenannter Schlafprokrastination, durch unsere Studienergebnisse nicht ausgeschlossen werden können. Basierend auf den Erkenntnissen, dass kognitives Arousal von zentraler Bedeutung für die subjektive Schlafqualität ist, untersuchte die dritte querschnittliche Studie Stresserleben und Coping-Stil als Einflussfaktoren auf das kognitive Pre-Sleep Arousal und die subjektive Schlafqualität. Dies erfolgte im Rahmen einer moderierten Mediationsanalyse sowie einer explorativen seriellen Mediationsanalyse. Die Onlinestudie mit N = 220 Studierenden kommt zu dem Ergebnis, dass der negative Einfluss von Stress auf die Schlafqualität zum Teil durch einen Anstieg im kognitiven Pre-Sleep Arousal mediiert wird. Der Coping-Stil wirkte dabei nicht wie erwartet als ein Moderator zwischen Stresserleben und kognitivem Pre-Sleep Arousal, sondern beeinflusste primär, inwiefern es überhaupt zu Stresserleben kam. Zusammenfassend verdeutlichen die Forschungsergebnisse dieser Dissertation die Bedeutung von Pre-Sleep Arousal für die Schlafqualität auch außerhalb des Kontextes der Insomnie. Es werden zudem Stärken sowie Limitationen dieser Forschungsarbeit diskutiert, Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten gegeben und Implikationen für die Praxis abgeleitet.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Schlafqualität, (Pre-Sleep) Aktivation, nicht-klinische Stichproben
- Freie Schlagwörter (EN)
- Sleep Quality, Pre-Sleep Arousal, Pre-Sleep Activation, Non-clinical samples
- Klassifikation (DDC)
- 150
- 610
- Normschlagwörter (GND)
- Schlaf, Aktivierung, Aktivierungsniveau
- GutachterIn
- Prof. Dr. Udo K. Rudolph
- Prof. Dr. Josef F. Krems
- BetreuerIn Hochschule / Universität
- Prof. Dr. Udo K. Rudolph
- Den akademischen Grad verleihende / prüfende Institution
- Technische Universität Chemnitz, Chemnitz
- Version / Begutachtungsstatus
- angenommene Version / Postprint / Autorenversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:ch1-qucosa2-1062623
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 17.08.2026
- Dokumenttyp
- Dissertation
- Sprache des Dokumentes
- Englisch
- Lizenz / Rechtehinweis